Lehrkraft und Fachleiter. Material mit Lösungen, Erwartungshorizont und belegter Befundlage.
1306 Materialien
2260 Follower
87 Following






„Erst Manndeckung, dann Raumdeckung — so lernt man das.“ Der Satz organisiert seit Jahrzehnten den Abwehrunterricht, und für ihn wurde weder eine empirische Grundlage noch eine Altersangabe gefunden, ab der Raumdeckung lernbar wäre. Schlimmer noch: Er unterstellt zwei Systeme, wo es um eine einzige Frage geht — woran orientierst du dich? Am Gegner, am Raum oder am Ball?
Denn auch in der Manndeckung verschiebt man zum Ball. Wer das nicht tut, verteidigt einen Gegner statt einen Angriff. Und wer allein richtig steht, hilft der Mannschaft trotzdem nicht: Verschieben ist nichts, was einer allein tun kann. Genau das ist der Satz, den das hessische Kerncurriculum für die Jahrgangsstufen 7 bis 9 verlangt — „gruppenbezogene Verständigungsprozesse zur Verhinderung gegnerischer Abschlussaktionen“.
Diese Einheit macht daraus zwei Zahlen, die eine Klasse messen kann — den Ballabstand einer angreifenden Person und den Deckungsabstand ihres Gegenspielers — und eine dritte, die man zählt: Auf der Ballseite stehen mehr Verteidigende als Angreifende. Dazu den Deckungsschatten, der wirkt, ohne dass jemand angefasst wird. Sechzehn Seiten, 11 Aufgaben in drei Niveaus, zwölf Karten zum Ausschneiden.
Sechzehn Seiten, die als Ganzes gedacht sind. Zwei Seiten für die Lehrkraft eröffnen: eine Tabelle, die den Sprung im Curriculumswortlaut sichtbar macht — vom Einzelnen, der verteidigt, zur Gruppe, die sich verständigt —, die drei Niveaus, und eine Befundseite, auf der die Befundlage so dünn ist, dass sie im Heft steht statt in einer Fußnote.
Dann zwei Seiten zum Aushängen. Das Merkplakat „Der Schatten hinter dir“ zeigt an einer Stellung, wohin der Pass nicht ankommt, und gliedert das Abwehrverhalten in drei Kacheln: zuerst den Ball, je näher desto enger, stellen statt stoßen. Die große Spielszene „Einer allein rückt nicht“ zeigt in drei Bildern einen Seitenwechsel — und dass die Abwehr schlechter steht als vorher, obwohl die eine Person, die mitgerückt ist, alles richtig gemacht hat. Beide Seiten vertragen die Vergrößerung auf A3.
Fünf Arbeitsseiten tragen 11 Aufgaben in drei Niveaus, vier davon mit dem Lineal zu messen und zwei zum Abzählen. Es folgt eine Daten- und Befundseite, ein Kartenblatt mit zwölf Karten zum Ausschneiden — elf Fachwörter und eine Zahl — und zwei Lösungsseiten.
Auf Seite 15 stehen die vierzehn Fachwörter dieser Einheit mit je zwei Kästchen zum Abhaken, ein Beobachtungsbogen mit den Spalten „Ball erobert“, „Pass abgefangen“ und „Foul gepfiffen“ und die Selbstkontrolle; auf Seite 16 das Quellenverzeichnis mit Belegstufen, die Sicherheitsangaben mit Fassung und Datum, die Ampel zur Befundlage und die Leiste mit allen fünf Einheiten. Die dritte Bogenspalte ist Absicht: Verteidigen ist die Stelle, an der die meisten Fouls entstehen.
Wie die Seiten aussehen, gehört bei diesem Thema zur Sache. Die Hefte sind handgezeichnet gesetzt: gezeichnete Rahmen statt gerader Kästen, Aquarellflächen hinter den Konturen, Bildunterschriften in Handschrift, warmes Papier. Der Nutzen ist handfest — dieses Material wird nicht am Schreibtisch gelesen, sondern an der Bande, im Stehen, mit einer Klasse im Rücken. Deshalb ist jede Aussage kurz, jedes Bild aus drei Metern ablesbar, und deshalb steht die Zeichenerklärung an jedem einzelnen Bild und nicht nur einmal vorne im Heft.
Die drei Niveaus heißen I, II und III. Sie sind Grade der Unterstützung, nicht Grade der Schwierigkeit, und sie arbeiten am selben Gegenstand: Die Seiten 6, 8 und 10 lesen dasselbe Standbild, die Seiten 5, 7, 9 und 10 dieselbe Spielszene. Was sich unterscheidet, ist die Frage — nicht das Bild. Niveau I gibt die Aufgabe mit Vorentlastung: eine vorstrukturierte Tabelle, die Anzahl der gesuchten Eintragungen genannt, dazu ein Hilfekasten, der einen Hinweis gibt und keine Lösung. Niveau II bekommt dieselbe Stellung ohne jede Stütze und ohne Hilfekasten. Niveau III denkt dieselbe Sache weiter: entscheiden, eine Regeländerung erfinden, eine verbreitete Behauptung beurteilen.
Das Beispiel aus diesem Heft: Die Seiten 6, 8 und 10 zeigen dasselbe Standbild aus einem 4 gegen 4, und vor dem Spiel war verabredet, wer wen deckt. Niveau I misst mit dem Lineal und trägt in eine vorbereitete Tabelle ein — links den Ballabstand, rechts den Deckungsabstand, acht Eintragungen, mit Hilfekasten. Heraus kommen Ballabstände von null, rund 31, rund 45 und rund 59 Millimetern. Niveau II bekommt dasselbe Bild ohne Tabelle und ohne Hilfe und die Regel „je näher am Ball, desto enger“ — und soll damit das Paar finden, das nicht in die Reihe passt. Es ist das mit rund 59 mm Ballabstand und rund 11 mm Deckungsabstand: der ballfernste Gegner wird am engsten gedeckt. Niveau III verlässt die Stellung und geht an die Regeln: Welche Regel erzwingt das Verschieben, wenn man die Torwertung nicht anfassen will?
Die Niveaus werden ausgelegt, nicht zugeteilt. Kein Blatt sagt, für wen Niveau I gedacht sei, und der Weg von II zurück zu I ist kein Rückschritt. Auf jeder Arbeitsseite steht unten ein Vorschlag, wie dieselbe Sache in der Halle ausprobiert wird — mit Feldgröße in Schritten, mit Personenzahl und mit der Frage, die danach besprochen wird. Was zu dieser Form an Befunden vorliegt und wo Belege fehlen, steht auf Seite 3 und noch einmal in der Ampel auf Seite 16.
Die Stellung ist gerechnet, nicht gemalt, und der Fehler steckt in den Zahlen und nicht in einer Beschriftung. Drei Paare wachsen gemeinsam — 0 zu 12, 31 zu 19, 45 zu 28 Millimeter —, das vierte bricht die Reihe. Auf der Ballseite stehen dadurch zwei Kreise gegen zwei Quadrate statt zwei gegen drei. Die Klasse findet das selbst, weil sie messen und zählen kann, und die Lösungsseite zeigt mit einem Pfeil, wohin das falsch stehende Quadrat gehört: rund 33 mm von seinem Gegner entfernt, auf der Linie zum Ball.
Der Deckungsschatten wird dabei als Leistung gezeigt und nicht als Zufall. Wer richtig steht, nimmt einen Passweg weg, ohne den Gegner zu berühren — auch aus rund 33 mm Entfernung, weil der Schatten nicht am Abstand hängt, sondern an der Richtung. Das ist die praktisch wichtigste Aussage dieses Hefts: Die beste Abwehrhandlung ist die, für die man niemanden anfassen muss.
Alle Abbildungen sind eigene Zeichnungen aus einer eigenen Zeichenmaschine: kein Foto, keine nachgezeichnete Verbandsgrafik, keine fremde Tabellenstruktur. Gefüllter Kreis ist der Angriff, offenes Quadrat die Abwehr — der Unterschied liegt in der Form und in der Füllung, nicht in der Farbe, und er übersteht die Schwarz-Weiß-Kopie. Durchgezogen ist der Laufweg, gestrichelt der Pass, geschlängelt das Dribbeln. Dass diese Linienarten eine Konvention der Spielpraxis sind und keine Norm, sagt jedes Heft ausdrücklich; in den geprüften Quellen dieser Reihe ist sie nirgends festgelegt. Und jedes Feld ist als Skizze gekennzeichnet: keine Dreipunktlinie, kein Sechsmeterkreis, keine Bande.
Und dann der Punkt, der dieses Heft von anderem Abwehrmaterial trennt. Diese Einheit hat die stärkste curriculare und die schwächste empirische Grundlage der ganzen Reihe, und beides steht im Heft. Der amtliche Wortlaut für 7 bis 9 ist eindeutig. Ein empirischer Befund zum Lehren von Abwehrverhalten im Schulsport wurde dagegen nicht gefunden — weder deutsch noch international. Für „Manndeckung“ und „Raumdeckung“ liegen nur Lexikonartikel vor, die auf ein Fußballlehrbuch von 1980 zurückgehen; für „Ballorientierung“ liegt gar nichts vor. Und die sieben Taktikbausteine der Ballschule Heidelberg, an denen sich die Gliederung dieser Reihe orientiert, enthalten keinen Abwehrbaustein — das ist die Lücke, die diese Einheit füllt. Sie ist deshalb aus dem Curriculumswortlaut und aus der Geometrie des Spielfelds gebaut, nicht aus Studien, und sie sagt das auf Seite 3, auf Seite 11 und in der Ampel auf Seite 16.
Auch die Zahl, die es nicht gibt, steht im Heft: „Eine ballorientierte Abwehr fängt doppelt so viele Pässe ab.“ So etwas steht in keiner geprüften Quelle, weder für den Schulsport noch für den Verein. Was es gibt, wird mit Stichprobe gezeigt: Im 3 gegen 3 waren 12,1 Prozent aller gezählten Handlungen Verzögern, im 5 gegen 5 7,8 Prozent; beim Gleichgewicht ist es umgekehrt, 5,5 gegen 8,6 Prozent. Gemessen an zehn elfjährigen Vereinsfußballern im Training — die Datenseite zeigt diese zehn als zehn Punkte, und Aufgabe 11 lässt die Klasse beurteilen, was daraus folgt und was nicht.
Zu jeder der 11 Aufgaben gehört eine kommentierte Lösung mit vier Feldern: das Ergebnis, der Weg dorthin, das Feld „Auch richtig“ und die typische Verwechslung. Hier lautet sie zum Beispiel: „Näher ist immer besser.“ Näher ist nur besser, wenn der Gegner nah am Ball ist — sonst fehlt man in der Mitte.
Für Sport am Gymnasium, Jahrgangsstufe 7 bis 9, und für jedes Zielschussspiel — im Spiel ändert sich nur der Ball. Diese Einheit setzt die Einheiten 1 bis 3 nicht voraus: Was von dort gebraucht wird, steht auf den Seiten 4 und 5 noch einmal.
Zur Einordnung gehört, was das Curriculum hergibt — und was nicht. Das hessische Kerncurriculum Sport ordnet das Inhaltsfeld „Spielen“ ausdrücklich den Jahrgangsstufen 7 bis 9 zu; die Klassenstufe ist hier also keine Setzung dieser Reihe, sondern steht so im Wortlaut. Zwei Haken gehören dazu, und sie stehen auch auf Seite 2 jedes Hefts: Für die Jahrgangsstufen 6, 8 und 9/10 formuliert das Curriculum dieselben Kompetenzerwartungen — die Progression steht allein in den Inhaltsfeldbeschreibungen. Und es nennt keine einzige Sportart beim Namen, sondern verlangt „ein frei zu wählendes Zielschussspiel“.
Diese Einheit ist die einzige der fünf, deren Gegenstand wörtlich für 7 bis 9 im Curriculum steht: „Gruppenbezogene Verständigungsprozesse zur Verhinderung gegnerischer Abschlussaktionen“ und „Spielpositionen sachgerecht ausfüllen“. Der Unterschied zur Jahrgangsstufe 6 steckt im Wortlaut selbst — dort heißt es „Verhinderung gegnerischer Angriffsaktionen“, und aus einer wird eine Gruppe. Nicht im Curriculum stehen Manndeckung, Raumdeckung, Ballorientierung und Deckungsschatten; das Heft argumentiert deshalb mit dem amtlichen Wortlaut und nicht mit diesen vier Wörtern.
Die Reihe ist in Hessen entstanden und nennt Hessen auf jedem Deckblatt. Sie ist deshalb nicht auf Hessen beschränkt: Was in Basketball, Handball, Fußball und Unihockey taktisch gleich ist, ist kein landesspezifischer Gegenstand. Landesspezifisch sind allein die Sicherheits- und Bewertungsangaben, und die stehen mit Vorschrift, Paragraf, Fassung und Abrufdatum da, damit man sie für ein anderes Land austauschen kann.
Ein Hinweis zum Zweikampf: Was beim Verteidigen erlaubt ist, sagt das Regelwerk der jeweiligen Sportart. Wörtlich belegen kann dieses Heft nur ein Schulregelwerk — für Basketball, Handball und Fußball hat es die Zweikampfregeln nicht im Wortlaut geprüft, und es schreibt das hin. Wer sie in der Klasse bespricht, nimmt das Regelwerk der gespielten Sportart.
Eine Einheit trägt eine Doppelstunde. Unter jeder Arbeitsseite steht der Vorschlag für die Halle danach: hier vier gegen vier auf ein Ziel, Feld etwa fünfzehn mal zwölf Schritte, Angriff ohne Dribbling, damit der Ball oft die Seite wechselt. Alle Seiten sind in Schwarzweiß lesbar; Merkplakat und Spielszene vertragen die Vergrößerung auf A3.
Einheit 4 von fünf. Sie steht auf der Ebene der Mannschaftstaktik — mehrere gegen mehrere — und damit auf der höchsten der drei Ebenen; das ist der Grund, warum sie an vierter Stelle steht. Die Reihe wechselt hier die Seite: Nach dem Anbieten, dem Zusammenspiel und dem Abschluss geht es um die Mannschaft, die das verhindert.
Sie ist trotzdem für sich einsetzbar. Der Deckungsschatten wurde schon in Einheit 1 gebraucht und steht hier noch einmal erklärt — mit demselben Vorbehalt: eine geprüfte Definition gibt es nicht. Die Fachwortliste auf Seite 15 sagt, welche Wörter erst später kommen: Turnierform, feste Rolle, Bezugsnorm, Fairness und Selbsteinschätzung in Einheit 5.
Die Leitfarbe dieser Einheit ist Amethyst. Auf der letzten Seite steht eine Leiste mit allen fünf Einheiten in ihren Farben, damit sichtbar ist, wo die Klasse gerade steht.
Eine achte Klasse spielt vier gegen vier. Zwei Kinder haben den Ball dreißigmal, zwei nie. Wer sich anbietet, tut es meistens dort, wo gerade kein Pass ankommt, und wer verteidigt, klebt an einer Person, statt einen Weg zuzustellen. Am Ende der Stunde hat man gespielt und niemand hat etwas gelernt, weil der Gegenstand unsichtbar geblieben ist: Taktik verschwindet in der Bewegung, sobald das Spiel läuft.Dazu kommt das Sprachproblem. „Freilaufen“, „Überzahl“, „Manndeckung“, „Deckungsschatten“ — diese Wörter stehen in jedem Ratgeber und in keiner geprüften Definition. Sie werden benutzt, als wären sie Fachbegriffe, und sie sind Konvention. Und die Ratgeberliteratur behauptet zu ihrer Wirkung mehr, als sich belegen lässt: Dass man Spiele über das Spielen lehren soll, ist fachlicher Konsens; dass es messbar besser wirkt als der Weg über die Technik, ist für die Spielentscheidungen belegt und für die Technikausführung nicht.Diese fünf Hefte nehmen beides als eine Aufgabe. Sie machen die Taktik auf dem Papier sichtbar, bevor sie in der Halle verschwindet: Jede Spielstellung ist gerechnet, nicht gemalt, und die Klasse misst sie mit dem Lineal nach. Und sie sagen bei jeder Aussage dazu, worauf sie beruht — auf dem Wortlaut des Curriculums, auf einer Studie mit genannter Stichprobe, auf der Geometrie des Feldes oder auf Erfahrungswissen. Zusammen 80 Seiten, fünfmal sechzehn, mit 55 Aufgaben und zu jeder eine kommentierte Lösung.Was enthalten istEinheit 1, Freilaufen und Anbieten. Sich lösen, sich anbieten, den Raum sehen. Anspielbar ist, wer freien Raum hat, einen freien Passweg und Blickkontakt zum Ballbesitzer — drei Bedingungen, von denen die dritte sich nicht zeichnen lässt und deshalb ausgeschrieben wird. Die Einheit führt die Zeichensprache der ganzen Reihe ein.Einheit 2, Passen unter Druck. Ein Passweg ist kein Strich, sondern ein Fenster mit einer Breite: zweimal der Abstand des nächsten Gegners zur Passlinie. Dazu die sechs Druckbedingungen — Zeit, Präzision, Komplexität, Organisation, Variabilität, Belastung — mit je einer Regel, die sie im Unterricht erzeugt.Einheit 3, Zum Abschluss kommen. Überzahl ist kein Zustand, sondern ein Zeitfenster: Drei gegen zwei bleibt es, bis der dritte Verteidiger da ist. Entschieden wird an zwei Zahlen, die absichtlich gegenläufig sind — dem Weg zum Ziel und dem Platz am Ende.Einheit 4, Verteidigen. Nicht „Mann oder Raum“ ist die Frage, sondern: Wohin schaust du zuerst? Ballabstand und Deckungsabstand sind zwei Zahlen, die eine Klasse messen kann, und der Deckungsschatten wirkt, ohne dass jemand angefasst wird. Diese Einheit trägt den einzigen Wortlaut der Reihe, der wörtlich für 7 bis 9 im Curriculum steht.Einheit 5, Spielen und beurteilen. Ein Turnier ist eine Rechenaufgabe, bevor es ein Erlebnis ist: sieben Mannschaften, drei Felder, sieben Runden zu fünf Minuten, 21 Spiele, sechs für jede. Dazu Beobachtungsbögen, die zählen statt zu beurteilen, und ein Bewertungsraster, das vor dem Turnier aushängt.Jede Einheit hat denselben Bau: zwei Seiten für die Lehrkraft, zwei Seiten zum Aushängen und Vergrößern auf A3, fünf Arbeitsseiten mit 11 Aufgaben in drei Niveaus, eine Daten- und Befundseite, ein Kartenblatt mit zwölf Karten zum Ausschneiden, zwei Lösungsseiten, eine Fachwortliste mit Beobachtungsbogen und Selbstkontrolle sowie eine Quellenseite mit Ampel. Das sind zusammen 80 Seiten, 10 Seiten zum Aushängen, 55 Aufgaben und 60 Karten.Wie die Seiten aussehen, gehört bei diesem Thema zur Sache. Die Hefte sind handgezeichnet gesetzt: gezeichnete Rahmen statt gerader Kästen, Aquarellflächen hinter den Konturen, Bildunterschriften in Handschrift, warmes Papier. Der Nutzen ist handfest — dieses Material wird nicht am Schreibtisch gelesen, sondern an der Bande, im Stehen, mit einer Klasse im Rücken. Deshalb ist jede Aussage kurz, jedes Bild aus drei Metern ablesbar, und deshalb steht die Zeichenerklärung an jedem einzelnen Bild und nicht nur einmal vorne im Heft.Wie differenziert wirdDie drei Niveaus heißen I, II und III. Sie sind Grade der Unterstützung, nicht Grade der Schwierigkeit, und sie arbeiten am selben Gegenstand: Die Seiten 6, 8 und 10 lesen dasselbe Standbild, die Seiten 5, 7, 9 und 10 dieselbe Spielszene. Was sich unterscheidet, ist die Frage — nicht das Bild. Niveau I gibt die Aufgabe mit Vorentlastung: eine vorstrukturierte Tabelle, die Anzahl der gesuchten Eintragungen genannt, dazu ein Hilfekasten, der einen Hinweis gibt und keine Lösung. Niveau II bekommt dieselbe Stellung ohne jede Stütze und ohne Hilfekasten. Niveau III denkt dieselbe Sache weiter: entscheiden, eine Regeländerung erfinden, eine verbreitete Behauptung beurteilen.Ein Beispiel, an dem man sieht, dass es dieselbe Sache ist. In Einheit 1 zeigen die Seiten 6, 8 und 10 dasselbe Standbild aus einem 4 gegen 2. Niveau I trägt in eine vorbereitete Tabelle ein, welches Quadrat welcher Mitspielerin am nächsten steht, und misst mit dem Lineal — sechs Eintragungen, mit Hilfekasten. Niveau II bekommt dasselbe Bild und die Frage, wer von den dreien anspielbar ist und welche der drei Bedingungen den anderen beiden fehlt. Niveau III lässt den Ball weiterwandern: Nummer 4 spielt zu Nummer 11 — was ändert sich dadurch für Nummer 9, und warum dreht sich der Deckungsschatten mit? Ein Bild, drei Fragen, kein neuer Stoff.Die Niveaus werden ausgelegt, nicht zugeteilt. Kein Blatt sagt, für wen Niveau I gedacht sei, und der Weg von II zurück zu I ist kein Rückschritt. Auf jeder Arbeitsseite steht unten ein Vorschlag, wie dieselbe Sache in der Halle ausprobiert wird — mit Feldgröße in Schritten, mit Personenzahl und mit der Frage, die danach besprochen wird. Was zu dieser Form an Befunden vorliegt und wo Belege fehlen, steht auf Seite 3 und noch einmal in der Ampel auf Seite 16.Was dieses Material von anderem unterscheidetErstens: Die Reihe unterrichtet Prinzipien und keine Sportart. Was in Basketball, Handball, Fußball und Unihockey gleich ist, steht im Mittelpunkt; im Spiel ändert sich nur der Ball. Das ist keine Marotte, sondern die Folge des Curriculumswortlauts — dort steht „ein frei zu wählendes Zielschussspiel“ und keine Sportart beim Namen. Auf jeder Arbeitsseite steht deshalb dieselbe Zeile: passt zu Basketball, Handball, Fußball und Unihockey. Dass ein sportartübergreifendes Vorgehen einem sportartspezifischen überlegen wäre, behauptet die Reihe dabei nicht — vergleichende Studien dazu sind nach dem Handbuchartikel zum Taktiktraining „bisher kaum realisiert“.Zweitens: Jede Spielstellung ist gerechnet, nicht gemalt. Ein Passweg, der durch einen Verteidiger läuft, läuft wirklich durch ihn — die Marke liegt näher an der Linie als ihr eigener Radius, und die Lösungsseite sagt es so. Die Klasse misst mit dem Lineal nach, und die Zahlen kommen heraus, die im Heft stehen: in Einheit 2 rund 29, rund 13 und null Millimeter Fensterbreite, in Einheit 3 ein Restweg, der sich von Bild zu Bild halbiert (rund 23, 11 und 6 mm), in Einheit 4 ein Deckungsabstand von rund 11 mm bei einem Ballabstand von rund 59 mm — das Paar, das die Regel bricht. Wer will, misst am gedruckten Blatt nach; die Angaben gelten für die Originalgröße, und auf einer verkleinerten Kopie ändern sich die Millimeter, aber nicht die Reihenfolge.Alle Abbildungen sind eigene Zeichnungen aus einer eigenen Zeichenmaschine: kein Foto, keine nachgezeichnete Verbandsgrafik, keine fremde Tabellenstruktur. Gefüllter Kreis ist der Angriff, offenes Quadrat die Abwehr — der Unterschied liegt in der Form und in der Füllung, nicht in der Farbe, und er übersteht die Schwarz-Weiß-Kopie. Durchgezogen ist der Laufweg, gestrichelt der Pass, geschlängelt das Dribbeln. Dass diese Linienarten eine Konvention der Spielpraxis sind und keine Norm, sagt jedes Heft ausdrücklich; in den geprüften Quellen dieser Reihe ist sie nirgends festgelegt. Und jedes Feld ist als Skizze gekennzeichnet: keine Dreipunktlinie, kein Sechsmeterkreis, keine Bande.Drittens: Drei Niveaus am selben Gegenstand, fünfmal. Dieselbe Stellung, dieselbe Szene, nur unterschiedlich viel vorgegeben. Und zu jeder der 55 Aufgaben gehört eine kommentierte Lösung mit vier Feldern: das Ergebnis, der Weg dorthin, das Feld „Auch richtig“ und die typische Verwechslung. Das letzte Feld ist das, wofür man sonst eine Klasse zweimal unterrichten muss — in Einheit 1 zum Beispiel: „Nummer 7 steht am freisten, also passe ich dorthin.“ Freistehen und anspielbar sein sind zwei verschiedene Dinge.Viertens, und das ist bei diesem Thema ungewöhnlich: Die Hefte sind ehrlich zur Befundlage. Zu den Spielvermittlungskonzepten liegt viel weniger vor, als die Ratgeberliteratur behauptet, und die Hefte sagen es auf Seite 3, auf Seite 11 und in einer Ampel auf Seite 16. Belegt ist, dass der taktische Zugang die Spielentscheidungen verbessert: g = 0,75 für die Sekundarstufe, Konfidenzintervall 0,23 bis 1,27. Nicht belegt ist dieselbe Wirkung auf die Technikausführung — dort schließt das Intervall die Null ein (0,89, Bereich −0,45 bis 2,23). Deshalb verspricht diese Reihe bessere Spielentscheidungen und nicht bessere Spielerinnen und Spieler. Und die Qualität der Studien steht daneben: Von 24 Vergleichsstudien haben 18 eine niedrige Berichtsqualität und nur 2 eine echte Kontrollgruppe; von 20 geprüften Umsetzungen erfüllte keine einzige alle sieben Merkmale.Fünftens: Wo nichts vorliegt, steht das im Heft. Zum Lehren des Freilaufens wurde keine Wirksamkeitsstudie gefunden, zu den Ursachen von Fehlpässen im Schulsport keine, zu Trefferquoten keine, zum Lehren von Abwehrverhalten kein einziger empirischer Befund, zu Turnierformen im Sportunterricht keine Untersuchung. Fünf Fehlstellen in fünf Heften, jede mit der Angabe, wo gesucht wurde. Und der Gegenpol: Einheit 5 trägt den bestbelegten Befund der Reihe — feste Teams und feste Rollen, 25 Artikel mit zusammen 2 937 Lernenden, fünf Endpunkte zwischen g = 0,42 und 0,63, alle Konfidenzintervalle vollständig über null. Gemessen sind dort Motivation und Zusammenhalt, nicht die Spielleistung, und auch das steht dabei.Für wen und wannFür Sport am Gymnasium, Jahrgangsstufe 7 bis 9, und für jedes Zielschussspiel: Basketball, Handball, Fußball, Unihockey. Es braucht keine besondere Halle und keine Zusatzqualifikation — die Hessische Lehrkräfteakademie ordnet die Ballspiele den Sportarten ohne zusätzliche Anforderungen zu.Zur Einordnung gehört, was das Curriculum hergibt — und was nicht. Das hessische Kerncurriculum Sport ordnet das Inhaltsfeld „Spielen“ ausdrücklich den Jahrgangsstufen 7 bis 9 zu; die Klassenstufe ist hier also keine Setzung dieser Reihe, sondern steht so im Wortlaut. Zwei Haken gehören dazu, und sie stehen auch auf Seite 2 jedes Hefts: Für die Jahrgangsstufen 6, 8 und 9/10 formuliert das Curriculum dieselben Kompetenzerwartungen — die Progression steht allein in den Inhaltsfeldbeschreibungen. Und es nennt keine einzige Sportart beim Namen, sondern verlangt „ein frei zu wählendes Zielschussspiel“.Wörtlich im Curriculum stehen Anbieten, Zusammenspiel, Torschuss, Korbwurf, Täuschung, Finte, Spielposition und die gruppenbezogenen Verständigungsprozesse. Nicht dort stehen Freilaufen, Überzahl, Lücke, Manndeckung, Raumdeckung, Ballorientierung und Deckungsschatten. Das ist Fachsprache der Spielpraxis, und die Hefte beschreiben sie, statt sie zu belegen — die Fachwortliste auf Seite 15 markiert jedes dieser Wörter sichtbar, und dieselbe Markierung trägt die Karte im Kartenblatt.Die Reihe ist in Hessen entstanden und nennt Hessen auf jedem Deckblatt. Sie ist deshalb nicht auf Hessen beschränkt: Was in Basketball, Handball, Fußball und Unihockey taktisch gleich ist, ist kein landesspezifischer Gegenstand. Landesspezifisch sind allein die Sicherheits- und Bewertungsangaben, und die stehen mit Vorschrift, Paragraf, Fassung und Abrufdatum da, damit man sie für ein anderes Land austauschen kann.Eine Einheit trägt eine Doppelstunde: Die Arbeitsseiten sind für den Klassenraum oder die Hallentribüne gedacht, und unter jeder steht der Vorschlag für die Halle danach. Das Material eignet sich ebenso für eine Vertretungsstunde, für Regenwetter, für die Theoriestunde vor einem Turnier und für eine Lerntheke — die Lösungen liegen im Heft und nicht beim Lehrertisch. Alle Hefte sind in Schwarzweiß lesbar; die beiden Seiten zum Aushängen vertragen die Vergrößerung auf A3.Einordnung in die ReiheDie Reihe umfasst fünf Einheiten und ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile. Der Weg geht vom Einzelnen, der sich anbietet, über das Zusammenspiel unter Druck und den Abschluss bis zur Abwehr, die sich verständigt — und schließlich zum Turnier, in dem gespielt und beurteilt wird. Dahinter steht eine Ordnung, die nicht erfunden ist: Individualtaktik, Gruppentaktik, Mannschaftstaktik. Die Ebenen stammen aus einer Taktikdefinition von 1994; die Zuordnung der fünf Einheiten zu ihnen ist unsere, und das Heft sagt es so.Jede Einheit ist trotzdem für sich einsetzbar. Jedes Fachwort, das eine Aufgabe braucht, wird im eigenen Heft erklärt — auch dann, wenn es zum ersten Mal in einer früheren Einheit vorkam. Die Fachwörter bauen aufeinander auf: Eine Aufgabe verwendet nur Wörter der eigenen und der früheren Einheiten, und die Liste auf Seite 15 sagt am Ende jeder Einheit, welche Wörter erst später kommen.Die fünf Leitfarben sind Kobalt, Grasgrün, Kirschrot, Amethyst und Beere — Leibchenfarben, die Farben, an denen man aus zwanzig Metern erkennt, wer zu wem gehört. Auf der letzten Seite jedes Hefts steht eine Leiste mit allen fünf Einheiten, damit sichtbar ist, wo die Klasse gerade steht.
Klassenstufen: 7-8. Klasse
Bewertungen und Kommentare