Während der Corona-Krise werden die Versäumnisse der letzten Jahre in Sachen Digitalisierung der Schulen sehr deutlich. Sehr viele Bildungseinrichtungen (die meisten?) haben noch keine eigene Lernplattform. Bei externen Anbietern sind Fragen des Datenschutzes zu berücksichtigen. Tägliche oder wöchentliche eMails an die Eltern lassen deren Posteingänge überlaufen. Eine einfach und kurzfristig umzusetzende Möglichkeit stellt die Nutzung der „digitalen Pinnwand“ Padlet dar.
Padlet ist eine "digitale Pinnwand". Sie dient dem Austausch von Informationen. Padlet kann an einem PC aufgerufen werden oder mit der entsprechenden App für iOS- oder Android-Smartphones und Tablets.
In der nicht-bezahlten Variante kannst du unter deinem Account bis zu drei Pinnwände erzeugen. Pinnwände für mehr Klassen und Kurse können gegen eine monatliche Gebühr erworben werden. Die Erstellung von Padlets (Pinnwänden) ist dann kinderleicht. Schnell sind Arbeitsaufträge geschrieben, Lernvideos und Arbeitsblätter verlinkt. Um den Schüler*innen Zugriff auf deine eigenen Arbeitsblätter zu geben, lege sie bei Cloud-Services wie ≫ Dropbox ab und erzeuge einen Download-Link.

Ja. Und das Beste daran ist, dass eine Registrierung deiner Schüler*innen dazu nicht notwendig ist. Du kannst deinen Lernenden einfach einen Link oder QR-Code zur Verfügung stellen, über den ein Zugriff einfach möglich ist. Nach dem Starten der App können die Schüler*innen nach einem Klick auf "Continue As Guest" entweder einen Link eingeben oder den generierten QR-Code einscannen. Mit den richigen Einstellungen deiner Padlets kann jeder mit diesem Link eigene Inhalte erstellen, Beiträge kommentieren und mit „Gefällt mir“ markieren.
Auf diese Weise können z.B. über das Smartphone Fotos von zuhause bearbeiteten Aufgaben eingestellt werden und ermöglichen der Lehrperson ein direktes Feedback zu geben. Auch der Austausch unter deinen Schüler*innen und gegenseitige Hilfe ist so möglich. Fast so, als wäre man im Klassenzimmer zusammen.

Dadurch, dass eine Registrierung der Schüler*innen nicht notwendig ist, dürfte für die meisten Menschen dem Datenschutz genüge getan sein. An manchen Schulen ist aber auch die Nutzung dieser einfachen und für die Schüler*innen intuitiven Möglichkeit untersagt, da europäische DSGVO-Konformität bei dem amerikanischen Anbieter nicht gegeben ist, IP-Adressen geloggt und prinzipiell mit den von den Schüler*innen eingestellten Inhalten verknüpft werden. Bei Nutzung der App möglicherweise auch mit Bewegungsdaten.
Das widerspricht jedoch z.B. der Empfehlung verschiedener Bildungseinrichtungen von Padlet zur Begleitung im regulären Unterricht als auch der Verwendung durch und Empfehlung des Einsatzes als digitalem Tool in zahlreichen Lehrerseminaren.
Daher ist wohl im Einzelfall vor der Nutzung von Padlet die Rücksprache mit der Schulleitung anzuraten.
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