13 Seiten
13 Seiten
15 Seiten






Kann eine Entscheidung freiwillig sein, obwohl eine Person dringend Ggeld benötigt? Wann wird wirtschaftliche Abhängigkeit problematisch? Und schützt ein Verbot von Leihmutterschaft Frauen vor Ausbeutung – oder schränkt es ihre Selbstbestimmung ein?
Diese Doppelstunde führt die Lernenden schrittweise in das Spannungsfeld von Autonomie, Freiwilligkeit, wirtschaftlicher Ungleichheit und Ausbeutung ein.
Ausgangspunkt sind drei unterschiedlich gelagerte Fälle. Ein dokumentarischer Filmimpuls zur kommerziellen Leihmutterschaft im historischen indischen Kontext lenkt anschließend den Blick auf die Verteilung von Ggeld, körperlichem Risiko und Entscheidungsmacht. Die historische Situation wird dabei ausdrücklich von der heutigen Rechtslage in Indien abgegrenzt.
Ein anspruchsvoller, didaktisch aufbereiteter Sachtext führt die philosophische Auseinandersetzung weiter. Die Lernenden hinterfragen ein rein formales Verständnis von Freiwilligkeit und untersuchen die Frage, unter welchen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen eine Entscheidung tatsächlich als selbstbestimmt gelten kann.
In Partnergesprächen werden anschließend die Begriffe freiwillig – selbstbestimmt – wirtschaftlich motiviert – abhängig – ausgebeutet voneinander abgegrenzt. Drei konkrete Fälle ermöglichen die Anwendung der entwickelten Kriterien.
Die Sicherung führt zur Frage:
„Wann ist eine Entscheidung selbstbestimmt?“
Dabei entsteht bewusst keine starre Definition. Die Kriterien der Lernenden werden vielmehr als Prüfsteine für ethisches Urteilen verstanden.
Zum Abschluss treffen zwei feministische Positionen aufeinander:
„Ein Verbot schützt Frauen vor Ausbeutung.“
und
„Ein Verbot schränkt die Selbstbestimmung von Frauen ein.“
Die offene Frage „Kann beides gleichzeitig richtig sein?“ bildet den philosophischen Cliffhanger der Stunde und ermöglicht eine direkte Weiterarbeit in einer folgenden Doppelstunde.
vollständig ausgearbeitetenStundenverlaufsplan für 90 Minuten
Hinweise zur Durchführung der einzelnen Unterrichtsphasen
Filmimpulsmit Kontextualisierung und Hör-/Sehauftrag
Arbeitsblatt zur Analyse vonGgeld, Risiko und Entscheidungsmacht
Lösungsvorschlag
anspruchsvollenethischen Sachtext zur Leihmutterschaft
Aufgaben zur Rekonstruktion, Analyse, grafischen Darstellung und Stellungnahme
sprachsensibel differenzierteTafel-/Smartboardimpulse
philosophische Partnergespräche zur Begriffsklärung
dreiGrenzfälle zur kriteriengeleiteten Urteilsbildung
Positionierungslinie
Tafelbilder zur Sicherung
antizipierte Schüler*innenlösungen
Abschlussimpuls zum feministischen Spannungsfeld
didaktische Hinweise undKLP-Bezug
ausführliche Quellen- und Literaturhinweise
Hinweise zu Urheberrecht und Nutzung
Die Schüler*innen …
unterscheiden Freiwilligkeit, Selbstbestimmung, wirtschaftliche Abhängigkeit und Ausbeutung,
analysieren die Verteilung von Ggeld, Risiko und Entscheidungsmacht,
untersuchen den Einfluss von wirtschaftlichem Druck, struktureller Ungleichheit und Kommerzialisierung,
wenden ethische Kriterien auf konkrete Fälle an und begründen ihre Bewertung,
entwickeln Kriterien für selbstbestimmte Entscheidungen,
reflektieren die Spannung zwischen Autonomie und Schutz vor Ausbeutung.
Filmimpuls · Blitzpositionierung · Akteursanalyse · Sachtextanalyse · Partnergespräch · Begriffsarbeit · Fallanalyse · Positionierungslinie · Kriterienbildung · philosophisches Gespräch
Die Stunde verbindet damitTextkompetenz mit philosophischer Urteilsbildungund bietet zugleich mehrere kurze Gesprächs- und Aktivierungsphasen.
Die Materialien unterstützen heterogene Lerngruppen durch:
klar strukturierte Arbeitsaufträge,
Visualisierungen und Tafelbilder,
sprachliche Satzstarter für Partnergespräche,
schrittweise Begriffsbildung,
konkrete Fälle als Zugang zu abstrakten ethischen Fragen,
offene Aufgaben für leistungsstärkere Lernende,
antizipierte Ergebnisse zur Unterstützung der Lehrkraft.
Besonders die sprachsensible Variante der Begriffsarbeit bietet mit Formulierungen wie„Eine Entscheidung kann … und … sein, wenn …“Unterstützung beim philosophischen Argumentieren.
Fach:Praktische Philosophie
Jahrgang:10
Umfang:90 Minuten / 1 Doppelstunde
Fragenkreis:Natur, Kultur und Technik
Themen:Leihmutterschaft · Feminismus · Selbstbestimmung · Autonomie · Freiwilligkeit · Ausbeutung · wirtschaftliche Abhängigkeit · Kommerzialisierung · ethisches Urteilen
Die Doppelstunde kanneigenständigeingesetzt werden. Sie ist zugleich alsDoppelstunde 4einer umfangreicheren Unterrichtsreihe zum Thema Leihmutterschaft konzipiert.
Der ethische Sachtext wurde für den Unterricht didaktisch auf Grundlage der Studie„Birthing A Market: A Study on Commercial Surrogacy“derSama – Resource Group for Women and Health (2012)aufbereitet. Die Fallbeispiele und philosophischen Gesprächsimpulse sind didaktisch konstruiert. Das Material enthält eine ausführliche Quellen- und Literaturseite und kennzeichnet den historischen Kontext des verwendeten Filmmaterials transparent.
Praktische Philosophie · Philosophie · Ethik · Klasse 9/10 · Sekundarstufe I · Leihmutterschaft · Reproduktionsethik · Feminismus · Selbstbestimmung · Autonomie · Menschenwürde · Ausbeutung · ethische Urteilsbildung · kontroverse Themen
Bewertungen und Kommentare