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Diese komplett vorbereitete Unterrichtsstunde beginnt mit einem Rätsel: Ein Vater und sein Sohn haben einen Unfall, der Sohn muss operiert werden. Doch jemand aus dem Chirurgie-Team sagt: „Ich kann ihn nicht operieren – er ist mein Sohn!" Viele Lernende kommen nicht sofort darauf, dass die Chirurgin die Mutter ist. Genau daran wird sichtbar, wie fest Rollenbilder in unseren Köpfen verankert sind.
Die Materialien sind auf den Bildungsplan Gemeinschaftskunde für die Berufsschule in Baden-Württemberg abgestimmt (LPH 7/2016). Sie setzen im Modul 1 „Auszubildende und ihre Lebenswelt" diesen Pflichtinhalt um: „setzen sich mit unterschiedlichen Rollenbildern in Familie und Gesellschaft auseinander". Die Stunde passt direkt nach einer Einheit zu Lebens- und Familienformen.
Im ersten Arbeitsblatt erarbeiten die Lernenden mithilfe eines Infotextes die Begriffe soziale Rolle, Rollenerwartung, Rollenbild und Stereotyp sowie das traditionelle und das partnerschaftliche Rollenbild. Sie halten die Begriffe auf vier Begriffskarten fest und entscheiden bei acht Aussagen, ob es sich um ein Klischee oder einen Fakt handelt. In einem Schaubild sammeln sie, wo Rollenbilder erlernt werden: in Familie, Schule, Freundeskreis, Ausbildungsbetrieb und Medien. Zum Schluss beurteilen sie die Aussage, Teilzeit bei Müttern beweise eine „natürliche" Neigung zur Kinderbetreuung.
Das zweite Arbeitsblatt zeigt den Wandel. Die Lernenden ordnen sechs Ereigniskarten auf einem Zeitstrahl ein: vom Grundgesetz 1949 über die Abschaffung der „Hausfrauenehe" 1977 bis zum Kita-Rechtsanspruch 2013. Anschließend werten sie ein Säulendiagramm mit aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts aus: unbezahlte Arbeit, Teilzeitquote von Müttern und Vätern und Bezugsdauer des Elterngelds. Zum Abschluss nehmen sie Stellung zur These, die Gleichberechtigung sei längst erreicht.
Das dritte Arbeitsblatt verbindet Rollenbilder mit der Berufswahl. Zwei Porträts stellen Selin, angehende Kfz-Mechatronikerin, und Jonas, angehender Medizinischer Fachangestellter, vor. Die Lernenden arbeiten heraus, auf welche Vorurteile die beiden stoßen und wer sie unterstützt. In einer Mindmap sammeln sie Gründe für eine „typische" Berufswahl. Mit einer Positionslinie beziehen sie Stellung zu der These, der Staat solle Ausbildung in geschlechtsuntypischen Berufen fördern.
Zur Sicherung liegt ein Tafelbild bei: Das traditionelle und das partnerschaftliche Rollenbild stehen sich gegenüber, ein Pfeil zeigt die Ursachen des Wandels. Darunter stehen die Stereotype, die bis heute wirken, und ein Fazit. Die Elemente erscheinen per Klick nacheinander. Als Puffer gibt es einen Stellenanzeigen-Check: Die Lernenden prüfen drei Anzeigen anhand des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und formulieren eine Anzeige geschlechtsneutral um.
Der Umfang ist auf eine Doppelstunde (ca. 90 Minuten) ausgelegt. Ein Verlaufsplan mit Lernzielen, Zeitangaben, Sozialformen und Medien erleichtert die Planung. Die Aufgabenformate wechseln von Arbeitsblatt zu Arbeitsblatt: Infotext, Begriffskarten, Ankreuzen, Schaubild ergänzen, Zeitstrahl, Diagramm mit Lückensätzen, Porträts, Mindmap, Positionslinie und Schreibaufgabe. Jedes Arbeitsblatt enthält eine Urteilsaufgabe im Anforderungsbereich III und eine Zusatzaufgabe für schnelle Lernende. Die Stunde kommt ohne digitale Endgeräte aus.
In den Materialien findest Du Lösungen zu allen Arbeitsblättern, einschließlich aller Originaldateien wie beispielsweise Textdokumente und Präsentationen. Dadurch hast Du die Freiheit, selbstständig Anpassungen vorzunehmen. Für den Einstieg gibt es einen Lösungsvorschlag in der „Notizen"-Sektion der Präsentation.
Dieses Materialpaket wurde für das Fach Gemeinschaftskunde an der Berufsschule in Baden-Württemberg im ersten Ausbildungsjahr entwickelt. Es orientiert sich am Bildungsplan und behandelt grundlegende Themen, die für die politische und gesellschaftliche Bildung von Auszubildenden relevant sind. Dazu gehören die Rolle der Auszubildenden im Betrieb, unterschiedliche Lebens- und Familienformen, Aspekte einer familienfreundlichen Politik, der demografische Wandel, sowie die Ursachen und Folgen von Migration. Außerdem werden die Entwicklung der Sozialversicherung sowie die Nutzung sozialer Medien und anderer Medien thematisiert.In den Materialien findest Du Lösungen zu allen Arbeitsblättern, einschließlich aller Originaldateien wie beispielsweise Word, PowerPoint und Excel. Dadurch hast Du die Freiheit, selbstständig Anpassungen vorzunehmen. Für den Einstieg gibt es einen Lösungsvorschlag in der "Notizen"-Sektion der PowerPoint-Präsentation.In diesem Materialpaket sind folgende Stunden enthalten:1. Rolle im Ausbildungsbetrieb, Familie und Gesellschaft2. Lebens- und Familienformen3. Familienfreundliche Politik4. Demografischer Wandel5. Ursachen und Folgen von Migration6. Entwicklung der Sozialversicherungen7. Nutzungsverhalten Soziale Medien8. Chancen und Risiken von Medien
Klassenstufen: BS: Lehrjahr 1, BS: Lehrjahr 2
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