Dieter Volk - Deutsch
Unterrichtsreihen......
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Pensionierter Lehrer
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52 Seiten
67 Seiten



In vorausgegangenen Klassen haben die Schüler Fabeln behandelt und so ein Grundverständnis für parabolische Texte entwickelt. In Klasse 10 soll nun die Beschäftigung mit diesen Texten ihren Abschluss finden. In der nachfolgend dargestellten Unterrichtsreihe wird verstärkt darauf hingewiesen, dass parabolische Texte oft gesellschaftskritisch sind, bestehenden Gesellschaftssystemen Widerstand entgegensetzen, in jedem Fall aber zum Überdenken von Einstellungen und Einschätzungen, evtl. dann auch zu Veränderungen von Haltungen und Handlungen führen sollen. Ganz besonders soll hier dann nochmals herausgestellt werden, dass häufig die vielschichtige Wirklichkeit bewusst auf ein überschaubares Modell reduziert wird, um die Beurteilung dieser Wirklichkeit zu erleichtern, und dass die den Leser bzw. den Adressaten des Textes umgebende Wirklichkeit ihm/ihnen durch die Bildrede verfremdet wird/werden, um auf diese Weise einen Lern-, Erkenntnis- oder Umdenkungsprozess einzuleiten. Während die Schüler bisher immer wieder unter besonderer Anleitung versuchen sollten, selbst einmal kleinere Fabeltexte zu verfassen, haben sich die Schwerpunkte doch mehr auf die Reflexion dieser Texte verlagert. Wesentliche Ziele sind jetzt, Autorintentionen zu ermitteln, die Art ihrer Verwirklichung zu diskutieren und die Ergebnisse der Erschließungsarbeit in schriftlicher Form darzustellen. In der Unterrichtsreihe „Textanalyse“ ist ein spezielles Analyseschema für Fabeln vorgestellt. Dieses Schema könnte in dieser Reihe seine konkrete Anwendung finden. Falls ein solches Schema noch nicht erarbeitet wurde, sollte es im Rahmen dieser Reihe jedoch erstellt werden. Ohne solche Richtlinien finden die Schüler keine Orientierung für das eigene Arbeiten.
Klassenstufen: 10. Klasse
Ziel dieser Unterrichtsreihe ist es, die Arbeit an der Schaffung einer Basis abzuschließen. Natürlich soll das in Klasse 5 Erarbeitete und Erkannte an weiteren Texten überprüft und vertieft werden. So wird deutlicher als bisher herausgestellt werden müssen, dass bei Fabeln zu einer Bildhälfte auch eine korrespondierende Sachhälfte gehört; zudem soll hier die Grundlage für die Erkenntnis gefestigt werden, dass mit dem Bild eine private, gesellschaftliche oder auch politische Wirklichkeit gemeint sein kann, dass oftmals Missstände in der Wirklichkeit angeprangert werden und dass Fabelautoren deutliche Hinweise geben, wie Probleme gelöst werden könnten. Darüber hinaus aber sollen jetzt für ein subtileres Verständnis parabolischer Texte weitere Einblicke ermöglicht werden: Die Schüler sollten erkennen, dass die Handlungsträger in Fabeln weitgehend beliebig gewählt werden können, vorausgesetzt natürlich, die Entscheidung für eine Figur widerspricht nicht eklatant jeglichen Regeln der "Vernunft". Auch müssen nicht immer Tiere Rollen übernehmen; es können auch Menschen, ja sogar Gegenstände sein, denen ein Autor "Handlungskompetenz" erteilt. Erfahren sollen die Schüler auch, dass manchmal von unterschiedlichen Autoren bewusst identische Ausgangssituationen und ebenso bewusst dieselben Akteure gewählt werden, um dann aber gänzlich andere Lösungen vorzuschlagen. Erkannt werden sollte auch, dass die Form der Texte recht unterschiedlich sein kann: Einige Fabeln beschränken sich auf wenige Kernsätze, andere bevorzugen eine besondere epische Breite, wieder andere sind gereimt oder fast völlig dialogisiert. In dieser Reihe wird besonderer Wert darauf gelegt, die Schüler über eine handlungsorientierte Vorgehensweise die zuvor genannten Spezifika erkennen zu lassen.
Klassenstufen: 7. Klasse
In dieser Unterrichtssequenz zum Thema "Fabeln" lernen die Schüler*innen Äsop als "Vater der Fabel" kennen. Die Behandlung dieser Thematik in einer Klasse 8 ist möglich, wenn in vorausgegangen Schuljahren ein Grundverständnis für Fabeln erzielt worden war (siehe parabolische Texte I und II). Im Mittelpunkt dieser Unterrichtsequenz steht hauptsächlich die Bewusstmachung einer engen Beziehung von Fabel und des ihr entsprechenden aktuellen Ereignisses. Zudem ist es natürlich auch Ziel, Äsop als „Vater der Fabel“ vorzustellen. In ganz seltenen Fällen ist das reale Geschehen, aus dem heraus eine Fabel gesprochen wurde, bekannt. So ist es sicherlich auch bei Äsop. Doch lassen die wenigen biographischen, gewiss auch unsicheren Angaben über Äsop in etwa eine Skizzierung seines Lebens zu. Möglich (aber ähnlich ungewiss) ist die Zuordnung von Fabeln zu Äsop und ganz besonders schwierig ihre Zuordnung zu bestimmten Situationen seines Lebens. Trotz all dieser Ungewissheiten ist hier nun der Versuch unternommen, einige Fabeln auf ihre (mögliche) ursprüngliche Entsprechung zur Biographie ihres Autors zurückzuführen.
Klassenstufen: 8. Klasse
Das in den beiden vorausgegangenen Erzählreihen in Klasse 5 erworbene Wissen soll natürlich weiter vertieft werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier allerdings auf der Förderung der Fähigkeit zu intensiverer Analyse der Vorgaben zum Herstellen einer Erzählung. Aus ihnen sollen die möglichen/ wahrscheinlichen oder auch logischen Handlungsfolgen erschlossen werden. Insofern fungiert diese Unterrichtsreihe auch schon als recht gezielte Vorbereitung der Arbeit an der Quelle einer Erzählung/ am Erzählkern (Eine erste Unterrichtsreihe, die sich mit der Ausgestaltung solcher Erzählkerne beschäftigt, wird in Klasse 8 dargestellt). In Klasse 5 hatten die Schüler in der Unterrichtsreihe „Weitererzählen I“ einen etwas größeren Gestaltungsspielraum, der sich daraus ergab, dass nur ein kurzer Anfang einer möglichen Erzählung vorgegeben wurde und so der Raum für Spekulationen doch offener blieb. Durch weitere Vorgaben (u.a. Zusatzinformationen, einzelne Erzählpassagen, situative Einbettungen) wird der Freiraum natürlich etwas eingeengt. Eine solche Einschränkung ist auch gewollt, da es weniger das Ziel dieser Reihe ist, Inhalte zu erfinden als sie herauszufinden und zu gestalten.
Klassenstufen: 6. Klasse
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