Was Kinder am Ende des Schultages oft nicht sagen können – und warum genau da ein Ansatzpunkt liegt

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Manchmal frage ich Kinder am Ende des Tages oder Ende der Woche, wie es gelaufen ist, und bekomme Antworten, mit denen ich erstmal nicht viel anfangen kann.

„Gut.“
„Weiß nicht.“
„Alles normal.“

Und gleichzeitig weiß ich genau, dass es nicht einfach nur „normal“ war. Dass es Situationen gab, die schwierig waren, kleine Konflikte, Momente, in denen jemand ausgestiegen ist oder genervt reagiert hat. Dinge, die im Alltag untergehen, aber trotzdem da sind.

Was mir dabei immer wieder auffällt, ist, dass viele Kinder gar keinen richtigen Zugriff darauf haben, was da eigentlich passiert ist. Nicht, weil sie es nicht wollen, sondern weil sie es schlicht nicht greifen können.

Der Tag läuft durch, eine Situation folgt auf die nächste, und zwischendurch ist kaum Raum, einmal innezuhalten und sich selbst wahrzunehmen. Und wenn dieser Moment fehlt, dann bleibt am Ende oft nur dieses Gefühl von „war halt so“, ohne dass klar ist, was eigentlich gut gelaufen ist und wo es schwierig wurde.

Ich habe irgendwann gemerkt, dass genau dieser Schritt im Schulalltag oft zu kurz kommt.

Wir reagieren auf Verhalten, wir klären Dinge, wir sprechen über Konflikte, aber wir nehmen uns selten bewusst Zeit dafür, mit den Kindern gemeinsam auf ihren Tag zurückzuschauen, ohne dass direkt etwas bewertet oder gelöst werden muss.

Dabei ist genau das die Grundlage dafür, dass Kinder überhaupt anfangen können, sich selbst besser zu verstehen.

Was sich verändert, wenn man diesen Moment bewusst einbaut, ist gar nicht sofort sichtbar, aber nach und nach spürbar.

Die Kinder fangen an, genauer hinzuschauen. Erst noch vorsichtig, oft auch eher allgemein, aber mit der Zeit werden ihre Aussagen konkreter. Aus „war gut“ wird irgendwann „ich habe heute besser mitgemacht“ oder „ich war zwischendurch genervt“.

Das sind keine großen Durchbrüche, aber es sind genau die kleinen Schritte, die zeigen, dass ein Kind beginnt, sich selbst wahrzunehmen.

Gerade bei Kindern, die immer wieder in ähnliche Situationen geraten, merkt man schnell, wie wichtig dieser Blick auf den eigenen Tag ist.

Wenn sie nur Rückmeldungen von außen bekommen, bleibt vieles diffus. Wenn sie aber anfangen, selbst zu beschreiben, was bei ihnen passiert ist, entsteht nach und nach ein anderes Verständnis.

Nicht im Sinne von „ich muss mich besser verhalten“, sondern eher in Richtung „ich merke, was bei mir los ist“.

Und das ist eine ganz andere Ausgangslage.

Ich habe mir dafür ein Schultagebuch aufgebaut, das genau diesen Moment fest im Alltag verankert.

Nicht als zusätzliche Aufgabe, die man irgendwie noch unterbringen muss, sondern als ruhiger Abschluss, der sich wiederholt und dadurch erst Wirkung entfaltet. Die Fragen sind bewusst einfach gehalten, damit die Kinder nicht überlegen müssen, was „richtig“ ist, sondern eher dazu kommen, ehrlich auf ihren Tag zu schauen.

Es geht dabei nicht darum, perfekte Antworten zu geben, sondern überhaupt erstmal ins Nachdenken zu kommen.

Was ich daran wirklich schätze, ist, dass sich dadurch auch die Dynamik in der Klasse verändert.

Nicht von heute auf morgen, aber Schritt für Schritt. Die Kinder hören sich gegenseitig anders zu, manche Dinge werden schneller eingeordnet, und es entsteht mehr Verständnis dafür, dass Verhalten nicht einfach so passiert.

Und gleichzeitig bekomme ich als Lehrkraft einen ganz anderen Einblick in das, was bei den Kindern eigentlich los ist.

Ich würde nicht sagen, dass damit alle Probleme gelöst sind.

Aber es ist ein Zugang, der oft fehlt, weil er im Alltag leicht untergeht.

Wenn du das Gefühl hast, dass Kinder vieles mitnehmen, ohne es wirklich zu verarbeiten, oder immer wieder in ähnliche Situationen kommen, ohne selbst benennen zu können, warum, dann kann genau dieser kurze Moment am Ende des Tages ein Anfang sein.

Ich arbeite dafür mit einem Schultagebuch, das ich so aufgebaut habe, dass es sich unkompliziert einsetzen lässt und sich gut in den Alltag integrieren lässt. Wenn du dir anschauen möchtest, hier kommst du zum Material -> Schultagebuch

Tags: grundschule, adhs, autismus, classroom management, reflexion, selbstreflexion

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