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Arbeitsblätter - (Wann) ist Lügen erlaubt? Schopenhauers Antwort als Texträtsel individuell erarbeiten - Daniel Freund - Deckblatt
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Beschreibung

Informationen zum Material

Mit Hilfe dieses Materials lässt sich Arthur Schopenhauers Antwort auf die Frage, ob und wann Lügen erlaubt ist, sehr innovativ und in individuellem Lerntempo erarbeiten.
Das Material ist ähnlich aufgebaut wie die bei Kindern (früher?) so beliebten Texträtsebücherl: Man muss auf jeder Seite eine Entscheidung  treffen (bzw. eine Antwort geben), die einen auf die nächste Seite verweist.
Somit können alle SuS in ihrem Tempo arbeiten und werden individuell nach ihren Fehlern beraten - denn bei falschen Antworten wird nochmal auf eine genaue Textstelle verwiesen, die man sich näher anschauen sollte.
Für besonders schnelle SuS wartet am Ende des Texträtsels noch eine vertiefende Aufgabe mit Lebensweltbezug. Diese Aufgabe böte sich ebenfalls als vertiefende Hausaufgabe an.


Eignung des Materials

Das Material eignet sich für die Phase der angeleitet-kontrollierten Problemlösung. Unbedingt sollte die Ausgangsfrage vorher - etwa in der vorherigen Stunde - intuitiv von den SuS beantwortet worden sein. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass die Antworten der SuS von der von Schopenhauer nicht zu stark divergieren, was ein Erfolgserlebnis ermöglicht. Alternativ könnte man Schopenhauer nutzen, um Kants kategorischem Lügenverbot eine andere Einschätzung entgegenzusetzen und so Henkes Forderung nach einer dialektischen Unterrichtsplanung entsprechen.

Vorbereitung des Materials für den Unterricht

Die erste Seite ist der Ausgangstext, der von den SuS aufmerksam und womöglich mehrmals gelesen wird. Deswegen sollte die erste Seite im DIN-A4-Format ausgedruckt werden.
Die folgenden Seiten bilden dann das Texträtsel-"Büchlein". Dafür reicht DIN-A5. In der richtigen Reihenfolge aufeinandergelegt werden sie an der linken Seite doppelt getackert, sodass die SuS die insgesamt 11 Seiten durchblättern können.


Quellen des Autorentexts

Die Informationen zu Schopenhauers Meinung über das Lügen sind maßgeblich seinem Hauptwerk (Die Welt als Wille und Vorstellung, Buch IV) und seiner Preisschrift (Grundprobleme der Ethik) entnommen. Bei weiteren Nachfragen geben ich gerne Auskunft.

(Wann) ist Lügen erlaubt? Schopenhauers Antwort als Texträtsel individuell erarbeiten

3,99 €
Produktdetails
  • Klassenstufe:
    5-6. Klasse
  • Umfang:
    12 Seiten
  • Materialtyp:
    Arbeitsblätter, Aufgabenkarten, Interaktives Material
  • Format:
    PDF

Bewertungen und Kommentare

Dieses Material wurde noch nicht bewertet.
GlyCmn
27. August 2023
Hallo. Ich dachte es gibt nur diese zwei Ausnahmesituationen, in denen nach Schopenhauer gelogen werden darf oder ich habe seine Theorie falsch verstanden. Ist es möglich, sich in irgendeiner Weise darüber auszutauschen?
Daniel Freund
28. August 2023
Hallo GlyCmn, danke für deinen Kommentar! Im Zuge der didaktischen Reduktion würde ich es bei diesen zwei Ausnahmefällen belassen. Taucht man aber tiefer in die Materie ein, entdeckt man einige Unstimmigkeiten bei Schopenhauer: In "Die beiden Grundprobleme der Ethik" nennt er die im Material genannten zwei Ausnahmesituationen als die einzigen Ausnahmen, widerspricht sich wenig später aber selbst: "Aber gegen die völlig unbedingte, ausnahmslose und im Wesen der Sache liegende Verwerflichkeit der Lüge spricht schon dies, daß es Fälle giebt, wo lügen sogar Pflicht ist, namentlich für Ärzte; ebenfalls, daß es edelmüthige Lügen giebt [...] überhaupt in allen den Fällen, wo Einer die Schuld des Andern auf sich laden will; endlich daß sogar Jesus Christus ein Mal absichtlich die Unwahrheit gesagt hat." (S. 229, ich stelle einen Link zu der Stelle ans Ende dieses Kommentars). Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass du seine Theorie richtig verstanden hast, jedenfalls wenn man sich sein Hauptwerk genauer anschaut. Dort erklärt er, in Band 1, Buch 4, §62, dass sowohl Gewalt als auch List (bzw. Lüge) Unrecht sei, allerdings dürfe Unrecht mit Unrecht abgewehrt werden dürfe, "obgleich die dabei ausgeübte Gewaltthätighkeit, bloß an sich und abgerissen betrachtet, Unrecht wäre, und hier nur durch ihr Motiv gerechtfertigt, d. h. zum Recht wird." Schopenhauer verweist in seinem Hauptwerk dann allerdings wieder auf die oben erwähnte Preisschrift, womit wir wieder bei den fragwürdigen weiteren Ausnahmen wären. Wäre ich Schopenhauer zugeneigt, würde ich sagen, dass er diese Ausnahmen, wie die Lüge eines Arztes oder Jesus' Lüge, als Argument gegen die absolute Verwerflichkeit der Lüge anführt. Als Kritiker seiner Theorie müsste man aber darauf hinweisen, dass er damit im Grunde auch weitere Ausnahmen zum Lügen legitimiert. Am Ende ist es dir natürlich überlassen, Schopenhauer zu deuten. Mit einem LK kann man da sicher auch richtig schön mit dem Text arbeiten und verschiedene Auslegungen durchgehen. Nur mit einer fünften Klassen sollte man sich vielleicht auf die leicht verständlichen Aspekte fokussieren, weswegen dieses Material diese eher fragwürdigen Textstellen aus Schopenhauers Preisschrift ausklammert. Ich hoffe, ich konnte dir helfen! https://books.google.de/books?hl=de&lr=&id=KW5YkypIYkQC&oi=fnd&pg=PA1&dq=schopenhauer+grundprobleme+der+ethik+pdf&ots=x3GhWVlqis&sig=cgh4yBE7Ib3YTMIk7ZZsvfGc5Sk#v=onepage&q=l%C3%BCge&f=false

Daniel Freund
28. August 2023
Hallo GlyCmn, danke für deinen Kommentar! Im Zuge der didaktischen Reduktion würde ich es bei diesen zwei Ausnahmefällen belassen. Taucht man aber tiefer in die Materie ein, entdeckt man einige Unstimmigkeiten bei Schopenhauer: In "Ueber das Fundament der Moral" nennt er die im Material genannten zwei Ausnahmesituationen als die einzigen Ausnahmen, widerspricht sich wenig später aber selbst: "Aber gegen die völlig unbedingte, ausnahmslose und im Wesen der Sache liegende Verwerflichkeit der Lüge spricht schon dies, daß es Fälle giebt, wo lügen sogar Pflicht ist, namentlich für Ärzte; ebenfalls, daß es edelmüthige Lügen giebt [...] überhaupt in allen den Fällen, wo Einer die Schuld des Andern auf sich laden will; endlich daß sogar Jesus Christus ein Mal absichtlich die Unwahrheit gesagt hat." (S. 229, ich stelle einen Link zu der Stelle ans Ende dieses Kommentars). Grundsätzlich würde ich aber sagen, dass du seine Theorie richtig verstanden hast, jedenfalls wenn man sich sein Hauptwerk genauer anschaut. Dort erklärt er, in Band 1, Buch 4, §62, dass sowohl Gewalt als auch List (bzw. Lüge) Unrecht sei, allerdings dürfe Unrecht mit Unrecht abgewehrt werden dürfe, "obgleich die dabei ausgeübte Gewaltthätighkeit, bloß an sich und abgerissen betrachtet, Unrecht wäre, und hier nur durch ihr Motiv gerechtfertigt, d. h. zum Recht wird." Schopenhauer verweist in seinem Hauptwerk dann allerdings wieder auf die oben erwähnte Preisschrift, womit wir wieder bei dem Problem wären, ob es mehr als die beiden in dem Material genannten Ausnahmen gibt. Würde man Schopenhauer schätzen, könnte man mutmaßen, dass die Beispiele der Arztlüge oder „Jesuslüge“ ein Argument gegen eine absolute Verwerflichkeit der Lüge sein sollen, da diese Lügen offensichtlich nicht verwerflich seien. Würde man ihn kritisieren wollen, könnte man schließen, dass er unachtsam mehrere Ausnahmen definiert und sich selbst wiedersprochen hat. Im Zuge der didaktischen Reduktion würde ich aber auf solche philosophischen Feinheiten und unterschiedlichen Auslegungen in der fünften Klasse verzichten. Mit einem LK wäre es aber sicher spannend, verschiedene Interpretationen und Auslegungen zu diskutieren. https://books.google.de/books?hl=de&lr=&id=KW5YkypIYkQC&oi=fnd&pg=PA1&dq=schopenhauer+grundprobleme+der+ethik+pdf&ots=x3GhWVlqis&sig=cgh4yBE7Ib3YTMIk7ZZsvfGc5Sk#v=onepage&q=l%C3%BCge&f=false

GlyCmn
28. August 2023
Hallo Daniel! Vielen lieben Dank für deine ausführliche Rückmeldung! Also ist es besser, für JG5/6 sich eher darauf zu fokussieren, dass er diese zwei Ausnahmesituationen nennt. Also beziehen sich diese Ausnahmefälle wirklich nur auf Gefahrensituationen bei Gewalt, richtig?, bzw. wenn Gewalt bei Wahrheit die Folge wäre, dann darf man nach Schopenhauer lügen, sonst nicht. Wenn ich den Link öffne, dann ist leider als "leer" :(
Daniel Freund
29. August 2023
Sehr gerne! Wie so oft, ist die Theorie von Schopenhauer in dem Material stark heruntergebrochen, damit sie für Fünfer greifbar und nachvollziehbar wird. Im Grunde genommen ist für Schopenhauer die Lüge Unrecht. Sie ist allerdings genehmigt, wenn durch sie Unrecht abgewehrt wird. Ein Beispiel von Schopenhauer selbst: "Ja, wenn Jemand mein mir geraubtes Geld verspielt, habe ich das Recht falsche Würfel gegen ihn zu gebrauchen, weil alles was ich ihm abgewinne schon mir gehört." (Die Welt als Wille und Vorstellung, Band 1, Buch 4, §62). Wie du sehen kannst, geht es nicht nur um Gefahrensituationen und Gewalt, sondern auch darum, dass einem kein Unrecht geschieht. Unrecht wiederum ist für Schopenhauer unterteilbar in "Gewalt" und "List" - Lügen sind also sowohl bei drohender Gewalt als auch bei listigem Verhalten erlaubt. Wenn ich mein geklautes Fahrrad bei ebay sehe, kann ich ein Kaufinteresse vortäuschen und mit der Polizei auftauchen - diese Lüge wäre für Schopenhauer völlig in Ordnung, obwohl keine Gewalt die Folge gewesen wäre. Ist das verständlich? Der Link führt zu einem Scan in Fraktur von Schopenhauers Preisschrift. Wenn du "Die beiden Grundprobleme der Ethik: behandelt in zwei akademischen Preisschriften" googlest und bei Google auf "Bücher" klickst, sollte sie dir ebenfalls angezeigt werden :)

eduki D-A-CH
18. Oktober 2023
Zusammenfassung früherer Bewertungen: like 1 Lehrer*innen empfehlen das Material
Seit Oktober 2023 gibt es bei eduki verbesserte Qualitäts- und Bewertungskriterien. Damit jedoch kein Feedback aus früheren Bewertungen verloren geht, haben wir die vorherigen Bewertungen für dich gebündelt. Das Material wurde aufgrund folgender Eigenschaften besonders gelobt:
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