Meiner Meinung nach ist das Problem an Mathematik nicht der Stoff selbst, sondern wie es unterrichtet wird und mit welchen Materialien/Hilfsmitteln 😇. Viele der Aufgaben haben rein gar nichts mit der Lebenswelt der Schüler:innen zu tun. Und DAS macht Mathe so problematisch. Zahlreiche Studien belegen, dass Lernen am effektivsten ist, wenn es Spaß macht (vgl. Reuell, 2019). Haben Sie mit elf, zwölf Jahren bereits eine Pyramide gesehen? Vermutlich nicht. Haben Sie bis heute eine gesehen? Die meisten werden auch hier verneinen. Echte Pyramiden werden die Wenigsten in ihrem wahren Leben zu Gesicht bekommen. Wie sollen die Schüler:innen Spaß am Lernen entwickeln, wenn der Inhalt so fern von ihrer Lebenswelt ist? Zusätzlich sind Stress, Druck und Angst häufig negative Begleiter im Schulalltag. Diese behindern unseren Lernerfolg, indem sie uns Wissen nicht lange oder gar nicht speichern lassen (vgl. Morton, 2017). Um dem entgegen zu treten, versuchen Sie, Bewegung, Schüleraktivität und Selbstbestimmung in ihren Unterricht zu integrieren. Wie erreiche ich dies als Lehrkraft im Mathematikunterricht und erreiche gleichzeitig noch Begeisterung für mein Fach? Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Eine möchte ich Ihnen heute vorstellen. Hands on math - aktives Lernen mit den Händen à la Maria Montessori! Kinder spielen gerne und wenn man noch entdecken darf, führt das nicht nur zu mehr Spaß, sondern einer Steigerung des Selbstbewusstseins, der Neugier und auch der Kompetenz des Problemlösens. Außerdem resultiert aus dieser Art der Pädagogik nicht nur mehr Motivation, sondern sie hat auch einen größeren Einfluss auf den Lerneffekt.
Neugierig? Also, dann lassen Sie uns loslegen🚀: Wenn Sie das Thema Geometrie behandeln, lassen Sie die Schüler:innen nicht (nur) mit dem Buch arbeiten, sondern geben Sie ihnen die Möglichkeit, selbst herauszufinden, wie man Formen und Körper baut. Maria Montessori lehrte uns, "Hilf mir, es selbst zu tun". Was brauchen Sie für diese Art des Unterrichtens? Nicht viel - Zahnstocher, Schaschlikspieße und Knete. Knete kann man übrigens schnell und günstig selbst herstellen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit der Kinder. 😉 Man könnte auch Bonuspunkte verteilen, wenn sich Schüler:innen freiwillig erklären, die Knete, Zuhause herzustellen. Wenn Sie Zeit haben, können Sie sie auch im Unterricht oder fächerübergreifend in Hauswirtschaft oder Kunst herstellen lassen. So, sobald Sie die Materialien zur Verfügung haben, geht es schon ans Werk!🌟 Auf die Plätze, fertig, los - beginnen nun Sie mit der Flächen- und Körperkonstruktion! Als Differenzierung würde ich empfehlen, vorher einige Körper/Formen mitzubringen oder auszudrucken und an der Tafel/ im Plenum zu besprechen. An den Vorlagen können sich die Schüler:innen erst einmal orientieren. Danach können Sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Als Herausforderung und für den Entdeckerwillen kann man die Schüler:innen danach noch weitere Formen bauen lassen (lassen Sie die Schüler:innen selbst entscheiden, was Sie sich zutrauen, aber ermutigen Sie sie). Als Mindestanforderung könnte man zwei bis drei Formen konstruieren lassen, entweder allein oder auch in Partner- oder Gruppenarbeit. Man könnte auch eine Stadt auf den ganzen Formen erschaffen und in Deutsch/ Englisch noch eine Geschichte darüber schreiben lassen. Nach dem Bauen, können die Schüler:innen die Seiten ausmessen und den Flächeninhalt sowie das Volumen etc. berechnen. Um das Ganze noch spannender zu gestalten, starten Sie einen Wettkampf - Wer ist der/die beste Architekt:in der Klasse?
Und haben Sie Lust bekommen? Es ist wenig Vorbereitungsaufwand, aber wird einen großen Lehrertrag und Spaß bringen. Außerdem ermöglicht diese Methode auch fächerübergreifendes Arbeiten - was uns auf die Berufswelt vorbereitet. Glauben Sie mir, mit diesem aktiven Lernen werden Sie schnell zur Lieblingslehrkraft! Frohes Konstruieren! 🤓

Quellen:
Text:
- selbst erstellt
- Morton, Andrew (2017): Scientific Evidence Confirms Learning Must Be Fun. https://advancemarbella.com/scientific-evidence-confirms-learning-must-be-fun/ (letzter Zugriff: 11.10.2024).
- Reuell, Peter (2019): Science and Tech: Lessons in Learning. https://news.harvard.edu/gazette/story/2019/09/study-shows-that-students-learn-more-when-taking-part-in-classrooms-that-employ-active-learning-strategies/ (letzter Zugriff: 11.10.2024).
Illustration:
- selbst fotografiert (Rechte eingeholt), illustriert mit www.canva.de
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