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Hallo,
hier ist einmal mein Reflexionstext zu meiner UPP im Fach Sport im Rahmen meines Vorbereitungsdienstes in NRW. Die folgende Darstellung meiner Kritik basiert auf den Rückmeldungen der Fachleitungen, meiner Ausbildungslehrkraft sowie meiner eigenen Reflexion.
Die unterrichtspraktische Prüfung wurde in einer 6. Klasse im Bewegungsfeld „Ringen und Kämpfen“ durchgeführt.
Das Thema der Stunde lautete:
„Wie werde ich nicht umgedreht? Prinzipien der Umdrehabwehr in Verteidigungspositionen am Boden.“
Die Stunde ist eingebettet in die Unterrichtsreihe:
„Du kommst hier nicht raus! Oh doch! Mit vereinbarten Sicherheits- und Stoppregeln die Partnerin oder den Partner durch Judo-Haltegriffe am Boden festhalten und sich aus diesen Haltegriffen befreien können.“
Im Entwurf habe ich die Note 1 erhalten. Die Rückmeldung war insgesamt sehr positiv. Besonders hervorgehoben wurde, dass die Stunde klar strukturiert ist, die Zielsetzung fachlich stimmig formuliert wurde und die methodischen Entscheidungen gut begründet sind. Auch die Einbettung der Stunde in die Unterrichtsreihe sowie die Progression der Lernschritte wurden als sehr gelungen bewertet. Insgesamt wurde der Entwurf als durchdacht, schlüssig und fachlich überzeugend eingeschätzt.
Für die Durchführung der Stunde habe ich die Note 2 bekommen. Dabei wurde deutlich gemacht, dass die Stunde insgesamt gut gelungen war, die Abweichung zur Bestnote jedoch vor allem auf zwei zentrale Aspekte in der Umsetzung zurückzuführen ist.
Der erste Kritikpunkt betraf die Einbindung der passiven Schülerinnen und Schüler. Diese hatten zwar einen Beobachtungsauftrag, der auch im Entwurf vorgesehen war und in der Stunde grundsätzlich umgesetzt wurde. Allerdings wurde angemerkt, dass dieser Auftrag noch verbindlicher hätte gestaltet werden können, beispielsweise durch einen konkreten Beobachtungsbogen in schriftlicher Form. Zudem wurde in der Zwischensicherung deutlich, dass die passiven Lernenden noch stärker hätten einbezogen werden müssen, um ihre Beobachtungen sichtbarer zu machen und sie aktiver in den Lernprozess einzubinden.
Der zweite zentrale Punkt war eine zu starke Lenkung durch mich als Lehrkraft in der Zwischensicherung. In dieser Phase habe ich teilweise zu stark gesteuert und Antworten der Schülerinnen und Schüler zu sehr vorstrukturiert beziehungsweise überformt. Rückblickend wäre es sinnvoll gewesen, den Schülerinnen und Schülern mehr Raum für eigene Ideen zu lassen und diese stärker selbstständig entwickeln zu lassen, auch wenn dabei nicht sofort alle Beiträge exakt auf das angestrebte Ergebnis hinauslaufen. Gerade auch unerwartete, aber fachlich passende Beiträge, zum Beispiel das Vermeiden von Angriffsflächen, zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler sich inhaltlich mit der Aufgabe auseinandersetzen. Hier hätte ich mich bewusster zurücknehmen und den Prozess offener gestalten können.
Diese Erfahrung konnte ich im Nachgang direkt nutzen, indem ich die Stunde in einer Parallelklasse erneut durchgeführt und dabei die Steuerung deutlich reduziert habe. Dabei zeigte sich, dass die Schülerinnen und Schüler eigenständig vielfältige und sinnvolle Lösungsansätze entwickeln, auch wenn diese nicht immer vollständig antizipiert sind.
Insgesamt wurde die Stunde als gelungen bewertet. Die Differenz zur Note 1 lag somit weniger in der Planung als vielmehr in der konkreten Durchführung. Mit einer stärkeren Aktivierung der passiven Lernenden sowie einer offeneren Gestaltung der Zwischensicherung hätte die Stunde als exzellent eingestuft werden können.
Ich hoffe, der Text hilft euch weiter. Viel Erfolg euch allen weiterhin im Referendariat. Ihr schafft das!
Hier einmal alle Materialien zu meinem Examenstag. Ich wünsche euch allen ganz viel Erfolg.
Klassenstufen: 5-6. Klasse, 10. Klasse, EF (10./11. Jhg.), Q1 (11./12. Jhg.)
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