„Ich kann das nicht!“ Diesen Satz hören viele Lehrkräfte regelmäßig im Kunstunterricht. Oft noch bevor das erste Blatt Papier berührt wurde. Meistens steckt dahinter nicht mangelndes Können, sondern Unsicherheit, Angst vor dem Scheitern.
Vorab eine Buchempfehlung zu diesem Thema: Der Punkt von Peter H. Raynolds.
Eine geschichte über die Angst, in der Kunst zu scheitern.
Wie kann man diese Angst überwinden ? / Wie kann man diese Angst als Lehrkraft begleiten?
In dem Buch ist die Protagonistin Ina fest davon überzeugt, dass sie nicht malen kann. Aus Wut platziert sie einen Punkt auf ihr weißes Blatt und ist überrascht, als sie dieses „Kunstwerk“ signieren soll.
Warum Kinder so oft so denken:
Viele Kinder vergleichen ihre Ergebnisse mit denen anderer. Sie glauben: Kunst müsse perfekt (naturalistisch / hyperreaistisch?) aussehen. Man dürfe keine Fehler machen. Andere seien talentierter. Solche Gedanken können Kreativität blockieren.
Was kannst du tun?
1. Den Prozess statt das Ergebnis loben
Statt zu sagen: „Das ist aber schön geworden.“ hilft oft: „Du hast viele verschiedene Ideen eingebracht“ oder „Ich sehe, wie sorgfältig du gearbeitet hast.“
2. Vorbilder vermeiden
Wenn alle dasselbe Beispiel kopieren sollen, vergleichen Kinder automatisch ihre Ergebnisse.
Offene Aufgaben fördern dagegen individuelle Lösungen.
3. Fehler sichtbar wertschätzen
Manchmal entstehen die spannendsten Ideen aus vermeintlichen Fehlern.
Wenn Kinder erleben, dass Überraschungen erlaubt sind, werden sie mutiger.
4. Kleine Erfolgserlebnisse schaffen
Kurze kreative Übungen können helfen, Hemmungen abzubauen.
Zum Beispiel: Kritzelbilder / Fantasiewesen aus Zufallsformen / Linienzeichnungen / Zufallstechniken: Hier gibt es kein „richtig“ oder „falsch“.
5. Eigene Fortschritte sichtbar machen
Portfolios oder Sammelmappen / das eigene Skizzenheft zeigen Kindern, wie sehr sie sich im Laufe der Zeit entwickeln.
Das stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Kunstunterricht bietet Kindern die Chance, kreativ zu denken, Neues auszuprobieren und Vertrauen in die eigenen Ideen zu entwickeln. Vielleicht ist deshalb einer der wichtigsten Sätze im Kunstunterricht nicht: „Das sieht toll aus.“ Sondern: „Probier es einfach aus.“
Was ist dein Zauberspruch gegen Angst vor der eigenen Kunst? Ich freue mich über eure Ideen!
Eure Cece
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