Das Erfassen von strukturierten Anzahlen ist eine der Fähigkeiten,
die die Kinder beherrschen müssen, damit sich das zählende Rechnen nicht
verfestigt.
Zählendes Rechnen ist eines der Symptome, die auf eine
Dyskalkulie hinweisen.Im Blogartikel "Trainingskärtchen Anzahlerfassung" stellte ich eine Übungsmöglichkeit vor, wie die simultane und quasi-simultane Anzahlerfassung mit Kindern geübt werden kann.
Im heutigen Artikel geht es darum, wie bei Mengendarstellungen das
Strukturieren der Anzahl bewältigt werden kann. Mengen bis 4 können von
Kindern unstrukturiert erfasst werden. Grössere Mengen müssen
strukturiert sein, damit die Kinder sie "auf einen Blick" erfassen
können.

Bei der Darstellung von Mengen (kardinaler Zahlaspekt) ist die "Kraft
der 5" zentral. Das bedeutet, dass die Mengen so hingelegt oder
platziert werden, dass das Kind die "5" klar erkennt. Dadurch wird
vermieden, dass es Elemente einzeln abzählt. Beim Abzählen geht die
Wahrnehmung für die ganze Menge verloren. Für die Orientierung im
Zahlenraum braucht es unter anderem aber genau dieses Mengenverständnis:
Eine Anzahl bedeutet auch immer eine bestimmte Menge.
Ich arbeite bei Mengendarstellungen immer mit einer Stellentafel und dem Holzsystem (Dienes-Material). Dadurch fällt den Kindern die Erfassung des Dezimalsystems leichter. Für die Darstellung der "5" empfehle ich folgendermassen vorzugehen:
- bei den Einern mit dem Würfelbild oder in einer Reihe mit einer Lücke nach der 5
- bei den Zehnern die "Strichedarstellung": der 5 Zehner liegt diagonal über den anderen 4 Zehnern
- bei den Hunderten wird die 5. Platte um 45° gedreht, so dass sie aus der Beige hervorsticht
- bei den Tauserndern Türme von je 5 Tausenderwürfeln
Wenn mit Wendeplättchen als Stellvertreter für die einzelnen Holzelemente gearbeitet wird, dann reicht die Würfeldarstellung oder die Reihendarstellung:

Kinder, die die quasi-simultane Anzahlerfassung nicht gewöhnt sind, zählen die Elemente immer einzeln ab. Ich erinnere sie dann daran, dass sie mir die Anzahl "auf einen Blick" sagen können. Für die meisten stellt das kein Problem dar und sie gewöhnen sich sehr schnell an diese Arbeitsweise. Für das einzelne Kind sind damit bereits erste Fortschritte und Erfolge verbuchbar. Es hat das Gefühl, dass es in der Mathematik "etwas" kann. Alle Kinder, mit denen ich so arbeite, haben grosse Freude am Arbeiten und Handeln mit dem Material.
UNGÜNSTIGE, NICHT ZU EMPFEHLENDE MENGENDARSTELLUNG:

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