

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist nur etwa einen Zentimeter groß und wirkt auf den ersten Blick wie einer von vielen metallisch glänzenden Blatthornkäfern. Doch hinter dem unscheinbaren Käfer steckt ein erheblicher Pflanzenschädling. Er stammt ursprünglich aus Japan und wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die USA eingeschleppt. In Europa wurde er zunächst auf den Azoren und später in Norditalien nachgewiesen. Von dort hat er sich weiter ausgebreitet.
Auch Deutschland ist inzwischen betroffen. Seit 2024 gibt es bestätigte Funde in Deutschland, unter anderem in Baden-Württemberg und Bayern. Seit 2025 bestehen außerdem abgegrenzte Gebiete in Freiburg und Trebur. Der Japankäfer tritt in Deutschland derzeit noch in vergleichsweise kleinen Gebieten auf und wird von den zuständigen Behörden überwacht und bekämpft. Gerade deshalb ist es wichtig, neue Vorkommen möglichst früh zu erkennen.
Der Japankäfer ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass biologische Invasionen nicht nur ein Thema für Landwirtschaft und Pflanzenschutzbehörden sind. Seine Ausbreitung kann durch menschliche Aktivitäten unterstützt werden: Erwachsene Käfer können beispielsweise als blinde Passagiere in Fahrzeugen oder anderen Transportmitteln mitreisen. Eier und Larven können dagegen mit Erde verschleppt werden.
Besonders problematisch ist die Lebensweise des Käfers. Die erwachsenen Tiere fressen Blätter, Blüten und Früchte von mehreren hundert Pflanzenarten. Dazu gehören unter anderem Weinreben, Obstgehölze, Rosen, Ahorn und Linden. Die Larven leben dagegen im Boden und ernähren sich vorwiegend von Graswurzeln. Damit können sowohl landwirtschaftliche Kulturen und Gartenpflanzen als auch Rasen- und Grünflächen betroffen sein. Besonders stark betroffen sind Fußballplätze, Golfplätze und Produzenten von Rollrasen.
Für die Bekämpfung ist ein möglichst frühes Erkennen entscheidend. Der erwachsene Japankäfer lässt sich an charakteristischen Merkmalen erkennen: Der Körper schimmert metallisch grün und die Deckflügel sind kupferbraun. Auffällig sind außerdem fünf kleine weiße Haarbüschel auf jeder Seite des Hinterleibs sowie zwei größere weiße Haarbüschel am Hinterende. Die erwachsenen Käfer sind von Juni bis September zu beobachten.
Wer den Japankäfer kennt, kann einen verdächtigen Käfer überhaupt als solchen erkennen und weiß, dass ein Fund nicht einfach ignoriert werden sollte. Schülerinnen und Schüler lernen damit nicht nur einen konkreten Schädling kennen, sondern beschäftigen sich gleichzeitig mit einem aktuellen Beispiel für invasive Arten, Einschleppung, Ausbreitung und die Bedeutung biologischer Zusammenhänge.
Mit dem Mystery und dem Gruppenpuzzle habe ich Material mit aktuellem Bezug zu einem invasiven Schädling zusammengestellt.
Der Japankäfer bietet einen besonders geeigneten Anlass, ökologische Inhalte mit einer aktuellen Fragestellung zu verbinden. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich nicht nur mit einem Käfer, sondern mit den Wechselwirkungen zwischen Organismus, Umwelt und Mensch. Sie erkennen, dass sie selbst unbewusst Teil des Problems sind und Teil der Lösung sein können (Mystery). Sie erfahren das Notwendige über den Lebenszyklus, Wirtspflanzen, Verbreitungswege, menschliche Mobilität und die Reaktion auf einen Fund (Gruppenpuzzle).
Das Material liefert Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung und macht ein aktuelles Problem der Pflanzengesundheit für Schülerinnen und Schüler konkret und nachvollziehbar.
Gerade weil der Japankäfer in Deutschland noch nicht flächendeckend etabliert ist, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, ihn im Unterricht kennenzulernen: Was man erkennt, kann man melden – und was früh erkannt wird, lässt sich möglicherweise noch eindämmen.
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