Wenn Rechnen eigentlich nur noch Übung braucht – warum Wiederholen nicht immer nach Arbeitsblatt aussehen muss

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Irgendwann in Klasse 2 kommt dieser Punkt, an dem Plus und Minus bis 100 eigentlich nichts Neues mehr ist. Die Rechenwege wurden besprochen, Aufgaben gemeinsam gelöst und wahrscheinlich liegen auch schon einige Seiten mit Rechnungen hinter den Kindern.

Und trotzdem sitzt es noch längst nicht bei allen.

Das ist auch wenig überraschend. Zwischen „Ich habe verstanden, wie es geht“ und „Ich kann es sicher anwenden“ liegt gerade beim Rechnen ziemlich viel Übung. Manche Kinder brauchen davon deutlich mehr als andere. Das Problem ist nur: Noch ein Arbeitsblatt mit zwanzig Plus- und Minusaufgaben löst nicht automatisch Begeisterung aus.

Üben muss nicht jedes Mal etwas Neues sein

Im Schulalltag habe ich manchmal das Gefühl, dass wir uns selbst ziemlich viel Arbeit damit machen, Wiederholungen immer wieder neu zu verpacken. Dabei brauchen Kinder an dieser Stelle gar nicht unbedingt eine neue Methode. Sie müssen rechnen.

Was sich aber ändern kann, ist der Rahmen.

Die gleiche Aufgabe fühlt sich für ein Kind plötzlich anders an, wenn es nicht darum geht, die nächste Zeile auf einem Arbeitsblatt zu füllen, sondern ein kleines Ziel zu erreichen. Eine richtige Lösung bringt einen Punkt, eine Spielfigur kommt weiter oder etwas wird gesammelt. Mathematisch passiert dabei nichts Spektakuläres. Genau das soll es auch gar nicht.

Denn wenn ein Kind 47 + 26 rechnen soll, bleibt 47 + 26 dieselbe Rechnung. Ob sie nun auf einem Arbeitsblatt steht oder Teil eines Spiels ist.

Der Unterschied liegt eher darin, ob das Kind gerade das Gefühl hat, eine Reihe von Aufgaben abarbeiten zu müssen, oder wissen möchte, was nach der nächsten richtigen Lösung passiert.

Gerade beim Automatisieren zählt die Menge

Beim Rechnen bis 100 merkt man ziemlich schnell, wie unterschiedlich sicher Kinder unterwegs sind. Während manche Ergebnisse fast nebenbei finden, zählen andere noch, verlieren unterwegs den Rechenweg oder brauchen bei jedem Zehnerübergang erneut Unterstützung.

Das lässt sich nicht mit einer besonders guten Erklärung auf einmal beheben. Irgendwann muss das Gelernte einfach häufiger angewendet werden.

Für mich ist deshalb auch nicht jede Wiederholung automatisch langweilig. Langweilig wird sie eher dann, wenn sie sich jedes Mal gleich anfühlt.

Ein Spiel kann an dieser Stelle einen anderen Zugang schaffen, ohne aus der Übungsphase gleich ein riesiges Unterrichtsprojekt zu machen. Das finde ich gerade für Freiarbeit, Förderstunden oder Phasen praktisch, in denen einige Kinder noch üben müssen, während andere schon weiter sind.

Ein bisschen Zufall kann erstaunlich viel ausmachen

Was Kinder bei Spielen oft länger bei der Sache hält, ist nicht unbedingt eine komplizierte Spielidee. Manchmal reicht schon die Tatsache, dass sie nicht genau wissen, was als Nächstes passiert.

Bekomme ich einen Bonus? Verliere ich etwas? Schaffe ich mein Ziel noch?

Die Rechenaufgabe bleibt dabei der Kern, aber zwischen den Aufgaben passiert eben noch etwas anderes. Dadurch entsteht ein kleiner Anreiz, noch eine Aufgabe zu lösen – und danach vielleicht noch eine.

Gerade Kinder, die bei einem klassischen Aufgabenformat schnell sagen „Wie viele muss ich noch?“, lassen sich darüber manchmal erstaunlich gut erreichen.

Natürlich ersetzt ein Spiel weder die Einführung eines Rechenweges noch die individuelle Unterstützung eines Kindes, das den Zahlenraum noch nicht verstanden hat. Wenn es aber ums Üben, Wiederholen und Festigen geht, darf es meiner Meinung nach ruhig auch einfach Spaß machen.

Digital üben, ohne daraus eine Technikstunde zu machen

Bei digitalen Angeboten ist für mich noch etwas anderes entscheidend: Sie müssen im Schulalltag schnell funktionieren.

Wenn ich erst Accounts erstellen, Kinder anmelden oder zehn Einstellungen vornehmen muss, bevor überhaupt gerechnet wird, ist der Vorteil ziemlich schnell dahin. Gerade ein kleines Übungsspiel möchte ich öffnen können und dann soll es losgehen.

Deshalb mag ich Browser-Spiele für solche kurzen Übungsphasen. Sie können am Tablet in der Freiarbeit genutzt werden, zwei Kinder können gemeinsam an einem Gerät spielen oder das Spiel läuft vorne am Smartboard. Man braucht dafür keine eigene Unterrichtsstunde zum Erklären.

Und manchmal ist genau das die Art von Material, die man im Alltag tatsächlich häufiger benutzt: nicht die große ausgefallene Unterrichtsidee, sondern etwas, das man öffnen kann, wenn die Klasse einfach noch ein bisschen Übung braucht.

Genau daraus ist die Bananenjagd entstanden

Für das Rechnen im Zahlenraum bis 100 habe ich deshalb „Bananenjagd – Plus & Minus bis 100“ entwickelt. Die Kinder lösen Plus- und Minusaufgaben und sammeln mit ihrem Affen Bananen. Eine goldene Banane kann zwischendurch einen Bonus bringen und manchmal taucht ein frecher Affe auf, der eine bereits gesammelte Banane wieder klaut.

Das Spiel kann alleine oder zu zweit gespielt werden und läuft direkt im Browser auf Tablet, Computer, Smartphone oder Smartboard. Ergänzend gehören zwei Arbeitsblätter zum Material, sodass das Rechnen anschließend auch noch einmal schriftlich aufgegriffen werden kann.

Vor allem aber soll die Bananenjagd genau für diese Momente gedacht sein, in denen es gar keine neue Erklärung und kein neues Thema braucht.

Manchmal müssen Kinder einfach noch ein bisschen rechnen.

-> Hier gehts zum Material

Tags: mathematik, grundschule, addition, subtraktion, kopfrechnen, rechnen bis 100, interkatives material

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