„Ich liebe meinen Beruf. Aber irgendwann habe ich mich selbst darin verloren.“
So begann das Gespräch mit Anna*, einer engagierten Lehrerin an einer Gesamtschule. Und was sie erzählte, hat mich bewegt – weil es so vielen so ähnlich geht.
Der ganz normale Wahnsinn
Anna war beliebt bei ihren Schüler*innen, engagiert im Kollegium, immer bereit, noch ein Projekt zu übernehmen. „Ich wollte alles richtig machen“, sagte sie. „Aber irgendwann war ich nur noch müde. Nicht die ‚Ich brauch mal ein Wochenende‘-Müdigkeit. Sondern die tiefe, zähe Erschöpfung, die nicht mehr weggeht.“
Sie erzählte von schlaflosen Nächten, von dem Gefühl, ständig hinterherzuhinken, von dem schlechten Gewissen, wenn sie mal Nein sagte. Und davon, wie sie sich selbst immer weiter antrieb – bis gar nichts mehr ging.
Der Wendepunkt
Der Moment, der alles veränderte, war banal: „Ich stand morgens im Bad und wusste nicht mehr, wie ich mich anziehen soll. Ich konnte keine Entscheidung mehr treffen. Da wusste ich: Ich brauche Hilfe.“
Anna nahm sich eine Auszeit. Nicht lang – aber lang genug, um zu merken, wie sehr sie sich selbst vernachlässigt hatte. Sie begann, sich mit Selbstfürsorge zu beschäftigen. Mit kleinen Routinen. Mit Atempausen. Mit der Frage: Was brauche ich eigentlich?
Kleine Schritte, große Wirkung
Heute geht es Anna besser. Sie ist wieder im Dienst – aber mit klareren Grenzen. Sie sagt öfter Nein. Sie plant Pausen ein. Und sie spricht offen mit Kolleg*innen über das, was sie erlebt hat.
„Ich dachte immer, ich muss stark sein. Aber manchmal ist das Stärkste, was du tun kannst, um Hilfe zu bitten.“
Warum ich das erzähle
Weil ich weiß, dass viele Lehrkräfte wie Anna sind. Vielleicht erkennst du dich in ihrer Geschichte wieder. Vielleicht brauchst du gerade jemanden, der sagt: Du bist nicht allein. Und du darfst dich um dich selbst kümmern.
Wenn du magst, sprich mit Kolleg*innen. Hol dir Unterstützung. Und fang klein an – mit einem bewussten Atemzug, einer Pause, einem ehrlichen Gespräch.
*Name geändert
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