Advent in der Sek I: Stimmung ja, Leerlauf nein

8e0d4c6d-8cea-4889-a5a3-660db6e6e187.pngAb Mitte November kippt in vielen Klassen die Stimmung. In der 7b wird gefragt, ob man nicht Plätzchen backen könnte, in der 9a ist schon gedanklich Ferien. Und du hast noch eine Reihe abzuschließen, das Halbjahr rückt näher, und die Noten müssen stehen.

Den Advent ganz aus dem Unterricht herauszuhalten, klappt selten. Besser funktioniert eine einfache Faustregel: Der Advent liefert den Anlass, das Fach liefert die Aufgabe. Die Lichterkette, die Geschenkverpackung oder die Wintergeschichte ist dann nur die Verpackung. Drin steckt eine Kompetenz, die sowieso dran ist.

Hier ein paar Ideen, die sich bei mir und bei Kolleg*innen bewährt haben.

Deutsch: Figuren und Autor*innen statt Gedicht-Abfrage

Klasse 6 – Helden und Heldinnen: Frag am Anfang: „Wer ist für dich im Dezember ein Held?“ Die Antworten sind oft überraschend: die Nachbarin, die für das ganze Haus Pakete annimmt, der große Bruder, der beim Adventsbasar Kuchen verkauft. Danach geht es an einen Text. Die Klasse belegt Eigenschaften einer Figur mit Textstellen und vergleicht die Figur mit den eigenen Alltagshelden. So übst du Figurencharakterisierung in einfacher Form und hast trotzdem einen persönlichen Einstieg.

Klasse 7 – Autorenporträt: Ein Gedicht auswendig lernen lassen ist auch eine Möglichkeit. Lebendiger wird es, wenn jede Gruppe eine Autorin oder einen Autor übernimmt. Daraus wird ein Steckbrief, dazu kommt eine Lieblingszeile aus einem Text und eine kurze Vorstellung. Am letzten Freitag vor den Ferien gibt es eine kleine „Adventslesung“ mit Kerze auf dem Pult. Nebenbei kannst du Recherche und Quellenprüfung üben: Woher stammt die Angabe zum Geburtsjahr? Und wenn jemand eine KI-Antwort mitbringt: Welche zweite Quelle bestätigt sie?

Kunst: Lichter fotografieren statt Sterne falten

Das Smartphone haben die Jugendlichen im Dezember ohnehin dabei. Also mach es zum Werkzeug. Ein Auftrag, der fast immer funktioniert:

  • Fotografiere dasselbe Motiv dreimal: einmal aus der Froschperspektive, einmal aus der Vogelperspektive und einmal als Nahaufnahme. Das Motiv kann eine Kerze, eine Lichterkette oder ein Tannenzweig sein.

  • Lege die drei Bilder nebeneinander und beschreibe, wie sie unterschiedlich wirken. Was wirkt gemütlich, was einsam, was geheimnisvoll?

  • Wähle ein Bild aus und begründe, warum es am besten zu einer Wintergeschichte passen würde.

Die Bildwirkung wird so ganz konkret, weil es die eigenen Fotos sind. Und du hast einen guten Anlass für ein kurzes Gespräch über Bildrechte: Personen werden nur mit Einverständnis fotografiert, und nichts wird ungefragt geteilt.

Englisch: Grammatik in einer Adventsgeschichte

Das Simple Past braucht viele Wiederholungen, und der Advent liefert jeden Montag einen neuen Sprechanlass: „What did you do last weekend?“ Wenn du die Frage offen stellst, kann auch das Kind antworten, das kein Weihnachten feiert.

Gut funktionieren außerdem Fehlerdetektive. Du schreibst einen kurzen Text über einen Wintermarkt und baust darin sechs falsche Verbformen ein. Die Klasse sucht die Fehler zu zweit und begründet die Korrektur. Unregelmäßige Verben wie *went*, *bought* oder *ate* fallen dabei schnell auf, weil man sie in der Geschichte wirklich braucht.

Mathe und Biologie: der Winter als Phänomen

Prismen und Pyramiden (Klasse 9): Bring zwei Geschenkschachteln mit, ein Prisma und eine Pyramide, und frag: „Für welche brauche ich weniger Geschenkpapier?“ Die Jugendlichen schätzen erst, zeichnen dann das Netz und berechnen die Oberfläche. Am Ende vergleichen sie das Ergebnis mit ihrer Schätzung. Der Widerspruch zwischen Schätzung und Rechnung ist der beste Einstieg, den du haben kannst.

Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre (Klasse 5): Die Leitfrage „Warum schläft der Igel den ganzen Winter, das Eichhörnchen aber nicht?“ deckt schnell eine typische Fehlvorstellung auf: dass alle Tiere im Winter „einfach schlafen“. Mit einer Zuordnungsaufgabe sortieren die Kinder Igel, Eichhörnchen und Frosch in die drei Gruppen und begründen das mit der Körpertemperatur.

Drei Fragen, bevor du eine Adventsstunde planst

1. Welche Kompetenz übe ich konkret? Wenn dir darauf keine Antwort einfällt, ist es eine Bastelstunde. Das darf auch mal sein, aber dann bewusst.

2. Kann jedes Kind mitmachen? Frag lieber „Was machst du in den Ferien?“ als „Was wünschst du dir zu Weihnachten?“. Lichterfeste aus anderen Religionen sind eine Bereicherung, kein Zusatzthema.

3. Gibt es am Ende ein sichtbares Ergebnis? Das kann eine Fotoreihe sein, ein Steckbrief an der Wand oder ein Lösungswort. Gerade vor den Ferien motiviert ein greifbares Ergebnis mehr als jede Ermahnung.

Wenn es schnell gehen muss

Wenn du für die Wochen vor den Ferien etwas Fertiges suchst: Zu den Ideen oben gibt es bei BMT die Einheiten „Fotografie und Bildwirkung im Advent“ (Kunst 8), „Autorenporträt im Advent“ (Deutsch 7) und „Simple Past im Advent“ (Englisch 6). Alle sind differenziert und mit Lösungen.

Und falls du eine eigene Idee hast, wie du Advent im Fachunterricht sinnvoll einsetzt, freue ich mich über deinen Kommentar. Die besten Ideen kommen meistens aus dem Lehrerzimmer.

Passend dazu von BMT:

  • Fotografie und Bildwirkung im Advent: https://eduki.com/de/material/2361656

  • Autorenporträt im Advent: https://eduki.com/de/material/2361684

  • Simple Past im Advent: https://eduki.com/de/material/2356358


Wenn du den Blog-Artikel magst dann klicke auf das Herz. Das hilft uns zu verstehen, welche Artikel besonders lesenswert sind.


Autor BMT Unterrichtsmaterial bietet 743 Materialien für Fachübergreifendes, Mathematik und 18 weitere Fächer an - zum Beispiel:

Kommentare und Fragen von anderen Nutzern
Bitte melde dich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.
Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen.