Warum positive Sätze im Klassenzimmer mehr verändern, als man denkt

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Es gibt Tage im Schulalltag, da merkt man ziemlich schnell, wie Kinder über sich selbst denken. Nicht, weil sie es direkt sagen, sondern eher nebenbei.

„Ich kann das eh nicht.“
„Das wird wieder falsch.“
„Ich bin darin einfach schlecht.“

Das sind oft keine großen Aussagen, sondern so Sätze, die einfach rauskommen. Und je öfter man sie hört, desto klarer wird, dass es gar nicht nur um die Aufgabe geht, sondern um das Bild, das Kinder von sich selbst haben.

Gerade in der Grundschule prägt sich das ziemlich schnell. Manche Kinder trauen sich wenig zu, geben schnell auf oder gehen erst gar nicht richtig in eine Aufgabe rein. Und dann entsteht so ein Kreislauf, der sich im Alltag immer wieder zeigt.

Was ich lange unterschätzt habe, ist, wie stark solche Gedanken den Unterricht beeinflussen. Nicht nur bei einzelnen Kindern, sondern im gesamten Klima. Wenn viele Kinder mit Unsicherheit in Aufgaben gehen, wird alles schwerer. Sie arbeiten weniger selbstständig, brauchen mehr Bestätigung und sind schneller frustriert.

Und genau da setzen positive Sätze im Klassenzimmer an.

Nicht im Sinne von „alles ist toll“, sondern eher als kleine Gegenstimme zu diesen negativen Gedanken. Etwas, das sichtbar ist, im Raum hängt und immer wieder auftaucht.

Am Anfang wirken solche Affirmationen oft unscheinbar. Ein Satz an der Wand verändert ja erstmal nichts direkt. Aber im Alltag passiert etwas anderes. Kinder lesen diese Sätze, greifen sie auf oder erinnern sich daran, oft genau in den Momenten, in denen es schwierig wird.

Ein Beispiel:
Ein Kind sitzt vor einer Aufgabe und kommt nicht weiter. Früher hätte es vielleicht gesagt „Ich kann das nicht“ und wäre ausgestiegen. Wenn aber im Raum immer wieder Sätze auftauchen wie „Ich darf Fehler machen“ oder „Ich probiere es nochmal“, verändert sich zumindest die Möglichkeit, anders damit umzugehen.

Das passiert nicht bei allen Kindern sofort und auch nicht jeden Tag. Aber es verändert die Richtung.

Wichtig ist dabei, dass die Sätze nicht wie Vorgaben wirken. Also nicht „Du musst jetzt positiv denken“, sondern eher wie Angebote. Etwas, das da ist, wenn ein Kind es braucht.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es hilft, diese Sätze immer wieder aufzugreifen. Nicht als Extra-Stunde, sondern einfach zwischendurch. Kurz darauf hinweisen, einen Satz gemeinsam lesen oder fragen, welcher gerade passen könnte.

So werden sie Teil des Alltags und nicht nur Deko an der Wand.

Gerade für Kinder, die schnell an sich zweifeln oder sich wenig zutrauen, kann das ein kleiner, aber wichtiger Unterschied sein. Nicht, weil damit alles sofort leichter wird, sondern weil sie Schritt für Schritt ein anderes Bild von sich entwickeln können.

Wenn du das Gefühl hast, dass solche Gedanken bei dir im Unterricht immer wieder auftauchen, kann es helfen, das sichtbar zu machen. Nicht kompliziert, sondern einfach und alltagstauglich.

Ich habe mir dafür irgendwann eine kleine Sammlung an Sätzen zusammengestellt, die genau in solchen Momenten unterstützen können. Nichts Großes, sondern eher etwas, das im Raum präsent ist und immer wieder genutzt werden kann.

-> Hier gehts zum Material

Tags: grundschule, soziales lernen, neurodivergenz, affirmationen, poster, positive affirmationen, positives denken, classroom management

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