Warum sich schwierige Situationen im Unterricht ständig wiederholen

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Es gibt diese Momente im Unterricht, die man eigentlich schon kennt, bevor sie richtig beginnen. Nicht immer sofort, aber so ein Gefühl stellt sich ein. Du siehst die Situation, den Übergang oder die Aufgabe und merkst innerlich schon, dass es gleich wieder schwierig werden könnte.

Und oft ist es dann auch genau so.

Was daran auf Dauer so anstrengend ist, ist gar nicht die einzelne Situation. Es ist dieses Wiederholen. Man spricht Dinge an, reagiert ruhig, passt vielleicht etwas an und trotzdem steht man kurze Zeit später wieder an genau dem gleichen Punkt. Gerade im Umgang mit herausforderndem Verhalten in der Grundschule kann das unglaublich viel Energie kosten.

Viele dieser Situationen wirken im ersten Moment wie einzelne Störungen im Unterricht. Ein Kind arbeitet nicht mit, ein anderes lenkt ständig ab, jemand reagiert schnell frustriert oder zieht sich komplett zurück. Wenn man nur auf den Moment schaut, versucht man vor allem, die Situation irgendwie zu lösen.

Was dabei oft untergeht, ist die Frage, warum sich genau diese Situationen immer wiederholen.

Erst wenn man anfängt, genauer hinzuschauen, wird sichtbar, dass Verhalten selten zufällig ist. Häufig gibt es bestimmte Auslöser oder Abläufe, die sich ähneln. Es kann mit Übergängen zu tun haben, mit offenen Aufgaben, mit Unsicherheit oder auch mit Überforderung. Manchmal ist es auch einfach das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit oder Struktur.

Das Problem ist nur, dass im Schulalltag kaum Zeit bleibt, das in Ruhe zu beobachten. Man reagiert, macht weiter und ist schon in der nächsten Situation.

Mir hat irgendwann geholfen, diesen Schritt bewusst einzubauen. Also nicht nur zu überlegen, was ich jetzt mache, sondern mir anzuschauen, was eigentlich immer wieder passiert. In welchen Momenten wird es schwierig. Was passiert direkt davor. Und ob es vielleicht ein Muster gibt.

Das verändert den Blick ziemlich schnell.

Ein Kind, das vorher einfach „stört“, wird plötzlich nachvollziehbarer. Man erkennt, dass es vielleicht immer dann unruhig wird, wenn der Einstieg fehlt oder wenn es nicht genau weiß, was zu tun ist. Oder dass Rückzug oft gar kein Desinteresse ist, sondern eher ein Zeichen von Unsicherheit.

Und genau da entsteht ein Unterschied im Umgang damit.

Wenn klarer wird, was hinter dem Verhalten steckt, reagiert man automatisch anders. Ruhiger, gezielter und weniger aus dem Moment heraus. Man probiert Dinge bewusster aus und merkt auch schneller, was tatsächlich hilft und was nicht.

Das nimmt im Alltag unglaublich viel Druck raus. Nicht, weil plötzlich alles funktioniert, sondern weil man nicht mehr jedes Mal bei null anfängt.

Was dabei wirklich unterstützt, ist eine einfache Struktur. Etwas, das einem hilft, Situationen festzuhalten, Muster zu erkennen und kleine Veränderungen gezielt auszuprobieren. Nichts Aufwendiges, sondern etwas, das sich in den Alltag einbauen lässt.

Gerade wenn man häufiger mit den gleichen Kindern in ähnlichen Situationen steckt, kann genau das den Unterschied machen. Man kommt raus aus diesem ständigen Reagieren und entwickelt Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Umgang mit schwierigen Schülern.

Ich habe mir solche Abläufe irgendwann selbst zusammengestellt, weil mir genau das gefehlt hat. Eine Orientierung, die mir hilft, Situationen besser einzuordnen und nicht immer wieder von vorne anzufangen.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem es nicht noch eine neue Idee braucht, sondern eher ein klareres Verständnis dafür, was sich eigentlich die ganze Zeit wiederholt.

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Tags: grundschule, herausforderndes verhalten, adhs, autismus, soziales lernen, soziale emotionale entwicklung, calssroom management, verhalten, lehrergesundheit

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Autor SozPädFö - Förderfreude bietet 53 Materialien für Fachübergreifendes, Mathematik und 5 weitere Fächer an - zum Beispiel:

Kommentare und Fragen von anderen Nutzern
Loia Baloia
26. Mai 2026
Das tut schon beim Lesen gut! Dieses Gefühl, im ständigen Reaktionsmodus zu sein, kennen wir wahrscheinlich alle aus der Grundschule. Der Wechsel von 'Warum stört das Kind?' zu 'Was braucht das Kind in diesem Moment?' verändert einfach alles. Was ist deiner Erfahrung nach der häufigste Auslöser, der in diesen Mustern immer wieder auftaucht?
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