
„Ich habe gemerkt, dass ich mich nicht mal mehr über die Ferien freuen konnte. Und das war der Moment, in dem ich wusste: Irgendwas stimmt nicht.“
So beginnt die Geschichte von Julia*, einer Grundschullehrerin mit Herz und Seele. Sie liebt ihre Klasse, ihre Kolleginnen, das kreative Arbeiten – und trotzdem war da diese Müdigkeit, die einfach nicht mehr wegging.
„Es war ein ganz normaler Dienstag“, erzählt Julia. „Ich hatte vier Stunden Unterricht, eine Konferenz, Elterngespräche und dann noch die Vorbereitung für den nächsten Tag. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Aber ich saß in der Pause auf der Toilette und habe einfach nur geweint. Ohne zu wissen, warum.“
Sie hatte das Gefühl, ständig zu rennen – und trotzdem nie anzukommen. Die To-do-Liste wurde länger statt kürzer. Und selbst kleine Aufgaben fühlten sich an wie ein Berg.
Was Julia beschreibt, ist kein Einzelfall. Viele Lehrkräfte erleben genau das: Sie funktionieren, sie geben alles – und merken irgendwann, dass sie selbst auf der Strecke bleiben.
„Ich habe mich geschämt“, sagt sie. „Ich dachte, ich müsste das doch hinkriegen. Alle anderen schaffen das doch auch.“
Aber das stimmt nicht. Viele schaffen es eben nicht. Oder nur unter Schmerzen. Und das muss nicht sein.
Julia hat sich Hilfe gesucht. Zuerst im Kollegium, dann bei einer Beratungsstelle. Sie hat gelernt, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit. Dass Pausen nicht egoistisch sind, sondern überlebenswichtig. Und dass es okay ist, nicht immer stark zu sein.
„Ich bin immer noch Lehrerin mit Herz. Aber ich bin jetzt auch wieder Mensch.“
Weil Julias Geschichte kein Einzelfall ist. Vielleicht erkennst du dich in ihr wieder. Vielleicht fühlst du dich auch manchmal leer, überfordert oder einfach nur müde.
Denk daran: Du bist nicht allein. Und du darfst dir Hilfe holen. Du darfst dich wichtig nehmen. Du darfst auf dich achten.
*Name geändert
Wenn du den Blog-Artikel magst dann klicke auf das Herz. Das hilft uns zu verstehen, welche Artikel besonders lesenswert sind.