
Zum heutigen Welttag der mentalen Gesundheit (10.10.) habe ich über meine eigenen Erfahrungen nachgedacht, insbesondere in Bezug auf Schülerinnen von mir, die mit Panikstörungen kämpfen. In den letzten Monaten habe ich mehrmals miterlebt, wie sie von Panikattacken überwältigt wurden, eine Situation, die mich nachhaltig geprägt hat. Die erste Begegnung mit einer solchen Panikattacke ließ mich hilflos zurück; ich wollte unterstützen, wusste aber nicht, wie. Im Laufe der Zeit habe ich intensiv mit den betroffenen Schülerinnen gesprochen und auch Ressourcen wie unsere Schulpsychologin konsultiert, was mir geholfen hat, angemessener zu reagieren. Obwohl jede Person und jede Panikattacke einzigartig ist, wollte ich einige allgemeine Ratschläge teilen, die mir geholfen haben, besser mit diesen herausfordernden Momenten umzugehen. Vielleicht sind diese Tipps auch für euch hilfreich, falls ihr jemals in eine ähnliche Situation geraten solltet.
Was ist eine Panikattacke?
Eine Panikattacke ist ein plötzlicher und intensiver Ausbruch von Angst und Furcht, der häufig ohne ersichtlichen Grund auftritt. Typische Symptome umfassen Herzrasen, Atemnot (Hyperventilation), Schwindel, Zittern, übermäßiges Schwitzen und das Gefühl der Unwirklichkeit. Menschen, die eine Panikattacke erleben, verspüren oft das bedrohliche Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder sogar den eigenen Tod zu fürchten. Von außen betrachtet können diese Anfälle sehr dramatisch (mit Schreien) oder auch eher subtil (keine Reaktion) wirken. Obwohl sie in der Regel nur einige Minuten dauern, sind sie für Betroffene und auch die Umgebung äußerst beängstigend.
Eine Panikattacke kann einmalig sein, oder regelmäßig (Panikstörung) auftreten.
Panikattacken werdet ihr am ehesten bei älteren Schülerinnen erleben, denn eine Panikstörung entwickelt sich meist erst im späten Jugendalter und Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer.
Betroffene brauchen auf jeden Fall psychologische Hilfe und ihr solltet die Eltern und den oder die Schulpsycholog*in kontaktieren.
Wie gehe ich mit einer Panikattacke um?
Wenn bekannt ist, dass der/die Schüler*in häufig Panikattacken bekommt, dann könnt ihr mit den Eltern oder der betroffenen Person in einem ruhigen Moment darüber reden, was ihr in diesen Situationen hilft. Vor allem wenn die Person in Therapie ist, kann sie vermutlich artikulieren, was sie braucht.
Eine Schülerin von mir hatte schon öfter Panikattacken und hat für Lehrkräfte einen Leitfaden erstellt und hat ein Notfall-Kit in ihrer Schultasche. Eine andere Schülerin hat diese Störung gerade erst entwickelt und weiß noch nicht, was ihr hilft. Hier sind aber ein paar Methoden, die ihr ausprobieren könnt, falls es zu einer Panikattacke kommen sollte:
Wenn ihr wisst, was die Panikattacken auslöst (triggert), dann könnt ihr versuchen, so gut es geht, darauf Rücksicht zu nehmen. Wenn z.B. Lärm und Menschenmengen ein Auslöser sind, kann auf Klassenfahrten ein Einzelzimmer gebucht werden, viel in kleineren Gruppen auch außerhalb der Klasse gearbeitet werden, noise-cancelling Kopfhörer erlaubt sein, ein Platz am Rand der Klasse in der Nähe von Fenster oder Tür zur Verfügung gestellt werden,... Wenn Prüfungssituationen der Auslöser sind, hilft vielleicht eine andere Prüfungsform, ein Zeitzuschlag, flexiblere Deadlines, eine mündliche Prüfung nicht vor der Klasse sondern in einem anderen Setting, vielleicht sogar als Spaziergang,... Aber natürlich muss der oder die Betroffene in einer Therapie auch lernen, mit Triggern umzugehen.
Ich hoffe, dass meine Tipps hilfreich sind. Habt ihr selbst auch schon Erfahrungen mit Panikattacken gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen? Habt ihr weitere Tipps? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!
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