Bald geht es wieder los. Damit ihr entspannt ins neue Schuljahr starten könnt, habe ich hier ein paar Methoden für den ersten Schultag zusammengetragen.

Methoden für neue Klassen
1) Das bin ich
Startet man in eine neue Klasse, sollte man sich zuerst selbst vorstellen. Dies kann zum Beispiel mit einer Liste an Wörtern und Dingen geschehen, die einen selbst irgendwie repräsentieren. Die Kinder müssen dann raten, was jedes einzelne Ding oder Wort darstellen soll.
Bei den ganz Kleinen setzt man am besten echte Gegenstände ein, welche die Kinder auch angreifen können. Da kommt dann vielleicht ein kleiner roter Bus hinein, weil man England liebt oder Englisch unterrichtet. Oder eine Hundeleine, weil man einen Hund hat.
Bei den älteren Kindern kann dann auch eine PowerPoint oder Zeichnungen und Wörter an der Tafel reichen. Auch hier kann man die Schwierigkeit anpassen. Bei Schüler*innen der Mittelstufe kann man vielleicht 1995 oder 27 aufschreiben, damit sie auf das Alter kommen, in der Oberstufe kann man aber zum Beispiel ein wichtiges Ereignis oder den Top Song der Charts auswählen, damit sie auf das Geburtsjahr kommen. Oder man zeigt die Flagge des Heimatlandes oder spielt sogar die Hymne vor. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Hier seht ihr die PowerPoint, welche ich letztes Jahr bei meinen 8ern eingesetzt habe.

Der Lautsprecher spielt die österreichische Nationalhymne ab. Das Bild mit dem Kopf steht für das Fach, welches ich momentan leider nicht unterrichten kann (Psychologie). Die Kleiderbügel symbolisieren meinen Studentenjob - Garderobiere in einem Veranstaltungszentrum. 95 ist mein Geburtsjahr und das letzte Bild zeigt Arkansas - da habe ich ein Jahr lang studiert.
Anschließend können die Kinder natürlich auch diese Methode verwenden, um sich selbst vorzustellen.
2) 3 interessante Fakten, die keiner weiß
Kennen sich die Kinder schon, aber man selbst kennt sie noch nicht, kann man jedes Kind bitten, drei interessante Dinge über sich auf ein Blatt Papier zu schreiben, von denen sie denken, dass sie niemand über sie weiß. Hier muss man ihnen ein paar Beispiele geben, sonst stehen auf den Blättern am Ende nur ihre Lieblingsfarben und ihr Lieblingsessen.
Einige Beispiele für interessante Dinge, welche Kinder schon aufgeschrieben haben:
Ich hasse Schokolade. Als Kind wollte ich Pfarrer werden. Ich habe Schuhgröße 40.
Dann sammelt man die Blätter ein und liest sie laut vor. Nun sollen die Kinder raten, zu welchem Kind diese drei Fakten gehören. So lernen die Kinder etwas über ihre Klassenkamerad*innen und die Lehrperson lernt die Kinder kennen.
Methoden für Klassen, welche ihr schon letztes Jahr unterrichtet habt
Hat man die Klasse schon letztes Jahr unterrichtet, ist es natürlich gut, wenn man auf lustige Art und Weise den Stoff des vergangenen Jahres wiederholt. Wer nicht immer nur Kahoot spielen will, für den habe ich hier meine fünf Lieblingsmethoden, um Stoff zu wiederholen:
1) Jeopardy
Jeopardy! (englisch für „Gefahr“) ist eine aus den USA stammende Fernseh-Quizshow nach einer Idee von Merv Griffin, dem Erfinder von Glücksrad.
Das Spielprinzip von Jeopardy besteht darin, dass es sich um ein umgekehrtes Quiz handelt. Es werden keine Antworten auf Fragen gesucht, sondern Antworten vorgegeben, zu denen die passende Frage formuliert werden muss. Gespielt wird an einer Ratewand, die in verschiedene Kategorien oder Wissensgebiete unterteilt ist. Jede Kategorie ist in Geldbeträge in aufsteigender Höhe aufgeteilt, die in der zweiten Runde verdoppelt werden. Kategorie und Geldbetrag können von den Kandidaten frei gewählt werden, mit dem Geldbetrag erhöht sich der Schwierigkeitsgrad innerhalb der Kategorie.
Ich lasse dazu die Kinder Teams bilden. Der Reihe nach dürfen sie sich dann eine Kategorie und eine Punktezahl aussuchen. In Philosophie könnten Kategorien zum Beispiel sein "Erkenntnistheorie" "Anthropologie" "Berühmte Philosoph*innen" etc. Die erste Gruppe würde dann zB sagen "Anthropologie 300". Dann kommt eine "Frage" wie zB " Dieser Bereich der Anthropologie beschäftigt sich mit der Frage, welcher Zusammenhang zwischen Körper und Geist besteht." und die "Antwort" wäre " Was ist das Leib-Seele-Problem?". Hat die Gruppe die Frage richtig beantwortet, bekommt sie 300 Punkte, wenn nicht, verlieren sie 300 Punkte und es darf ein anderes Team die Frage beantworten.
Eine tolle Website mit der man solche Spiele erstellen aber auch bereits erstellte Spiele durchsuchen kann, ist Jeopardy Labs.
2) Bingo
Ein Klassiker im Englischunterricht (aber auch für jedes andere Fach geeignet) ist das Find Someone Who Bingo. Hier habe ich 4x4 oder 5x5 Felder mit Sätzen wie "Finde jemanden, der dir den kategorischen Imperativ erklären kann". Dann gehen die Kinder herum und unterhalten sich, um herauszufinden, wer denn jetzt noch weiß, wie der kategorische Imperativ funktioniert. Ist jemand gefunden, schreibt man den Namen dieser Person in das Feld und zieht weiter, denn idealerweise steht jeder Name nur mindestens ein Mal am Blatt. Wer zuerst ein Bingo hat, hat gewonnen.
3) Tabu
Ein weiterer Klassiker des Sprachenunterrichts (aber ebensfalls für jedes Fach geeignet) ist Tabu. Ein oder mehrere Kinder setzen sich vor die Klasse aber mit dem Rücken zur Tafel. Dann schreibt man einen Begriff an die Tafel und die Klasse muss sie dem Kind oder den Kindern, welche vorne sitzen, erklären, bis diese den Begriff erraten.
4) Pub Quiz
Hin und wieder führe ich mit meinen Schüler*innen gerne ein Pub Quiz (aber ohne Pub) durch. Die Kinder sind in Teams, die Fragen sind schwieriger als sonst aber erratbar. Eine Frage ist bei mir zum Beispiel, welches Land die meisten englischsprachigen Muttersprachler*innen hat. Eine andere, welches Wort in der englischen Sprache am häufigsten vorkommt. Oder welcher Buchstabe. Alle Teams notieren ihre Antworten. Am Ende werden sie überprüft und das Team mit den meisten richtigen Antworten gewinnt.
Mein Pub Quiz zur englischsprachigen Welt findet ihr übrigens hier.
Mein philosophisches Pub Quiz findet ihr hier.
5) Himmel und Hölle
Vor allem bei den jüngeren Kids kommt Himmel und Hölle immer sehr gut an. Es ist ein bekanntes Fingerspiel, das bei Kindern sehr beliebt ist. Es wird aus einem quadratischen Blatt Papier gefaltet und in der klassischen Variante anschließend in den Farben Blau (für Himmel) und Rot (für Hölle) so angemalt, dass man, wenn man es öffnet – was über zwei Achsen möglich ist – entweder in den „Himmel“ oder in die „Hölle“ blickt. Man kann die Felder aber natürlich auch mit stofflichen Fragen befüllen.
Hier seht ihr zum Beispiel eine Variante, welche ich in Englisch verwende.

Wie startet ihr ins neue Schuljahr? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!
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