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Sozialpädagogin in der Grundschule mit einem Herz für Kinder mit Extra Power
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Ich glaube, jede von uns kennt diese Situationen, wo man hinterher denkt: Das kam jetzt wieder komplett aus dem Nichts, obwohl man eigentlich schon vorher gemerkt hat, dass irgendwas kippt. Da sitzt ein Kind ganz normal im Unterricht, arbeitet vielleicht noch halbwegs mit, und dann wird es unruhig, reagiert gereizt auf Kleinigkeiten oder hört einfach nicht mehr richtig zu, und ein paar Minuten später ist die Situation da, die man eigentlich vermeiden wollte.
Und wenn man dann nachfragt, kommt oft gar nicht so viel zurück, außer „Ich weiß nicht“ oder „Der hat angefangen“, und man merkt eigentlich, das Kind hat diesen Moment dazwischen gar nicht bewusst wahrgenommen.
Genau an diesem Punkt setzt das Material an, nicht bei dem Verhalten selbst, sondern bei dem, was vorher passiert, also bei diesen kleinen Veränderungen, die wir als Erwachsene oft schon sehen, die Kinder aber noch gar nicht greifen können.
Ich arbeite in dem Material mit einer ganz einfachen, sehr typischen Situation aus dem Unterricht, die die Kinder sofort kennen, weil sie so oder so ähnlich ständig vorkommt: Ein Kind summt vor sich hin, das andere wird immer genervter, versucht vielleicht noch kurz etwas zu sagen, und irgendwann platzt es einfach raus. Das ist nichts Konstruiertes, sondern genau diese Alltagssituation, bei der man im Nachhinein denkt: Eigentlich hat sich das die ganze Zeit aufgebaut.
Von da aus gehen wir Schritt für Schritt durch, was da eigentlich passiert ist, aber nicht theoretisch, sondern so, dass die Kinder es auf sich selbst beziehen können. Sie schauen sich an, was Leon gemacht hat, was sich bei ihm verändert hat, wie sich das angefühlt haben könnte, und an welcher Stelle es eigentlich schon schwierig geworden ist, ohne dass er es bewusst gemerkt hat.
Und genau dieser Übergang ist der entscheidende Punkt, weil die Kinder anfangen zu merken, dass das nicht plötzlich passiert, sondern dass es vorher schon Signale gibt, die sie bisher einfach übergangen haben.
Die Aufgaben sind bewusst so aufgebaut, dass auch schwächere Kinder mitkommen, also viel Ankreuzen, klare Auswahl, kein „Schreib mal einen halben Aufsatz darüber, wie du dich fühlst“, weil wir alle wissen, dass das in der Praxis einfach nicht funktioniert, sondern eher dazu führt, dass sie abschalten.
Was ich daran wirklich hilfreich finde, ist, dass sich die Gespräche danach im Unterricht verändern, weil man nicht mehr nur darüber spricht, was schiefgelaufen ist, sondern darüber, wann es eigentlich angefangen hat, und plötzlich kommen Aussagen wie „Ich bin dann auch so genervt“ oder „Ich merke das auch nicht“, und genau da entsteht dieses Verständnis, das man sonst oft nicht bekommt.
Das Material kannst du komplett in einer Stunde im sozialen Lernen einsetzen, du kannst aber auch einzelne Seiten rausnehmen und mit Kindern bearbeiten, bei denen du merkst, dass sich bestimmte Situationen immer wiederholen, und genau dafür ist es eigentlich gedacht, dass man es flexibel nutzen kann und nicht nur einmal „durchmacht“.
Und ganz ehrlich, das wird nicht dazu führen, dass danach alles sofort läuft, aber es ist oft der erste Moment, in dem Kinder überhaupt anfangen zu verstehen, dass es bei ihnen vorher schon Anzeichen gibt, und das ist die Grundlage für alles Weitere, was danach kommt.
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