13 Seiten
4 Seiten






Wer ist eigentlich Mutter – die Frau, von der die Eizelle stammt, die Frau, die das Kind austrägt, oder die Person, die dauerhaft Verantwortung für das Kind übernimmt?
Diese problemorientierte Doppelstunde für Praktische Philosophie in Jahrgang 10 nimmt diese zunächst einfach erscheinende Frage zum Ausgangspunkt. Die Lernenden entdecken, dass bei einer Leihmutterschaft genetische, austragende, soziale und rechtliche Elternschaft auseinanderfallen können.
Ausgehend von einem konkreten Fall differenzieren die Schüler*innen zunächst verschiedene Formen von Elternschaft. Anschließend erschließen sie mithilfe von Prozesskarten den reproduktionsmedizinischen Ablauf und unterscheiden traditionelle und gestationelle Leihmutterschaft.
Verschiedene Fallkonstellationen erweitern anschließend die Perspektive auf unterschiedliche Kinderwünsche und Familienkonstellationen. In einer Rechtsampel nehmen die Lernenden erste rechtliche Einschätzungen vor. Diese werden bewusst zunächst als Hypothesen behandelt und anschließend mithilfe eines Gesetzes-Checks überprüft. So erfahren die Schüler*innen exemplarisch, dass eine intuitive oder moralische Einschätzung nicht automatisch der geltenden Rechtslage entspricht.
Ein abschließendes Begriffsnetz verknüpft Kinderwunsch, Reproduktionsmedizin, Elternschaft, Recht und Selbstbestimmung und öffnet die philosophische Frage:
„Gibt es ein Recht auf ein genetisch verwandtes Kind?“
vollständigen Stundenverlaufsplan für 90 Minuten
didaktische Hinweise und KLP-Bezug
Fallimpuls „Wer ist die Mutter? Wer sind die Eltern?“
Think–Pair–Share-Arbeitsblatt zu vier Formen von Elternschaft
passenden Lösungsvorschlag
Prozesskarten zum reproduktionsmedizinischen Ablauf
Tafelbild zu traditioneller und gestationeller Leihmutterschaft
verschiedene Fallkarten zum Kinderwunsch
Vergleichsraster „Warum Leihmutterschaft?“ inklusive Lösungsvorschlag
Rechtsampel mit sechs Fallkonstellationen
Lösungsvorschlag zur Rechtsampel
Gesetzes-Ccheck zur deutschen Rechtslage
Gesetzesmaterial mit Differenzierung
Begriffsnetz zur abschließenden Sicherung
mögliches Tafelbild/Lösungsvorschlag
Quellen und weiterführende Literatur
Die Rechtsarbeit bezieht unter anderem das Embryonenschutzgesetz, das Adoptionsvermittlungsgesetz und § 1591 BGBein.
Die Schüler*innen …
unterscheiden genetische, austragende, soziale und rechtliche Elternschaft,
erklären grundlegende Zusammenhänge der Reproduktionsmedizin,
unterscheiden traditionelle und gestationelle Leihmutterschaft,
analysieren unterschiedliche Fallkonstellationen,
wenden ausgewählte gesetzliche Regelungen auf konkrete Fälle an,
überprüfen erste Urteile mithilfe von Quellen,
unterscheiden zunehmend zwischen moralischer Einschätzung und geltendem Recht,
entwickeln aus der Sachklärung eine weiterführende philosophische Fragestellung.
Geeignet für:
Praktische Philosophie / Philosophie / Ethik · Jahrgang 9–10 · Fragenkreis „Natur, Kultur und Technik“ · Reproduktionsmedizin · Familie und Elternschaft · Selbstbestimmung · Recht und Moral
Die Doppelstunde kann eigenständig eingesetzt oder als Teil einer Unterrichtsreihe zur Leihmutterschaft verwendet werden. In deiner Reihe bildet sie die sachlich-medizinische und rechtliche Grundlage für die spätere Auseinandersetzung mit Perspektiven der Beteiligten, Selbstbestimmung und Ausbeutung sowie Kinderrechten.
Bewertungen und Kommentare