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Ein wesentliches Ziel dieser Unterrichtsreihe, die vor etwa fünf Jahren gegen Schuljahresende in einer Klasse 9 begonnen und dann nach den Sommerferien in dieser Klasse (dann Klasse 10) weitergeführt worden war, war es, mit den Schülern die Kalendergeschichte „Der Augsburger Kreidekreis“ in ein szenisches Spiel umzugestalten. Da der Zeitraum des in dieser Erzählung Dargestellten doch recht groß ist, ergab sich von daher schon die Notwendigkeit, einige Schwerpunktszenen/Schlüsselszenen auszuwählen und die Zuschauer über die Geschehnisse, die sich zwischen diesen Szenen ereignen, in anderen Formen in Kenntnis zu setzen. Die Schüler entschieden sich damals dazu, Teile von Brechts epischem Text mit in ihr Stück wörtlich zu übernehmen oder, wenn der Text zu umfangreich wurde, ihn in gekürzter oder zusammengefasster Form zwischen den Szenen vorzulesen. Natürlich ging es hier nicht darum, auf diese Weise Brechts Vorstellungen von epischem Theater umzusetzen; dazu gehört sicherlich mehr. Dennoch war der Effekt dieser Kombination zwischen szenischem Spiel und epischem Text durchaus eindrucksvoll und könnte gewiss ein Grundverständnis für episches Theater vorbereiten – wenn dies in Folgejahren vielleicht einmal Gegenstand von Unterricht werden sollte/könnte. Bevor die Arbeit mit der Kalendergeschichte begonnen wurde, hatten die Schüler im Rahmen einer Unterrichtsreihe zu Vorstufen einer Textinterpretation (siehe auch Unterrichtsreihe „Textanalyse“ in Klasse 10) einige Brecht Gedichte besprochen. In dieser Reihe sollte, nachdem die Gedichte im Unterricht behandelt worden waren, über „situative Einbettungen“ schrittweise zu einem Analyse- oder Interpretationssystem hingeführt werden. Offensichtlich ist es auch dieser vorausgegangenen Unterrichtsreihe zu verdanken, dass die Schüler mit großem Engagement die szenische Gestaltung der Kalendergeschichte betrieben. Da die Behandlung der Brecht – Gedichte die zuvor genannte Wirkung verursachte, soll zumindest in groben Zügen nachfolgend dargestellt werden, wie und mit welchem Ergebnis gearbeitet worden war. Es erscheint durchaus sinnvoll, der eigentlichen Unterrichtsreihe also eine Phase voranzustellen, in der einige dieser Gedichte behandelt werden. In der zuvor erwähnten Reihe zeigten die Schüler nach der Gedichtbehandlung auffallendes Interesse, mehr über den Autor solch ungewöhnlicher Texte zu erfahren. Hier konnte der Wunsch nach Informationen über den Autor genutzt werden, nähere Auskünfte über sein Leben zu geben. Die Erstellung einer Kurzbiographie war eine sinnvolle Aufgabe, da sie sich aus dem Bedürfnis der Schüler ergibt, mehr über den Autor zu erfahren.
Die nachfolgend dargestellte Unterrichtsreihe „Der Augsburger Kreidekreis“ gliedert sich somit in vier Sequenzen von unterschiedlichem Umfang:
I. Behandlung von ausgewählten Brecht-Gedichten
II. Erstellung einer Kurzbiographie Brechts
III. Phasen der unterrichtlichen Erschließungsarbeit der Kalendergeschichte
IV. Das szenische Spiel
In allen Phasen der Unterrichtsreihe bieten sich ausreichend Gelegenheiten zu Leistungsüberprüfungen/Klassenarbeiten (z.B. Gedichtsinterpretationen, inhaltliche Zusammenfassungen, Erfüllung textbezogener Untersuchungsaufträge, Ausgestaltung von Szenen); bei einer solchen recht zeitaufwendigen Reihe ist es schon wichtig, dass aus ihr sich auch Möglichkeiten zur Benotung von Fähigkeiten ergeben, die sich nicht nur auf die Ausgestaltungsarbeit szenischer Texte beschränken. Entsprechende Beispiele sind angeführt und Ergebnisse durch Schülerarbeiten dokumentiert. Die Erschließungsarbeit des epischen Textes bildet natürlich über mehrere Stunden hin die Schwerpunkte der Reihe. Schon wie in der Unterrichtsreihe zu szenisch-dialogischen Texten in Klasse 9 (Priestley, Ein Inspektor kommt) wurde auch hier besonders darauf geachtet, dass viele der im Unterricht erstellten Texte (u.a. Hausaufgaben, Ergebnisse von Gruppenarbeiten) für die szenische Gestaltung verwendet werden konnten.
Dieser Themenbereich bietet ein umfassendes Materialpaket, das aufeinander aufbauende Kapitel rund um das Thema "szenisch-dialogische Texte" für die Klassenstufen 5 bis 10 liefert.
Klassenstufen: 6. Klasse, 8-10. Klasse
In dem Klassenstufenprogramm für die Klasse 10 sind folgende Schwerpunkte enthalten: Berichten V: Präsentieren von eigenen Untersuchungsergebnissen: Diese Unterrichtsreihe unterscheidet sich von der in Klasse 9 hauptsächlich darin, dass auf „klärendes Informationsmaterial“ hier verzichtet wird und die Schüler*innen selbst Untersuchungen anstellen müssen, um dann die Ergebnisse ihrer Untersuchungen einer Zuhörer- oder Leserschaft zu übermitteln. Textanalyse: In dieser Unterrichtsreihe nähern sich die Schüler*innen einem Text mit „erschließenden“ Fragen und ermitteln die Absichten der Verfasser. Es spricht nichts dagegen, neben der Analyse von literarischen Texten, Textabschnitten (Romananfängen) auch Texte aus dem expositorischen Bereich (z.B. Konsumentenwerbung) zum Gegenstand einer Analyse – auch in Form einer Klassenarbeit – zu machen. Argumentieren IV: In dieser Unterrichtsreihe bilden die Schüler*innen ihre Argumentationsfähigkeit weiter aus, indem sie nun gezielt Zitate in ihren Ausführungen einsetzen. Freie Themen: Nachdem die Schüler*innen sich über Jahre hin ein Repertoire an Formen, in denen Sachverhalte behandelt werden können, angeeignet haben, sollten sie hier die Gelegenheit erhalten, einmal frei darüber zu verfügen. Vorgegeben werden einige Themenbereiche zur Wahl. Fabeln IV: In Klasse 10 soll die Auseinandersetzung mit Fabeln/parabolischen Texten nun einen Abschluss finden. Ein ganz besonderer Wert wird darauf gelegt, die Schüler*innen darauf aufmerksam zu machen, dass parabolische Texte die vielschichtige Wirklichkeit deutlicher begreifbar und beurteilbarer machen (wollen). Szenisch-dialogische Texte IV (B.Brecht: Der Augsburger Kreidekreis): Ein wesentliches Ziel dieser Unterrichtsreihe ist es, mit den Schüler*innen die Kalendergeschichte „Der Augsburger Kreidekreis“ in ein szenisches Spiel umzusetzen. Bevor die Erzählung selbst und ihre szenische Ausgestaltung zum Mittelpunkt des Unterrichtes werden, wird zunächst versucht, über die Behandlung einiger ausgewählter Gedichte und über die Erarbeitung einer Kurzbiographie eine Annäherung an Brecht zu erreichen.
Klassenstufen: 10. Klasse
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