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Im Verlauf ihrer Schulzeit haben die Schüler erfahren, dass sich aus unterschiedlichen Kommunikationssituationen unter besonderer Berücksichtigung der Intentionen der Textverfasser Texte mit spezifischen Merkmalen ergeben haben. So wurden stark normierte Texte wie „Lebenslauf“, „Protokoll“, „Zeitungsnachricht“ hergestellt, aber auch weniger normierte Texte, die aus Aufträgen entstanden (etwa: „Berichtet über ein Geschehen“, „ Werbt für ein Vorhaben“, „Äußert eure Meinung“). Doch nicht nur Texte aus dem expositorischen Bereich wurden erstellt, sondern auch fiktionale Texte. Es wurden Erzählungen verfasst, Teile von Erzählungen ergänzt oder auch fortgeführt, Textpassagen verändert, Erzählungen als Basis für die Umgestaltung in ein szenisches Spiel genutzt. Zudem wurde mit Texten, die als „Arbeitsformen“ des Deutschunterrichtes bezeichnet werden können, vertraut gemacht, mit solchen Texten also, die sich nicht aus einer Kommunikationssituation ergeben, sondern deren Strukturen zuvor im Unterricht festgelegt werden müssen (u.a. die Inhaltsangabe, die Erörterung, die Interpretation). Nachdem die Schüler sich über mehrere Jahre hin ein Repertoire an Formen, in denen Sachverhalte behandelt werden können, angeeignet haben, sollten sie jetzt die Gelegenheit erhalten, auch frei darüber zu verfügen. Wenn ihnen also eine Liste möglicher zu behandelnder Themen vorgelegt wird, dürfen sie jetzt entscheiden, in welcher Textform und mit welchen Intentionen dies geschehen sollte. Ob sie nun zum im Thema angesprochenen Problem in Form eines Leserbriefs Stellung nehmen, ob sie ein (auch fiktives) Interview, eine Erzählung, einen satirischen Text oder einen Dialog/ein szenisches Spiel für die Darstellung ihrer Meinung auswählen, wird ihnen überlassen bleiben. Auf eine Kommentierung des Textmaterials für Schüler, wie dies bei den meisten Unterrichtsreihen der Fall ist, wird hier nun ganz bewusst verzichtet, da solche Erläuterungen den Gestaltungsfreiraum, der ja in dieser Reihe in bes. Maße berücksichtigt werden soll, doch stark einschränkten. Die Schüler sollen selbst Form, Intention, Ausführlichkeit usw. bestimmen. Damit aber die Schülertexte sich nicht auf Ein-Satz-Stellungnahmen beschränken, sollten Auflagen gemacht werden. So sollte der Text mindestens eine DIN A4 - Seite umfassen, die eigene Meinung zum Problem deutlich werden lassen und in sprachlich korrekter Form abgefasst sein.
Klassenstufen: 10. Klasse
Die Unterrichtsreihe in Klasse 9 kann als unmittelbare Weiterführung der entsprechenden Reihe in Klasse 8 angesehen werden: Wichtig als Motivation für die weitere Arbeit ist es, dass den Schüler*innen immer wieder bewusst wird, dass das Argumentieren/Stellungnehmen gängige Praxis in der Welt der Erwachsenen ist. So sollten sie gleich zu Beginn der Reihe mit konkreten Fällen aus der aktuellen Wirklichkeit konfrontiert werden und an diesen Beispielen nochmals bestätigt sehen, was sie bereits zuvor in Klasse 8 erfahren haben. Am Ende der Reihe sollen die Schüler*innen zu einer sie provozierenden Stellungnahme in Form eines Leserbriefes die eigene Meinung äußern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in dieser Reihe auf dem Erkennen und dem Anwenden besonderer Aufbaustrukturen: Eine bewusste Anordnung der Argumente/der Argumentblöcke verleiht dem Gesamttext eine die eigene Aussage intensivierende Wirkung.
Klassenstufen: 9. Klasse
Diese Unterrichtsreihe baut auf den bisher erworbenen Grundkenntnissen aus dem Lernzielbereich „Argumentieren“ auf. Im Zentrum der Reihe stehen Texte, deren Autoren zu einem Vorfall, einem Ereignis, einem Sachverhalt Stellung nehmen, ihre Meinung äußern, um letztlich ihre Leser zu einer Verhaltens- oder Ansichtsänderung bzw. einer Beibehaltung im Sinne der Autoren zu bewegen. Die Autoren solcher Texte unterstreichen häufig ihre Glaubwürdigkeit und vor allem die Gültigkeit ihrer Argumentation dadurch, dass sie sich auf andere, die ähnlich denken wie sie, beziehen. Es ist auch durchaus möglich, dass sie auch ihre „Gegner“ zu Wort kommen lassen, allerdings nur, um sich von ihren Vorstellungen zu distanzieren; hier nämlich besteht die Möglichkeit, gerade durch den Kontrast zur anderen Meinung die eigene zu profilieren. Der gezielte Einsatz von Zitaten in den eigenen Argumentationstext ist das „Neue“ in dieser Unterrichtsreihe. Bei der Behandlung von Zeitungsnachrichten (siehe Unterrichtsreihe Kl. 8) sind die Schüler schon mit Grundfunktionen des Zitierens konfrontiert worden. Sie haben erfahren, dass Verfasser von Nachrichtentexten die Quelle ihrer Informationen aus Gründen der Lauterkeit angeben, Zitate als Beleg ihrer eigenen Feststellungen anführen oder sich von Gehörtem, Geschehenem, Erfahrenem distanzieren (Gerade im letzten Fall kommt dem Konjunktiv eine besondere Bedeutung zu). Diese Reihe soll bisher Erarbeitetes festigen, ausbauen und auch systematisieren.
Klassenstufen: 10. Klasse
In Klasse 7 liefern die Dialoge deutliche Hilfen bei der Erörterung der Problematik und vor allem bei der Entwicklung eigener Positionen: Sie geben eine gegliederte Reihenfolge bei der Erstellung der Gegenargumentation vor und sie erleichtern durch die Vorgaben des versierten Gesprächspartners den Aufbau einer in sich schlüssigen, auf den Gesprächspartner eingehenden Gegenposition. Das, was in Klasse 7 mehr intuitiv – nachahmend als bewusst und gezielt angewandt wurde, soll hier nun systematischer und reflektierender behandelt und eingesetzt werden. In den Mittelpunkt der Behandlung rückt also die intensivere Beschäftigung mit einem wirkungsvolleren Aufbau von Argumenten. In dieser Unterrichtsreihe soll nun auch die Dialogform zu Gunsten einer in sich „geschlossenen“ Textform aufgegeben werden. Auf einige der sich hieraus ergebenden Schwierigkeiten ist in der Einleitung zur Unterrichtsreihe „Argumentieren Klasse 7“ hingewiesen. Auf Hilfen bei der Erstellung eines „geschlossenen“ Textes soll aber auch in dieser Unterrichtsreihe (wie auch in den folgenden für Klasse 9 und 10) weiterhin nicht verzichtet werden: Ein provozierender Anlass (etwa: Zeitungsmeldung, Leserbrief, Bericht, Kommentar) in mehr oder minder starken Vorstrukturierung (abhängig vom Alter) stellt eine notwendige, unverzichtbare Hilfe für die Schüler dar.
Klassenstufen: 8. Klasse
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