Warum manche Kinder immer wieder dieselben Konflikte haben

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Kennst du diese Kinder, bei denen man manchmal schon ahnt, was als Nächstes passiert?

Die Pause hat gerade begonnen und keine fünf Minuten später steht schon wieder jemand vor dir. Es gab Streit beim Fußball, beim Fangen oder weil angeblich jemand geschubst hat. Oft sind es sogar immer dieselben Kinder, die in Konflikte geraten.

Früher habe ich mich oft gefragt, warum das so ist. Irgendwann ist mir aber aufgefallen, dass es selten am eigentlichen Streit liegt. Der Konflikt ist meistens nur das, was wir als Erwachsene mitbekommen. Die eigentlichen Ursachen liegen oft viel früher.

Manche Kinder haben Schwierigkeiten, die Gefühle anderer richtig einzuschätzen. Andere reagieren sehr impulsiv und handeln, bevor sie überhaupt nachdenken können. Wieder andere fühlen sich schnell ungerecht behandelt oder interpretieren Situationen ganz anders als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.

Deshalb bringt es häufig auch wenig, immer nur den aktuellen Streit zu lösen.

Natürlich muss geklärt werden, was passiert ist. Viel wichtiger ist aber die Frage: Warum passiert genau diesem Kind das immer wieder?

Ich erlebe oft, dass Kinder gar nicht bewusst provozieren möchten. Sie wollen dazugehören, mitspielen und Freunde haben. Trotzdem geraten sie immer wieder in dieselben Situationen. Nicht, weil sie es wollen, sondern weil ihnen in genau diesen Momenten Strategien fehlen.

Das zeigt sich oft schon in Kleinigkeiten. Ein Kind möchte unbedingt als Erstes drankommen. Es verliert ein Spiel und wird sofort wütend. Es versteht einen Scherz falsch oder fühlt sich ausgeschlossen, obwohl das vielleicht gar nicht beabsichtigt war.

Je häufiger solche Situationen auftreten, desto schneller entsteht leider ein Kreislauf. Die anderen Kinder rechnen schon damit, dass es wieder Streit gibt. Das betroffene Kind bekommt immer mehr negative Rückmeldungen und fühlt sich irgendwann selbst als "das schwierige Kind".

Dabei steckt hinter vielen Konflikten etwas, das Kinder erst lernen müssen: Gefühle wahrnehmen, Perspektiven wechseln, angemessen reagieren oder Probleme friedlich lösen.

Genau deshalb reicht es oft nicht aus, nur über Regeln zu sprechen. Kinder profitieren davon, Situationen in Ruhe durchzuspielen, alternative Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen und gemeinsam darüber nachzudenken, was sie beim nächsten Mal anders machen könnten.

Wenn du Kinder dabei unterstützen möchtest, typische Konfliktsituationen nicht nur zu besprechen, sondern gemeinsam zu reflektieren, schau dir gerne mein Material „Was hätte ich getan? – 5 soziale Geschichten mit Mitmachfragen“ an.

Die Geschichten greifen Alltagssituationen aus der Grundschule auf und laden Kinder dazu ein, sich in andere hineinzuversetzen, verschiedene Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen und gemeinsam über gute Lösungen ins Gespräch zu kommen. Gerade Kinder, die immer wieder in ähnliche Konflikte geraten, profitieren oft davon, Situationen einmal ohne Zeitdruck von außen betrachten zu können.

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Tags: grundschule, soziales lernen, herausforderndes verhalten, konflikte , adhs, soziale emotionale entwicklung, autismus

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