
Heute ist es für viele Lehrkräfte selbstverständlich, ihre Klassen aufwendig in die Ferien zu verabschieden. Dabei werden Feriengrüße, also kleine Geschenke oder Süßigkeiten, immer üblicher. Ohne Frage, jeder Ferienbeginn ist ein kleiner besonderer Moment im Schuljahr, auf den sich Schülerinnen und Schüler ebenso wie Lehrkräfte freuen können. Ich finde den Trend der „Feriengrüße“ aber eher fragwürdig. Einerseits weil die kleinen Geschenke oder Leckerchen häufig viel Plastikmüll verursachen (oder ebendieser sind). Andererseits möchte ich hinterfragen, wieso wir überhaupt etwas schenken (müssen).
Ich will ehrlich sein, ich habe auch schon nette quadratische Schokoladen mit kleinen bunten Bildchen drauf verschenkt. Doch schon beim Einkauf war mein Mann skeptisch, achtete ich doch sonst darauf, jede unnötige Verpackung zu vermeiden. Als dann noch die bunten Bildchen und eine Klebeorgie folgten, wurde sein Gesicht immer fragender. Ich würde gerne sagen, dass sich die Mühe gelohnt hat, dass die Kinder die Bilder bewunderten und sich über ein Stück Schokolade freuten. In der Realität waren schon die Spekulationen, was die „kleine Überraschung am Ende der Stunde“ sein könnte, wilder als meine Überraschung. Und das nicht ohne Grund, anscheinend wurden sie von der Klassenleitung häufiger mit Süßigkeiten oder den netten Spielkarten mit Monstern drauf beschenkt. Die Kinder waren nicht gerade begeistert, als es „nur“ Schokolade gab.
Der Feriengruß ist als eine nette Geste gedacht. Um eine gute Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten, ist er jedoch weder notwendig noch sinnvoll. Ich möchte die Zeit, die ich für das Vorbereiten eines Feriengrußes benötigen würde, lieber in die Vorbereitung einer gemeinsamen Abschlussstunde investieren. Hier meine nicht revolutionären, aber anscheinend doch nicht üblichen Ideen.
(1) „Zeit statt Zeug“
Viele Kinder lieben Gesprächsrunden, in denen sie frei erzählen können. Wieso nicht einen Gesprächskreis in die letzte Stunde legen, in dem Vorhaben und Vorfreude geteilt werden können? Alternativ gibt es hier auf dem Lehrermarktplatz immer thematisch passende Ausmalbilder, die während einer gemütlichen Vorlesestunde gefüllt werden können.
(2) Weniger Plastik, mehr Vitamine
Passend zu der entspannten Atmosphäre kann ein Klassiker vorbereitet werden: Der Obstteller, oder in Zeiten von Corona eher kleine Obstschälchen. Obst und Gemüse gibt es in so gut wie jedem Supermarkt unverpackt und/oder regional, im Oktober haben Äpfel, Pflaumen, Birnen, Nüsse, Möhren und Kohlrabi Saison. Soll es doch etwas für die Naschkatzen sein, können Kuchen oder Kekse vorbereitet werden. Hier gilt jedoch Vorsicht bei Allergien und Unverträglichkeiten, heute gibt es aber auch schon leckere vegane und glutenfreie Backmischungen.
(3) Was Heißes für die ersten kalten Tage
Ein Geheimtipp aus den Spielgruppen meiner Mutter ist ein leckerer Fruchtpunsch mit zwei Zutaten. Ihr braucht lediglich Früchtetee und einen Saft eurer Wahl, ich mag gerne einen roten Früchtetee mit Trauben- oder Apfelsaft. Den Tee wie gewohnt kochen und dann mit gleichen Teilen mit dem Saft mischen. Falls ihr eine mobile Herdplatte oder eine große Thermoskanne habt, wäre auch ein echter Kinderpunsch möglich. Hierfür wird Apfelsaft mit einem Esslöffel flüssiger Süße (Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft), einer Zimtstange und zwei Nelken langsam erhitzt.
Genießt die Ferien!
Bildnachweis: https://pixabay.com/de/photos/herbst-rot-saison-wald-natur-1072821/
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