Mit den Königsbuchstaben stolpern mehr Kinder, als man am Anfang denkt

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Ich merke das immer wieder im Unterricht, dass dieses Thema irgendwie so nebenbei läuft. Man macht die Vokale, dann kommen die Umlaute dazu, später die Zwielaute, und eigentlich denkt man, das passt schon.

Und dann sitzt da ein Kind und schreibt „Schain“ statt „Schein“ oder „Muta“ statt „Mutter“ und du merkst, okay, so sicher ist das doch nicht.

Und das ist auch nichts, was sofort auffällt. Das kommt eher schleichend.

Am Anfang sind es einzelne Wörter, dann häuft sich das und irgendwann hat man ein paar Kinder, die bei solchen Sachen einfach unsicher sind. Die gucken dann viel bei anderen ab oder schreiben irgendwas, weil sie selbst nicht genau hören, was richtig ist.

Und genau da liegt, glaube ich, das eigentliche Problem.

Nicht, dass sie die Buchstaben nicht kennen, sondern dass sie die Laute nicht sauber unterscheiden können.

Also dieses genaue Hinhören fehlt oft.

Ist das jetzt ein „ei“ oder ein „ie“?
Höre ich da einen Umlaut oder nicht?

Das klingt einfach, aber ist es für viele Kinder nicht.

Was ich irgendwann gemerkt habe:
Dieses „Wir üben das nochmal“ bringt an der Stelle oft nicht so viel.

Also klar, man kann Arbeitsblätter machen und Wörter schreiben lassen, aber wenn das Hören nicht sitzt, wird das eher so ein Raten oder Ausprobieren.

Und genau da hat sich bei mir der Blick ein bisschen verändert.

Ich bin weg von „noch mehr schreiben“ und eher hin zu „mehr hören, mehr vergleichen, mehr ausprobieren“.

Und da kommen solche Sachen wie Bingo ins Spiel, die man früher vielleicht eher so als Lückenfüller gesehen hat.

Ich hab das irgendwann einfach ausprobiert, eher so nebenbei, und war ehrlich gesagt überrascht, wie gut das funktioniert hat.

Die Kinder sind viel wacher dabei.

Die hören genauer hin, weil sie ja entscheiden müssen, ob das passt oder nicht. Und es ist nicht so ein „Ich schreibe jetzt die richtige Lösung auf“, sondern eher ein Mitdenken.

Und gerade die Kinder, die sonst eher unsicher sind, machen plötzlich viel mehr mit.

Weil sie nicht sofort das Gefühl haben, sie müssen perfekt sein.

Was ich daran im Alltag wirklich mag:
Es ist unkompliziert.

Ich kann das einfach einsetzen, wenn ich merke, dass es wieder anfängt zu wackeln. Ohne lange Vorbereitung, ohne dass ich den ganzen Unterricht umstellen muss.

Und genau solche Sachen braucht man ja eigentlich.

Nicht die eine perfekte Stunde, sondern Dinge, die man immer wieder rausholen kann, wenn man merkt, dass es irgendwo hakt.

Ich habe mir dafür irgendwann Materialien zusammengesucht, die genau dieses Hören und Unterscheiden immer wieder aufgreifen, ohne dass es langweilig wird.

Gerade bei den Königsbuchstaben macht das mehr aus, als man am Anfang denkt.

Weil es am Ende eben nicht darum geht, ob ein Kind die Regel kennt, sondern ob es wirklich hört, was es schreibt.

-> Hier gehts zum Material

Tags: deutsch, grundschule, silben, silbenkonige, silben schwingen, konigsbuchstaben

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