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Diese Unterrichtseinheit für die gymnasiale Oberstufe untersucht das Märchen als literarische Form im Kontext der Literatur um 1800 und verfolgt seine Weiterentwicklung bis an die Schwelle der literarischen Moderne. Ausgangspunkt bilden Volksmärchen der Brüder Grimm, die im Horizont romantischer Kultur- und Literaturauffassungen gelesen werden. Darauf aufbauend rücken Kunstmärchen der Romantik und Neoromantik in den Fokus, in denen sich eine zunehmend reflektierte, poetisch verdichtete und zugleich problematisierte Auseinandersetzung mit der Gattung zeigt.
Anhand ausgewählter Texte von Jacob und Wilhelm Grimm, Bettina von Arnim und Hugo von Hofmannsthal analysieren die Schülerinnen und Schüler, wie literarische Texte auf zeitgenössische kulturelle und geistige Umbrüche reagieren, wie romantische Motive und Denkfiguren aufgegriffen, variiert oder gebrochen werden und wie sich das Verhältnis von Fantastik, Subjektivität und Wirklichkeitsdeutung verändert. Das Märchen erscheint dabei nicht als statische Form, sondern als Medium literarischer Selbstverständigung zwischen Tradition, ästhetischem Programm und literarischer Krise.
Die Einheit verbindet textnahe Analyse, epochenbezogene Einordnung und vergleichendes literaturwissenschaftliches Arbeiten mit offenen, aktivierenden Unterrichtsformen. Neben klassischen Analyseaufgaben kommen bewusst auch diskursive, kreative und mediengestützte Zugänge zum Einsatz, etwa durch strukturierte Diskussionen, Such- und Ordnungsaufgaben, visuelle Übersichten, arbeitsteilige Gruppenformate sowie den gezielten Einsatz kurzer Erklärvideos und digitaler Lernformate. So wird fachliche Vertiefung mit motivierendem, eigenständigem Arbeiten verbunden.
Zentrale Begriffe und Verfahren der literaturgeschichtlichen und gattungstheoretischen Analyse werden systematisch erarbeitet und angewendet, sodass die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeit zur eigenständigen Interpretation, Kontextualisierung und begründeten Deutung literarischer Texte gezielt erweitern. Die Materialien sind klar strukturiert, auf anspruchsvolle Kursarbeit ausgerichtet und eignen sich ausdrücklich auch zur inhaltlichen und methodischen Vorbereitung auf die Abiturprüfung, insbesondere im Themenfeld der Literatur um 1800 und ihrer Weiterwirkungen.
Die Einheit ist sowohl als geschlossene Unterrichtsreihe als auch modular einsetzbar.
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