In der Fortbildung reden wir viel über Deeskalation. In der Situation selbst bleibt davon meist nichts übrig – weil unter Stress niemand ein Konzept abruft.
Was bleibt, sind ein paar Sekunden und wenige Entscheidungen. Diese vier haben sich bei mir bewährt:
Weniger sprechen, nicht mehr. Ein Kind in Erregung kann Sprache kaum noch verarbeiten. Jeder zusätzliche Satz erhöht die Last. Kurze Sätze, dann Pause.
Seitlich stehen, nicht frontal. Frontale Zuwendung wirkt konfrontativ. Eine leichte Drehung nimmt Druck aus der Situation, ohne dass man zurückweicht.
Nicht nach dem Warum fragen. „Warum hast du das gemacht?" ist im Moment der Erregung unbeantwortbar und wird als Vorwurf gehört. Die Frage kommt später – oder gar nicht.
Publikum verkleinern. Nicht das Kind hinausschicken, sondern nach Möglichkeit die Situation verlagern. Vor der Klasse kann kaum ein Kind einlenken, ohne das Gesicht zu verlieren.
Das Wichtigste kommt danach: Die Aufarbeitung gehört nicht in die Situation, sondern in einen ruhigen Moment – oft erst am nächsten Tag. Wer im Affekt aufarbeitet, arbeitet mit einem Kind, das gar nicht zuhören kann.
Und ein Satz, den ich Kolleginnen und Kollegen oft mitgebe: Eine Eskalation, die nach zwei Minuten vorbei ist, ist ein Erfolg. Nicht das Ausbleiben von Eskalation ist das Ziel, sondern ihre Dauer.
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