Rechnen bis 20 wirkt einfach und ist es für viele Kinder trotzdem nicht

Ich dachte am Anfang auch immer, Zahlenraum bis 20 ist so ein Thema, das läuft irgendwie nebenbei. Das sind ja kleine Zahlen, das haben die doch schnell drin. Und dann sitzt du im Unterricht und merkst nach kurzer Zeit, dass das bei einigen Kindern einfach nicht so ist.

Da wird gezählt, aber nicht verstanden. Da werden Aufgaben irgendwie hingeschrieben, aber ohne dass klar ist, warum das jetzt stimmt. Und bei manchen kommt ziemlich schnell dieser Punkt, an dem sie einfach dichtmachen. Die fangen gar nicht erst richtig an oder machen irgendwas, Hauptsache es ist schnell vorbei.

Und das wirkt dann von außen oft wie keine Lust oder fehlende Konzentration, aber wenn man ein bisschen genauer hinschaut, merkt man ziemlich schnell, dass es eigentlich Unsicherheit ist.

Was mir irgendwann aufgefallen ist: Viele Kinder sehen Zahlen einfach nicht als etwas, das zusammengehört. Für die ist 8 + 2 nicht automatisch „10“, sondern einfach eine neue Aufgabe, die sie irgendwie lösen müssen. Und dann wird jede Aufgabe einzeln gedacht, anstatt dass sie anfangen, Muster zu erkennen.

Und genau da wird es anstrengend.

Weil dann brauchst du für jede Kleinigkeit wieder Energie, wieder Nachdenken, wieder ein neues Ansetzen. Und das hält kein Kind lange durch.

Ich habe irgendwann gemerkt, dass dieses klassische „mehr üben“ an der Stelle oft gar nicht so viel bringt. Wenn das Verständnis fehlt, bringt es nichts, einfach noch mehr Arbeitsblätter draufzulegen. Dann wird es eher noch frustrierender.

Was wirklich einen Unterschied gemacht hat, war, Rechnen anders aufzubauen. Also nicht nur hinschreiben und lösen, sondern wirklich Dinge sichtbar machen. Legen lassen, ausprobieren lassen, kombinieren lassen. Dass Kinder überhaupt erstmal merken, was da passiert.

Und da kommen diese spielerischen Sachen ins Spiel, die man ja oft so ein bisschen unterschätzt, weil sie nicht nach „richtiger Mathe“ aussehen.

Aber genau darüber passiert ganz viel.

Die Kinder sind plötzlich aktiver, sie probieren eher, sie reden miteinander, sie vergleichen. Und man merkt richtig, wie bei manchen so langsam ein Verständnis entsteht, das vorher einfach nicht da war.

Und das sind oft genau die Kinder, die im normalen Unterricht eher rausgehen oder sich zurückziehen.

Was ich dabei wichtig finde: Es muss im Alltag funktionieren. Ich habe keine Lust auf Materialien, die ich erst lange vorbereiten oder erklären muss und die dann nur in einer perfekten Stunde laufen. Das bringt mir nichts, wenn ich eigentlich mitten im Unterricht merke, dass es gerade nicht klappt.

Ich brauche Sachen, die ich einfach nehmen kann, kurz erklären und dann läuft es.

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Gerade im Zahlenraum bis 20 geht es ja nicht darum, einmal etwas zu verstehen und dann ist es gut, sondern darum, dass sich dieses Verständnis langsam festigt. Und dafür brauchen Kinder einfach unterschiedliche Zugänge und viele Wiederholungen, ohne dass es sich jedes Mal gleich anfühlt.

Ich habe mir dafür irgendwann ein paar Dinge zusammengestellt, die genau das abdecken. Also Spiele und kleine Übungen, die man flexibel einsetzen kann, wenn man merkt, dass es gerade wieder hakt. Ohne großen Aufwand, aber mit dem Effekt, dass Kinder wirklich anfangen, Zusammenhänge zu sehen.

Und das ist am Ende der Punkt, an dem sich etwas verändert. Nicht, weil plötzlich alles leicht ist, sondern weil es sich für die Kinder nicht mehr komplett unverständlich anfühlt.

Und genau dann bleiben sie auch eher dran.

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Tags: grundschule, mathematik, anfangsunterricht, zahlenraum 20, addition

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