
Ruhe im Klassenraum, um den Lärmpegel zu senken. Diese 5 Sofort-Hilfen kannst du direkt umsetzen.
Zunächst einmal ist ein gewisser Lärmpegel im Klassenraum sehr subjektiv. Was für den einen schon viel zu laut ist, kann für den anderen noch sehr angenehm sein. Deshalb ist ein Wechsel zwischen aktiven und entspannten Phasen im Unterricht von großer Bedeutung.
Die Kunst, diesen Ausgleich im Klassenraum zu schaffen, fordert zunächst einmal die Erkenntnis, dass sich die Kinder oder die Lehrkraft von der Lautstärke gestört fühlen. Da es so individuell ist, gibt es kein Patentrezept, welches für alle gilt.
Aber es gibt 5 Schritte, die du gehen kannst, um den Schulalltag etwas entspannter zu gestalten.
Wenn du merkst, dass sich eine gewisse Unruhe im Klassenraum ausbreitet, dann unterbrichst du den Unterricht mit einem Klangzeichen oder einer alternativen Stopp-Methode. Dann legt sich jeder, auch du, beide Hände auf den Bauch. Wer mag, schließt die Augen.
Du sagst: Atme tief durch die Nase in den Bauch ein, bis der Bauch gegen die Hände drückt und atme ganz langsam wieder aus, dass sich der Bauch wieder senkt. (ca. 3-4 Sekunden einatmen und 3-4 Sekunden ausatmen)
Wiederhole das Ganze 5-10 Mal.
Danach kannst du sagen: Wir haben unseren Körper wieder mit reichlich Luft (Sauerstoff) versorgt und ganz viel ruhige Energie aufgetankt. Vielleicht magst du nochmal deinen Körper bitten, ganz ruhig zu werden, um noch Kraft für den restlichen Schultag zu haben. „Ich bin ganz ruhig und kann wieder energiegeladen ruhig weiterarbeiten.“
Ein achtsames Hörspiel, welches zur sofortigen Ruhe führt, ist das Spiel: „Wer hört die Nadel?“.
Dabei unterbrichst du die Situation und sagst: Wer hört die Nadel? Dabei lässt du zunächst Gegenstände auf den Tisch fallen, die eine hohe Lautstärke aufweisen, wie z.B. Anspitzer, Kugelschreiber oder Ähnliches, danach ein Radiergummi usw. bis es so leise geworden ist und jedes Kind eine Nadel auf den Tisch fallen hört. Mit geschlossenen Augen konzentrieren sich die Kinder umso mehr auf ihren Hörsinn.
Das kannst du an unterschiedlichen Orten im Raum machen. Ist das Spiel bekannt, kannst du durch Augenkontakt Kinder bitten, etwas auf den Tisch fallen zu lassen. So konzentrieren sie sich, wann sie an der Reihe sind und gleichzeitig müssen sie zuhören, wann ein anderes Kind etwas fallen lässt. Ihr könnt dann auch erraten, welche Gegenstände es waren.
Manchmal ist auch genau der Lärm, das Tanzen, und Ausschütteln des Körpers genau das, was die Kinder in einem „lauten“ Moment brauchen. Einfach alles abschütteln. Drehe dazu die Musik ganz laut und sage, wir tanzen und schütteln uns jetzt ganz frei, bis unsere ganze Energie abgeschüttelt wird und wir wieder zur Ruhe kommen können.
Dabei lässt du ein schnelles Lied laufen und die Kinder stehen auf, können ihren ganzen Körper bewegen, mal hüpfen, die Arme und Beine schütteln, mit den Hüften kreisen, die Hände auf den Boden bringen, sich drehen, verbiegen und so weiter. Einfach das, worauf der Körper gerade Lust hat. Nach wenigen Minuten sind die ersten schon aus der Puste. Manchmal herrscht nach so einem Bewegungsinput auch wieder Unruhe, wenn Kinder wenig Bewegung im Schulalltag kennen, die aber sehr schnell wieder verblasst, sobald der Atem wieder ruhiger wird und sich die Kinder wieder entspannen können.
Deshalb ist es wichtig, immer wieder Bewegung im Schulalltag zu integrieren, damit es für Kinder selbstverständlich wird, den Körper zwischendurch zu bewegen, um sich anschließend wieder konzentrieren zu können.
Nach einer aktiven Bewegungsphase, nach dem Sport oder nach der Pause eignen sich Fantasiereisen oder Traumreisen gut, damit der Körper und der Geist völlig abschalten und loslassen können. Die Kinder können ihre Stirn oder ihr Ohr auf ihren Arm auf dem Tisch legen und der Geschichte zuhören.
Bei mir findest du unterschiedliche Fantasiereisen und verschiedenen Themen.
Achtsamkeit im Schulalltag führt dazu, dass Kinder sich selbst und den gegenwärtigen Moment wieder wahrnehmen, Anspannungen, Sorgen und Ängste loslassen und sich auf das Wahrnehmen und Beobachten konzentrieren.
Du unterbrichst den Unterricht und sagst, wir spielen jetzt das 5-4-3-2-1 Spiel.
Dann denkt jeder für sich
an 5 Dinge, die er gerade sehen kann,
an 4 Dinge, die er fühlen kann,
an 3 Dinge, die er hören kann,
an 2 Dinge, die er riechen kann,
und an 1 Sache, die er schmecken kann/könnte.
Diese 5 Sofort-Maßnahmen helfen, jedoch nur kurzfristig. Besser ist es, langfristig dagegen etwas zu tun.
Wenn du ganzheitlich Yoga in den Unterricht integrierst, regelmäßig Atemübungen durchführst, Yogaübungen als Bewegungseinheit einsetzt, verschiedene Entspannungsmethoden ausprobierst, kurze Achtsamkeits- und Meditationsübungen praktizierst und mit den Kindern über positives Denken sprichst, stärkst du sie von Innen und sie werden resistenter gegen Stress, Anspannungen, Lärm usw.
Die Regelmäßigkeit und ständige kurze Wiederholungen sind der Schlüssel für entspannten Unterricht. Ja, es erfordert eine Umstellung, aber auf langer Sicht erreichst du wirkungsvolle Erfolge. Vermutlich wirst du dann sagen, warum du das nicht schon eher probiert hast.
Interessiert es dich, was ich alles im Unterricht geändert habe, dass die Kinder entspannter waren, es insgesamt viel ruhiger im Klassenraum war, die Kinder konzentrierter gearbeitet haben und Unterrichtsstörungen verringert wurden?
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