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Flucht ist ein sehr komplexes Thema, welches differenziert betrachtet werden sollte. In Deutschland ist es seit 2015 durch die Medienberichterstattung leider für viele Teile der Bevölkerung zu einem großen Angstthema mutiert und beschäftigt Menschen auf unterschiedlichen Ebenen: Die einen schauen mit potenziellen Hilfsangeboten auf die Bedürfnisse der ankommenden Menschen, andere schauen über die Landesgrenzen und beurteilen die Situation auf der Basis geopolitischer Analysen, und wiederum andere sind verunsichert und sagen nun: „2015 darf sich nicht wiederholen!“.
Menschen flüchten nicht aus Spaß, es sind äußere und/oder strukturelle Gegebenheiten, die Menschen dazu bewegen, ihre Heimat zu verlassen. Die Frage sollte eigentlich nicht lauten: „Warum fliehen Menschen?“, sondern viel mehr: „Warum fliehen nicht alle Menschen, die die gleichen Erfahrungen machen müssen?“ (unter den Bedingungen, die zu einer Flucht führen). Weltweit sind heute mehr Menschen auf der Flucht als je zuvor. Die Hälfte davon, ca. 30 Millionen, sind Kinder und Jugendliche. Die meisten Menschen fühlen sich ihrem Zuhause verbunden. So vielfältig die Fluchtursachen auch sein mögen, so einfach ist das Gemeinsame: Es sind schwerwiegende Gründe, denn „einfach so“ flieht niemand.
Der Schwerpunkt dieser Unterrichtseinheit liegt auf den Ursachen für Flucht, denn Flucht hat immer einen Grund. Ziel dieser Einheit soll es sein, Faktenwissen zu erarbeiten und Schüler*innen gleichzeitig für die Komplexität von Fluchtursachen zu sensibilisieren. Das Wissen um die Beweggründe kann eigene Vorannahmen hinterfragen, so können bestehende Betrachtungsweisen und auch Vorurteile reflektiert und abgebaut werden.
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