Quirlig, feinfühlig, einzigartig: Hochsensibilität und ADHS verstehen – mit praktischen Übungen für den pädagogischen Alltag

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Im pädagogischen Alltag treffen wir immer wieder auf Kinder, die besonders intensiv auf ihre Umwelt reagieren. Manche Kinder ziehen sich bei zu vielen Reizen zurück, andere können ihre Energie kaum zügeln. Hochsensibilität und ADHS sind zwei Phänomene, die häufig Verhaltensweisen erklären, aber auch oft verwechselt werden. Wie können Fachkräfte diese Kinder besser unterstützen und ihre individuellen Stärken fördern? In diesem Artikel beleuchten wir nicht nur die Unterschiede zwischen Hochsensibilität und ADHS, sondern geben euch auch praktische Übungen an die Hand, die ihr mit den Kindern direkt umsetzen könnt.

Hochsensibilität: Die Welt durch ein besonderes Prisma erleben

Hochsensible Kinder nehmen Reize wie Geräusche, Gerüche oder Stimmungen intensiver wahr. Ihr Nervensystem ist besonders empfänglich, was sowohl zu besonderen Fähigkeiten als auch zu Herausforderungen führt. Diese Kinder sind oft:

  • Empathisch: Sie spüren die Emotionen anderer besonders stark.
  • Detailverliebt: Sie bemerken Feinheiten, die anderen entgehen.
  • Rückzugsbedürftig: Nach intensiven Erlebnissen brauchen sie Zeit, um sich zu regenerieren.

Praktische Übung: „Der sichere Kokon“

  • Ziel: Hochsensible Kinder lernen, sich bei Reizüberflutung einen sicheren Rückzugsort vorzustellen.
  • Anleitung: Lest den Kindern folgende Anleitung vor:
    „Schließe die Augen und stelle dir vor, du bist in einem großen, weichen Kokon. Dieser Kokon umhüllt dich und lässt keinen Lärm oder Hektik hinein. Du fühlst dich sicher und geborgen. Wenn du bereit bist, kannst du die Augen wieder öffnen.“
  • Tipp: Diese Übung hilft den Kindern, sich innerlich abzugrenzen und Ruhe zu finden – ideal für stressige Situationen.

ADHS: Wenn die Welt zu langsam ist

Kinder mit ADHS hingegen erleben oft eine ständige Suche nach Bewegung und neuen Reizen. Ihr Gehirn arbeitet in Hochgeschwindigkeit, wodurch sie:

  • Energiegeladen: Ständig in Bewegung und neugierig auf die Welt.
  • Kreativ: Mit unkonventionellen Ideen, die überraschen können.
  • Impulsiv: Häufig handeln, bevor sie nachdenken.

Praktische Übung: „Energie lenken – Die Bewegungspause“

  • Ziel: Überschüssige Energie wird abgebaut, bevor die Kinder wieder konzentriert arbeiten können.
  • Anleitung: Schafft einen kurzen Bewegungsimpuls, z. B.:
    • „Springt fünfmal hoch, so hoch ihr könnt!“
    • „Macht den Hampelmann für 20 Sekunden!“
    • „Lauft wie ein schneller Tiger durch den Raum!“
  • Tipp: Wiederholt die Übung regelmäßig, z. B. alle 30 Minuten. Bewegungspausen helfen, die Konzentration zu steigern und die Hyperaktivität zu kanalisieren.

Unterschiede zwischen Hochsensibilität und ADHS im Alltag

Obwohl Hochsensibilität und ADHS oft ähnliche Verhaltensweisen hervorrufen, gibt es klare Unterschiede:

  • Hochsensible Kinder: Ziehen sich bei Überforderung zurück, reagieren oft leise und nachdenklich.
  • Kinder mit ADHS: Werden bei Überforderung lauter, impulsiver und suchen aktiv nach Reizen.

Praktische Übung: „Lenny und Milo verstehen“
Diese Übung verbindet die Eigenschaften von Lenny und Milo und hilft Kindern, sich selbst besser einzuordnen:

  • Ziel: Kinder reflektieren ihre Bedürfnisse und lernen, wie sie sich selbst helfen können.
  • Anleitung: Erzählt die Geschichte:
    „Lenny, das Faultier, liebt die Ruhe. Wenn es zu laut wird, klettert er auf einen hohen Baum und lauscht dem Wind. Milo, der Affe, ist voller Energie. Er springt von Ast zu Ast und entdeckt immer etwas Neues. Manchmal braucht Milo eine Pause, und Lenny zeigt ihm, wie man entspannt. Manchmal zeigt Milo Lenny, wie aufregend es ist, neue Dinge auszuprobieren. Wer bist du – eher wie Lenny oder wie Milo?“
  • Lasst die Kinder ihre Antwort malen oder erzählen. Dies fördert die Selbstwahrnehmung und stärkt die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse zu benennen.

Hochsensibilität und ADHS kombinieren: Die Balance finden

In einer Gruppe können hochsensible Kinder und Kinder mit ADHS voneinander lernen:

  • Hochsensible Kinder lernen von aktiveren Kindern, ihre Komfortzone zu verlassen und neue Dinge auszuprobieren.
  • Kinder mit ADHS können von den ruhigen Momenten profitieren, die hochsensible Kinder schätzen.

Praktische Übung: „Team Lenny und Milo“

  • Ziel: Kinder lernen, dass unterschiedliche Stärken ein Team bereichern können.
  • Anleitung: Teilt die Gruppe in Paare ein. Eine Person ist „Lenny“, die andere „Milo“. Gemeinsam lösen sie eine Aufgabe, z. B. einen Turm aus Bauklötzen bauen:
    • Lenny übernimmt die Planung und Ruhephasen.
    • Milo bringt Energie und schnelle Ideen ein.
  • Reflektiert nach der Übung: Was habt ihr gut gemacht? Wie hat Lenny geholfen? Wie hat Milo geholfen?

Tipps für Fachkräfte im Umgang mit beiden Gruppen

  1. Individuelle Bedürfnisse erkennen: Nicht jedes Kind ist eindeutig „Lenny“ oder „Milo“. Manche Kinder haben Anteile von beiden. Achtet auf individuelle Unterschiede.
  2. Flexible Ansätze wählen: Hochsensible Kinder brauchen Rückzugsmöglichkeiten, während Kinder mit ADHS Bewegung und Abwechslung bevorzugen. Eine Balance aus Ruhe- und Aktivitätsphasen ist ideal.
  3. Positive Verstärkung nutzen: Lobt Kinder für ihre individuellen Stärken, z. B. „Ich finde es toll, wie ruhig du heute bei der Geschichte warst“ oder „Du hast heute tolle Ideen eingebracht!“

Fazit: Eine pädagogische Reise mit Lenny und Milo

Hochsensibilität und ADHS sind keine Schwächen, sondern Eigenschaften, die die Vielfalt von Kindern bereichern. Mit Lenny und Milo als Vorbildern können wir Kindern helfen, sich selbst besser zu verstehen und ihre Stärken zu nutzen.

Die praktischen Übungen machen es leicht, Hochsensibilität und ADHS im pädagogischen Alltag zu berücksichtigen und beide Gruppen individuell zu unterstützen. Lasst uns gemeinsam mit Lenny und Milo auf diese spannende Reise gehen – für eine Welt, in der jedes Kind seinen Platz findet! 🧡

Tags: ADS, ADHS, Hochsensibilität, Entspannung, Bewegungspausen

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