Ein Werkzeugkasten für alle, die Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten begleiten – im Mobilen Sonderpädagogischen Dienst, in der Inklusionsberatung, als Klassenleitung oder Beratungslehrkraft. ▶ WARUM DIESES HEFT Kaum ein Thema ist so von gut gemeinten Ratschlägen überwuchert. „Er muss einfach mehr lesen." – „Schreiben Sie zu Hause Diktate." – „Das wächst sich aus." Jeder dieser Sätze klingt vernünftig, und jeder kostet ein Kind Monate. Nicht die Menge des Übens entscheidet, sondern die Art. ▶ DIE FRAGE, DIE DEN UNTERSCHIED MACHT Welche Fehlerart ist es? Eine Fehlerzahl sagt nichts darüber, was zu üben ist. Erst die Sortierung in vier Gruppen – Mitsprechen, Verlängern und Ableiten, Merkwörter, Regeln – zeigt, welche Strategie fehlt. Geübt wird dann nur die häufigste Gruppe, nicht alle vier. ▶ WAS DU BEKOMMST - 38 Seiten Praxisheft als ausfüllbare PDF (alle Felder direkt am Rechner beschreibbar) - Dieselben Seiten als editierbares Word-Dokument - Über 540 vorbereitete Eingabefelder: Beobachtung, Fehleranalyse, Förderplan, Antrag - Kopiervorlagen V1–V10, drei Legematerialien mit Kartenseiten und drei Seiten für das Kind selbst ▶ INHALT 1. Begriffe sortiert: Lese-Rechtschreib-Störung, Legasthenie, LRS – und warum das für Anträge zählt 2. Was tatsächlich dahintersteckt – und was nicht (b/d-Verdreher, Augen, „keine Mühe") 3. Was wirkt und was nicht belegt ist – mit einer Sortierübung fürs Kollegium 4. Lesen beobachten: Genauigkeit, Tempo, Verstehen getrennt 5. Fehler sortieren statt zählen – die vier Gruppen 6. Das Lesetandem: zehn Minuten täglich, vier Durchgänge, sofortiges Einsagen 7. Vier Rechtschreibstrategien, laut mitgesprochen 8. Nachteilsausgleich und Notenschutz: Bedingung oder Bewertung? 9. Das Elterngespräch – ohne Diktatempfehlung und ohne Schuldzuweisung 10. Feststellung und Antrag: wer macht was bis wann ▶ BESONDERHEIT Die Wirkt-das-Karten für das Kollegium. Fünfzehn Minuten Konferenz, zwei Felder – und danach empfiehlt eine Schule anderes als vorher. Dazu die Strategiekarten fürs Kind und die Lesetandem-Karten mit den vier Schritten bei einem Fehler. ▶ FÜR WEN Für den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) und alle regionalen Entsprechungen: Sonderpädagogischer Dienst, Mobiler Dienst, Beratungs- und Förderzentrum (BFZ), Förder- und Beratungszentrum, Ambulanter Sonderpädagogischer Dienst, Inklusionsberatung, Gemeinsames Lernen, Zentrum für Inklusiv- und Sonderpädagogik (ZIS), Schulische Heilpädagogik. Ebenso für Klassenleitungen, Deutschlehrkräfte, Beratungslehrkräfte, Förderlehrkräfte, Lerntherapie und Referendarinnen und Referendare. ▶ FACHLICHER STAND Lese- und/oder Rechtschreibstörung (ICD-10 F81.0/F81.1, ICD-11 6A03); je nach Definition sind etwa 4 bis 8 % der Kinder betroffen. Bezug: S3-Leitlinie „Diagnostik und Behandlung der Lese- und/oder Rechtschreibstörung" (AWMF 028-044). Wirksam sind symptomspezifische Verfahren, wiederholtes lautes Lesen mit sofortiger Rückmeldung und kurze tägliche Einheiten; nicht belegt sind Blickbewegungs-, Hör- und Wahrnehmungstraining sowie farbige Folien. ▶ HINWEIS Keine Diagnostik, keine Lerntherapie, keine Rechtsberatung. Nachteilsausgleich und Notenschutz richten sich nach dem jeweiligen Landesrecht – in Bayern nach §§ 33 und 34 BaySchO auf Grundlage einer schulpsychologischen Stellungnahme; nur der Notenschutz wird im Zeugnis vermerkt. © Der Inklusionscoach
▶ AUCH BEKANNT ALS – die Begriffe im deutschsprachigen Raum
Mobiler Sonderpädagogischer Dienst (MSD, Bayern) · Sonderpädagogischer Dienst (Baden-Württemberg) · Mobiler Dienst (Niedersachsen) · Beratungs- und Förderzentrum BFZ und inklusive Beschulung (Hessen) · Gemeinsames Lernen und sonderpädagogische Unterstützung (Nordrhein-Westfalen) · Förder- und Beratungszentrum FBZ (Rheinland-Pfalz) · Regionales Bildungs- und Beratungszentrum ReBBZ (Hamburg) · SIBUZ (Berlin) · Diagnostischer Dienst (Mecklenburg-Vorpommern) · Mobiler Sonderpädagogischer Diagnostischer Dienst MSDD (Sachsen-Anhalt) · Inklusiver Unterricht, sonderpädagogischer Förderbedarf SPF und Zentrum für Inklusiv- und Sonderpädagogik ZIS (Österreich) · Schulische Heilpädagogik SHP, Integrative Förderung IF und sonderpädagogische Massnahmen (Schweiz). Die Vorlagen sind bundesland- und kantonsunabhängig nutzbar; rechtliche Hinweise beziehen sich auf Bayern – bitte die Fassung prüfen, die für dich gilt.
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