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Die Schülerschaft der Sekundarstufe II weist insbesondere im Bereich der sprachlichen und fachmethodischen Kompetenz eine erhebliche Heterogenität auf: Während einzelne Schüler sprachlich überzeugende Analysen schreiben, die nur noch den letzten Feinschliff hinsichtlich der Fachsprache benötigen, scheitern andere bereits an der korrekten Verwendung des Präsens, dem Satzbau oder der richtigen Zeichensetzung.
Oft erscheint es wie ein Kampf gegen Windmühlen, in diesem Bereich eine individuelle Förderung zu gewährleisten, vor dem so manch ein Lehrer kapituliert: Wie man Zitate korrekt in den eigenen Text einbindet, wann man den Konjunktiv in der indirekten Rede verwendet und dass sich das Liebespaar nicht auf Seite 50, sondern allenfalls auf den Mund küsst, sollten die Schüler doch schon in der Sekundarstufe I gelernt haben. Außerdem muss man die Schüler ja auch noch inhaltlich auf das Abitur vorbereiten.
Doch spätestens bei der nächsten Klausurkorrektur wird dem engagierten Lehrer bewusst, dass der Unterricht in der Oberstufe nicht nur inhaltlich geprägt sein kann, sondern hinsichtlich der Förderung im Bereich der Darstellungsleistung mehr getan werden muss. Aber wie?
Dieses Material möchte dabei helfen, nachhaltige Lernprozesse unkompliziert und alltagstauglich zu initiieren. Dabei wird insbesondere darauf geachtet, dass das Material in den alltäglichen - wohl insbesondere inhaltlich geprägten - Unterricht integriert werden kann.
Vorschläge für den Unterrichtseinsatz:
Variante 1:
Die insgesamt 17 Fehlerkarten bilden typische Fehlerschwerpunkte ab. Sie lassen sich binnendifferenziert einsetzen, indem jeder Schüler eine Fehlerkarte mit seinen größten "Baustellen" erhält. Zudem enthalten die Fehlerkarten auf der Rückseite Hilfestellungen für schwächere Schüler.
Zur Vor- und Nachbereitung von Klausuren erhält jeder Schüler eine Fehlerkarte (bitte in der Mitte knicken) mit dem Auftrag, diese zuhause zu bearbeiten.
Im Unterricht ist es dann seine Aufgabe, die Fehlerkarte als Experte mit seinen Mitschülern zu besprechen. Hierzu kann eine noch nicht korrigierte Fehlerkarte per Beamer eingeblendet oder als Folie aufgelegt werden. Der Experte moderiert das Gespräch und verbessert gemeinsam mit seinen Mitschülern auf der Basis seiner zuhause vorbereiteten Aufzeichnungen die aufgelegte/eingeblendete Fehlerkarte.
Der Auswertungsbogen wird von allen Schülern genutzt, um die Verbesserung und individuell Beachtenswertes für sich zu sichern. Der Bogen ist somit auch eine große Hilfe für die individuelle Vorbereitung auf die nächste Klausur.
Denkbar ist es, auf diese Weise in jeder Stunde eine Fehlerkarte zu besprechen, was selten mehr als 5-10 Minuten erfordern wird. Auf diese Weise wird kontinuierlich an der sprachlichen Kompetenz der Schüler gearbeitet, ohne die Inhaltliche Arbeit z.B. an Lektüren zu beeinträchtigen.
Variante 2:
Die einzelnen Fehlerkarten werden im Rahmen eines Stationenlernens, das etwa 3 Unterrichtseinheiten umfasst, behandelt. Jeder Schüler durchläuft alle Stationen und trägt seine Ergebnisse in dem Auswertungsbogen zusammen.
Die ebenfalls im Material enthaltenen Lösungsblätter eignen sich dabei zur Selbstkorrektur.
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