Lehrkraft und Fachleiter. Material mit Lösungen, Erwartungshorizont und belegter Befundlage.
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„Das war ein schlechter Pass.“ Damit ist die Sache im Sportunterricht meistens erledigt, und damit ist sie meistens falsch erklärt. Ein Pass geht aus vier Gründen verloren: Es gab kein Fenster, der Zeitpunkt war falsch, die Höhe war falsch, oder der Empfänger stand nicht. Nur der dritte ist ein technischer Fehler. Wer alle vier als Technik behandelt, lässt üben, was nicht das Problem war.
Dahinter steht ein Denkfehler über den Passweg selbst. Ein Passweg ist kein Strich, der frei ist oder nicht — er ist eine Gasse mit einer Breite, und die Breite entscheidet. Sie lässt sich sogar messen: zweimal der Abstand des nächsten Gegners zur Passlinie. Damit wird aus einer Geschmacksfrage eine Rechnung, die eine Klasse selbst nachvollziehen kann — und die zeigt, warum die Mitspielerin mit dem meisten Platz um sich herum manchmal die schlechteste Wahl ist.
Und dann ist da der Druck. Eine Regel, die im Unterricht nur eine Kleinigkeit ändert, verändert das Passspiel vollständig. Diese Einheit ordnet das in sechs Druckbedingungen und sagt zu jeder, was sie mit dem Fenster macht. Sechzehn Seiten, 11 Aufgaben in drei Niveaus, zwölf Karten zum Ausschneiden.
Sechzehn Seiten, die als Ganzes gedacht sind. Zwei Seiten für die Lehrkraft eröffnen: der amtliche Wortlaut zum Fangen, Annehmen und Weiterspielen, die drei Niveaus, die Tabelle der sechs Druckbedingungen mit dem, was jede im Unterricht erzeugt — und eine Befundseite mit drei Sätzen über das Passen, die man überall liest, jeweils mit dem, was stimmt, daneben.
Dann zwei Seiten zum Aushängen. Das Merkplakat „Der Ball braucht ein Fenster“ zeigt an einer Stellung, wie man eine Fensterbreite misst, und gliedert die Entscheidung des Ballbesitzers in drei Kacheln: ob, wohin, wie. Die große Spielszene „Das Fenster geht zu“ zeigt in drei Bildern dieselbe Sekunde — erst weit offen, dann ein Drittel so breit, dann abgefangen. Beide Seiten vertragen die Vergrößerung auf A3.
Fünf Arbeitsseiten tragen 11 Aufgaben in drei Niveaus, eine davon mit dem Lineal zu messen. Es folgt eine Daten- und Befundseite, ein Kartenblatt mit zwölf Karten zum Ausschneiden — elf Fachwörter und eine Zahl, darunter alle sechs Druckbedingungen — und zwei Lösungsseiten.
Auf Seite 15 stehen die fünfzehn Fachwörter dieser Einheit mit je zwei Kästchen zum Abhaken, ein Beobachtungsbogen mit den Spalten „Pass gespielt“, „Pass angekommen“ und „Ball dabei verloren“ und die Selbstkontrolle; auf Seite 16 das Quellenverzeichnis mit Belegstufen, die Sicherheitsangaben mit Fassung und Datum, die Ampel zur Befundlage und die Leiste mit allen fünf Einheiten.
Wie die Seiten aussehen, gehört bei diesem Thema zur Sache. Die Hefte sind handgezeichnet gesetzt: gezeichnete Rahmen statt gerader Kästen, Aquarellflächen hinter den Konturen, Bildunterschriften in Handschrift, warmes Papier. Der Nutzen ist handfest — dieses Material wird nicht am Schreibtisch gelesen, sondern an der Bande, im Stehen, mit einer Klasse im Rücken. Deshalb ist jede Aussage kurz, jedes Bild aus drei Metern ablesbar, und deshalb steht die Zeichenerklärung an jedem einzelnen Bild und nicht nur einmal vorne im Heft.
Die drei Niveaus heißen I, II und III. Sie sind Grade der Unterstützung, nicht Grade der Schwierigkeit, und sie arbeiten am selben Gegenstand: Die Seiten 6, 8 und 10 lesen dasselbe Standbild, die Seiten 5, 7, 9 und 10 dieselbe Spielszene. Was sich unterscheidet, ist die Frage — nicht das Bild. Niveau I gibt die Aufgabe mit Vorentlastung: eine vorstrukturierte Tabelle, die Anzahl der gesuchten Eintragungen genannt, dazu ein Hilfekasten, der einen Hinweis gibt und keine Lösung. Niveau II bekommt dieselbe Stellung ohne jede Stütze und ohne Hilfekasten. Niveau III denkt dieselbe Sache weiter: entscheiden, eine Regeländerung erfinden, eine verbreitete Behauptung beurteilen.
Das Beispiel aus diesem Heft: Die Seiten 6, 8 und 10 zeigen dasselbe Standbild aus einem 4 gegen 3, der Ball ist bei Nummer 3, und alle drei möglichen Pässe sind eingezeichnet. Niveau I misst mit dem Lineal und trägt in eine vorbereitete Tabelle ein: Abstand zum nächsten Quadrat, Abstand mal zwei gleich Fensterbreite — sechs Eintragungen, mit einem Hilfekasten, der zeigt, wie man das Lot anlegt. Heraus kommen rund 29 mm, rund 13 mm und null. Niveau II bekommt dasselbe Bild ohne Tabelle und ohne Hilfe und die Frage, wohin Nummer 3 passen soll und warum die beiden anderen Pässe schlechter sind — darunter der zu Nummer 8, um die herum überhaupt niemand steht. Niveau III ändert eine Regel: Nummer 3 darf den Ball nur noch einmal berühren. Was macht das mit „ob, wohin, wie“, und welche Druckbedingung wirkt hier?
Die Niveaus werden ausgelegt, nicht zugeteilt. Kein Blatt sagt, für wen Niveau I gedacht sei, und der Weg von II zurück zu I ist kein Rückschritt. Auf jeder Arbeitsseite steht unten ein Vorschlag, wie dieselbe Sache in der Halle ausprobiert wird — mit Feldgröße in Schritten, mit Personenzahl und mit der Frage, die danach besprochen wird. Was zu dieser Form an Befunden vorliegt und wo Belege fehlen, steht auf Seite 3 und noch einmal in der Ampel auf Seite 16.
Die Fensterbreite macht drei Pässe vergleichbar, die es sonst nicht wären. Um Nummer 8 steht wirklich niemand — und die Fensterbreite zu ihr ist null, weil ein Quadrat auf der Linie steht, näher als sein eigener Radius. Freier Platz ist eine Bedingung des Empfängers, das Fenster eine des Weges. Das ist der Unterschied, an dem diese Einheit hängt, und er ist gerechnet: Die Klasse misst nach und bekommt die Zahlen, die im Heft stehen.
Das Wort „Fenster“ wird dabei als unser Bild gekennzeichnet und nicht als Fachbegriff verkauft. Es steht so in keiner geprüften Quelle; die Fachwortliste auf Seite 15 markiert es, und die Karte im Kartenblatt sagt es noch einmal. Ebenso die sechs Druckbedingungen: Ihre Namen stammen aus der Ballschule Heidelberg, aus einem Manuskript ohne Autor und ohne Datum, das die Hessische Lehrkräfteakademie verbreitet. Belegt sind damit die Namen und die Beispiele; was jede Bedingung mit einem Pass macht, ist unsere Übersetzung und steht als solche da.
Alle Abbildungen sind eigene Zeichnungen aus einer eigenen Zeichenmaschine: kein Foto, keine nachgezeichnete Verbandsgrafik, keine fremde Tabellenstruktur. Gefüllter Kreis ist der Angriff, offenes Quadrat die Abwehr — der Unterschied liegt in der Form und in der Füllung, nicht in der Farbe, und er übersteht die Schwarz-Weiß-Kopie. Durchgezogen ist der Laufweg, gestrichelt der Pass, geschlängelt das Dribbeln. Dass diese Linienarten eine Konvention der Spielpraxis sind und keine Norm, sagt jedes Heft ausdrücklich; in den geprüften Quellen dieser Reihe ist sie nirgends festgelegt. Und jedes Feld ist als Skizze gekennzeichnet: keine Dreipunktlinie, kein Sechsmeterkreis, keine Bande.
Die Fehlstelle steht ausgeschrieben im Heft, an drei Stellen: Eine Untersuchung, die die Ursachen von Fehlpässen im Schulsport zählt, wurde nicht gefunden. Ebenso wenig Zahlen zu Passquoten im Schulsport, und für „Anspielstation“ gibt es in keiner geprüften Quelle einen Beleg. Die vier Gründe auf Seite 5 sind Erfahrungswissen — das schreibt das Heft hin, statt eine Statistik zu erfinden. Belegt ist dagegen, dass Regeländerungen das taktische Verhalten messbar verändern; das berichten zwei Übersichtsarbeiten über 47 und über 40 Studien übereinstimmend, und genau das rechtfertigt die Regelvorschläge auf den Seiten 7, 9 und 10.
Auch die Zahl, die es nicht gibt, steht im Heft: „Im 3 gegen 3 hat jedes Kind dreimal so viele Ballkontakte.“ Belegt ist nur die Richtung. Von 40 Kleinfeldstudien aus zehn Jahren messen nur 12 überhaupt technisch-taktische Endpunkte, und fast alle stammen aus dem Vereinsfußball. Die einzige gefundene konkrete Angabe war im Volltext nicht zugänglich, Stichprobe und Alter unbekannt — deshalb steht sie nicht als Ergebnis da.
Zu jeder der 11 Aufgaben gehört eine kommentierte Lösung mit vier Feldern: das Ergebnis, der Weg dorthin, das Feld „Auch richtig“ und die typische Verwechslung. Hier lautet sie zum Beispiel: „Nummer 8 wird gewählt, weil um sie herum am meisten Platz ist.“
Für Sport am Gymnasium, Jahrgangsstufe 7 bis 9, und für jedes Zielschussspiel — im Spiel ändert sich nur der Ball. Diese Einheit setzt Einheit 1 nicht voraus: Was von dort gebraucht wird, steht auf Seite 5 noch einmal.
Zur Einordnung gehört, was das Curriculum hergibt — und was nicht. Das hessische Kerncurriculum Sport ordnet das Inhaltsfeld „Spielen“ ausdrücklich den Jahrgangsstufen 7 bis 9 zu; die Klassenstufe ist hier also keine Setzung dieser Reihe, sondern steht so im Wortlaut. Zwei Haken gehören dazu, und sie stehen auch auf Seite 2 jedes Hefts: Für die Jahrgangsstufen 6, 8 und 9/10 formuliert das Curriculum dieselben Kompetenzerwartungen — die Progression steht allein in den Inhaltsfeldbeschreibungen. Und es nennt keine einzige Sportart beim Namen, sondern verlangt „ein frei zu wählendes Zielschussspiel“.
Für diese Einheit ist der Wortlaut technisch: „Sicheres Fangen, Annehmen oder Stoppen des Balles erlaubt kontrolliertes Weiterspielen bzw. Passen“ — der Druck steht dort nicht, und genau er entscheidet. Das Heft sagt diesen Unterschied auf Seite 2 selbst.
Wörtlich im Curriculum stehen Anbieten, Zusammenspiel, Torschuss, Korbwurf, Täuschung, Finte, Spielposition und die gruppenbezogenen Verständigungsprozesse. Nicht dort stehen Freilaufen, Überzahl, Lücke, Manndeckung, Raumdeckung, Ballorientierung und Deckungsschatten. Das ist Fachsprache der Spielpraxis, und die Hefte beschreiben sie, statt sie zu belegen — die Fachwortliste auf Seite 15 markiert jedes dieser Wörter sichtbar, und dieselbe Markierung trägt die Karte im Kartenblatt.
Die Reihe ist in Hessen entstanden und nennt Hessen auf jedem Deckblatt. Sie ist deshalb nicht auf Hessen beschränkt: Was in Basketball, Handball, Fußball und Unihockey taktisch gleich ist, ist kein landesspezifischer Gegenstand. Landesspezifisch sind allein die Sicherheits- und Bewertungsangaben, und die stehen mit Vorschrift, Paragraf, Fassung und Abrufdatum da, damit man sie für ein anderes Land austauschen kann.
Eine Einheit trägt eine Doppelstunde. Unter jeder Arbeitsseite steht der Vorschlag für die Halle danach, mit Feldgröße in Schritten und Personenzahl: hier drei gegen zwei und vier gegen drei auf etwa zwölf mal zwölf Schritten, mit Kontaktbegrenzung und Zeitruf. Alle Seiten sind in Schwarzweiß lesbar; Merkplakat und Spielszene vertragen die Vergrößerung auf A3.
Einheit 2 von fünf. Sie steht auf der Ebene der Gruppentaktik — zwei lösen gemeinsam, was einer allein nicht löst — und schließt an das Anbieten aus Einheit 1 an: Dort ging es darum, anspielbar zu werden, hier darum, den Ball auch wirklich dorthin zu bringen.
Sie ist trotzdem für sich einsetzbar. Passweg und Deckungsschatten waren schon in Einheit 1 nötig und werden hier noch einmal erklärt; die Fachwortliste auf Seite 15 sagt, welche Wörter erst später kommen — Lücke, Überzahl und Finte in Einheit 3, Manndeckung und Umschalten in Einheit 4, Bezugsnorm in Einheit 5.
Die Leitfarbe dieser Einheit ist Grasgrün. Auf der letzten Seite steht eine Leiste mit allen fünf Einheiten in ihren Farben, damit sichtbar ist, wo die Klasse gerade steht.
Eine achte Klasse spielt vier gegen vier. Zwei Kinder haben den Ball dreißigmal, zwei nie. Wer sich anbietet, tut es meistens dort, wo gerade kein Pass ankommt, und wer verteidigt, klebt an einer Person, statt einen Weg zuzustellen. Am Ende der Stunde hat man gespielt und niemand hat etwas gelernt, weil der Gegenstand unsichtbar geblieben ist: Taktik verschwindet in der Bewegung, sobald das Spiel läuft.Dazu kommt das Sprachproblem. „Freilaufen“, „Überzahl“, „Manndeckung“, „Deckungsschatten“ — diese Wörter stehen in jedem Ratgeber und in keiner geprüften Definition. Sie werden benutzt, als wären sie Fachbegriffe, und sie sind Konvention. Und die Ratgeberliteratur behauptet zu ihrer Wirkung mehr, als sich belegen lässt: Dass man Spiele über das Spielen lehren soll, ist fachlicher Konsens; dass es messbar besser wirkt als der Weg über die Technik, ist für die Spielentscheidungen belegt und für die Technikausführung nicht.Diese fünf Hefte nehmen beides als eine Aufgabe. Sie machen die Taktik auf dem Papier sichtbar, bevor sie in der Halle verschwindet: Jede Spielstellung ist gerechnet, nicht gemalt, und die Klasse misst sie mit dem Lineal nach. Und sie sagen bei jeder Aussage dazu, worauf sie beruht — auf dem Wortlaut des Curriculums, auf einer Studie mit genannter Stichprobe, auf der Geometrie des Feldes oder auf Erfahrungswissen. Zusammen 80 Seiten, fünfmal sechzehn, mit 55 Aufgaben und zu jeder eine kommentierte Lösung.Was enthalten istEinheit 1, Freilaufen und Anbieten. Sich lösen, sich anbieten, den Raum sehen. Anspielbar ist, wer freien Raum hat, einen freien Passweg und Blickkontakt zum Ballbesitzer — drei Bedingungen, von denen die dritte sich nicht zeichnen lässt und deshalb ausgeschrieben wird. Die Einheit führt die Zeichensprache der ganzen Reihe ein.Einheit 2, Passen unter Druck. Ein Passweg ist kein Strich, sondern ein Fenster mit einer Breite: zweimal der Abstand des nächsten Gegners zur Passlinie. Dazu die sechs Druckbedingungen — Zeit, Präzision, Komplexität, Organisation, Variabilität, Belastung — mit je einer Regel, die sie im Unterricht erzeugt.Einheit 3, Zum Abschluss kommen. Überzahl ist kein Zustand, sondern ein Zeitfenster: Drei gegen zwei bleibt es, bis der dritte Verteidiger da ist. Entschieden wird an zwei Zahlen, die absichtlich gegenläufig sind — dem Weg zum Ziel und dem Platz am Ende.Einheit 4, Verteidigen. Nicht „Mann oder Raum“ ist die Frage, sondern: Wohin schaust du zuerst? Ballabstand und Deckungsabstand sind zwei Zahlen, die eine Klasse messen kann, und der Deckungsschatten wirkt, ohne dass jemand angefasst wird. Diese Einheit trägt den einzigen Wortlaut der Reihe, der wörtlich für 7 bis 9 im Curriculum steht.Einheit 5, Spielen und beurteilen. Ein Turnier ist eine Rechenaufgabe, bevor es ein Erlebnis ist: sieben Mannschaften, drei Felder, sieben Runden zu fünf Minuten, 21 Spiele, sechs für jede. Dazu Beobachtungsbögen, die zählen statt zu beurteilen, und ein Bewertungsraster, das vor dem Turnier aushängt.Jede Einheit hat denselben Bau: zwei Seiten für die Lehrkraft, zwei Seiten zum Aushängen und Vergrößern auf A3, fünf Arbeitsseiten mit 11 Aufgaben in drei Niveaus, eine Daten- und Befundseite, ein Kartenblatt mit zwölf Karten zum Ausschneiden, zwei Lösungsseiten, eine Fachwortliste mit Beobachtungsbogen und Selbstkontrolle sowie eine Quellenseite mit Ampel. Das sind zusammen 80 Seiten, 10 Seiten zum Aushängen, 55 Aufgaben und 60 Karten.Wie die Seiten aussehen, gehört bei diesem Thema zur Sache. Die Hefte sind handgezeichnet gesetzt: gezeichnete Rahmen statt gerader Kästen, Aquarellflächen hinter den Konturen, Bildunterschriften in Handschrift, warmes Papier. Der Nutzen ist handfest — dieses Material wird nicht am Schreibtisch gelesen, sondern an der Bande, im Stehen, mit einer Klasse im Rücken. Deshalb ist jede Aussage kurz, jedes Bild aus drei Metern ablesbar, und deshalb steht die Zeichenerklärung an jedem einzelnen Bild und nicht nur einmal vorne im Heft.Wie differenziert wirdDie drei Niveaus heißen I, II und III. Sie sind Grade der Unterstützung, nicht Grade der Schwierigkeit, und sie arbeiten am selben Gegenstand: Die Seiten 6, 8 und 10 lesen dasselbe Standbild, die Seiten 5, 7, 9 und 10 dieselbe Spielszene. Was sich unterscheidet, ist die Frage — nicht das Bild. Niveau I gibt die Aufgabe mit Vorentlastung: eine vorstrukturierte Tabelle, die Anzahl der gesuchten Eintragungen genannt, dazu ein Hilfekasten, der einen Hinweis gibt und keine Lösung. Niveau II bekommt dieselbe Stellung ohne jede Stütze und ohne Hilfekasten. Niveau III denkt dieselbe Sache weiter: entscheiden, eine Regeländerung erfinden, eine verbreitete Behauptung beurteilen.Ein Beispiel, an dem man sieht, dass es dieselbe Sache ist. In Einheit 1 zeigen die Seiten 6, 8 und 10 dasselbe Standbild aus einem 4 gegen 2. Niveau I trägt in eine vorbereitete Tabelle ein, welches Quadrat welcher Mitspielerin am nächsten steht, und misst mit dem Lineal — sechs Eintragungen, mit Hilfekasten. Niveau II bekommt dasselbe Bild und die Frage, wer von den dreien anspielbar ist und welche der drei Bedingungen den anderen beiden fehlt. Niveau III lässt den Ball weiterwandern: Nummer 4 spielt zu Nummer 11 — was ändert sich dadurch für Nummer 9, und warum dreht sich der Deckungsschatten mit? Ein Bild, drei Fragen, kein neuer Stoff.Die Niveaus werden ausgelegt, nicht zugeteilt. Kein Blatt sagt, für wen Niveau I gedacht sei, und der Weg von II zurück zu I ist kein Rückschritt. Auf jeder Arbeitsseite steht unten ein Vorschlag, wie dieselbe Sache in der Halle ausprobiert wird — mit Feldgröße in Schritten, mit Personenzahl und mit der Frage, die danach besprochen wird. Was zu dieser Form an Befunden vorliegt und wo Belege fehlen, steht auf Seite 3 und noch einmal in der Ampel auf Seite 16.Was dieses Material von anderem unterscheidetErstens: Die Reihe unterrichtet Prinzipien und keine Sportart. Was in Basketball, Handball, Fußball und Unihockey gleich ist, steht im Mittelpunkt; im Spiel ändert sich nur der Ball. Das ist keine Marotte, sondern die Folge des Curriculumswortlauts — dort steht „ein frei zu wählendes Zielschussspiel“ und keine Sportart beim Namen. Auf jeder Arbeitsseite steht deshalb dieselbe Zeile: passt zu Basketball, Handball, Fußball und Unihockey. Dass ein sportartübergreifendes Vorgehen einem sportartspezifischen überlegen wäre, behauptet die Reihe dabei nicht — vergleichende Studien dazu sind nach dem Handbuchartikel zum Taktiktraining „bisher kaum realisiert“.Zweitens: Jede Spielstellung ist gerechnet, nicht gemalt. Ein Passweg, der durch einen Verteidiger läuft, läuft wirklich durch ihn — die Marke liegt näher an der Linie als ihr eigener Radius, und die Lösungsseite sagt es so. Die Klasse misst mit dem Lineal nach, und die Zahlen kommen heraus, die im Heft stehen: in Einheit 2 rund 29, rund 13 und null Millimeter Fensterbreite, in Einheit 3 ein Restweg, der sich von Bild zu Bild halbiert (rund 23, 11 und 6 mm), in Einheit 4 ein Deckungsabstand von rund 11 mm bei einem Ballabstand von rund 59 mm — das Paar, das die Regel bricht. Wer will, misst am gedruckten Blatt nach; die Angaben gelten für die Originalgröße, und auf einer verkleinerten Kopie ändern sich die Millimeter, aber nicht die Reihenfolge.Alle Abbildungen sind eigene Zeichnungen aus einer eigenen Zeichenmaschine: kein Foto, keine nachgezeichnete Verbandsgrafik, keine fremde Tabellenstruktur. Gefüllter Kreis ist der Angriff, offenes Quadrat die Abwehr — der Unterschied liegt in der Form und in der Füllung, nicht in der Farbe, und er übersteht die Schwarz-Weiß-Kopie. Durchgezogen ist der Laufweg, gestrichelt der Pass, geschlängelt das Dribbeln. Dass diese Linienarten eine Konvention der Spielpraxis sind und keine Norm, sagt jedes Heft ausdrücklich; in den geprüften Quellen dieser Reihe ist sie nirgends festgelegt. Und jedes Feld ist als Skizze gekennzeichnet: keine Dreipunktlinie, kein Sechsmeterkreis, keine Bande.Drittens: Drei Niveaus am selben Gegenstand, fünfmal. Dieselbe Stellung, dieselbe Szene, nur unterschiedlich viel vorgegeben. Und zu jeder der 55 Aufgaben gehört eine kommentierte Lösung mit vier Feldern: das Ergebnis, der Weg dorthin, das Feld „Auch richtig“ und die typische Verwechslung. Das letzte Feld ist das, wofür man sonst eine Klasse zweimal unterrichten muss — in Einheit 1 zum Beispiel: „Nummer 7 steht am freisten, also passe ich dorthin.“ Freistehen und anspielbar sein sind zwei verschiedene Dinge.Viertens, und das ist bei diesem Thema ungewöhnlich: Die Hefte sind ehrlich zur Befundlage. Zu den Spielvermittlungskonzepten liegt viel weniger vor, als die Ratgeberliteratur behauptet, und die Hefte sagen es auf Seite 3, auf Seite 11 und in einer Ampel auf Seite 16. Belegt ist, dass der taktische Zugang die Spielentscheidungen verbessert: g = 0,75 für die Sekundarstufe, Konfidenzintervall 0,23 bis 1,27. Nicht belegt ist dieselbe Wirkung auf die Technikausführung — dort schließt das Intervall die Null ein (0,89, Bereich −0,45 bis 2,23). Deshalb verspricht diese Reihe bessere Spielentscheidungen und nicht bessere Spielerinnen und Spieler. Und die Qualität der Studien steht daneben: Von 24 Vergleichsstudien haben 18 eine niedrige Berichtsqualität und nur 2 eine echte Kontrollgruppe; von 20 geprüften Umsetzungen erfüllte keine einzige alle sieben Merkmale.Fünftens: Wo nichts vorliegt, steht das im Heft. Zum Lehren des Freilaufens wurde keine Wirksamkeitsstudie gefunden, zu den Ursachen von Fehlpässen im Schulsport keine, zu Trefferquoten keine, zum Lehren von Abwehrverhalten kein einziger empirischer Befund, zu Turnierformen im Sportunterricht keine Untersuchung. Fünf Fehlstellen in fünf Heften, jede mit der Angabe, wo gesucht wurde. Und der Gegenpol: Einheit 5 trägt den bestbelegten Befund der Reihe — feste Teams und feste Rollen, 25 Artikel mit zusammen 2 937 Lernenden, fünf Endpunkte zwischen g = 0,42 und 0,63, alle Konfidenzintervalle vollständig über null. Gemessen sind dort Motivation und Zusammenhalt, nicht die Spielleistung, und auch das steht dabei.Für wen und wannFür Sport am Gymnasium, Jahrgangsstufe 7 bis 9, und für jedes Zielschussspiel: Basketball, Handball, Fußball, Unihockey. Es braucht keine besondere Halle und keine Zusatzqualifikation — die Hessische Lehrkräfteakademie ordnet die Ballspiele den Sportarten ohne zusätzliche Anforderungen zu.Zur Einordnung gehört, was das Curriculum hergibt — und was nicht. Das hessische Kerncurriculum Sport ordnet das Inhaltsfeld „Spielen“ ausdrücklich den Jahrgangsstufen 7 bis 9 zu; die Klassenstufe ist hier also keine Setzung dieser Reihe, sondern steht so im Wortlaut. Zwei Haken gehören dazu, und sie stehen auch auf Seite 2 jedes Hefts: Für die Jahrgangsstufen 6, 8 und 9/10 formuliert das Curriculum dieselben Kompetenzerwartungen — die Progression steht allein in den Inhaltsfeldbeschreibungen. Und es nennt keine einzige Sportart beim Namen, sondern verlangt „ein frei zu wählendes Zielschussspiel“.Wörtlich im Curriculum stehen Anbieten, Zusammenspiel, Torschuss, Korbwurf, Täuschung, Finte, Spielposition und die gruppenbezogenen Verständigungsprozesse. Nicht dort stehen Freilaufen, Überzahl, Lücke, Manndeckung, Raumdeckung, Ballorientierung und Deckungsschatten. Das ist Fachsprache der Spielpraxis, und die Hefte beschreiben sie, statt sie zu belegen — die Fachwortliste auf Seite 15 markiert jedes dieser Wörter sichtbar, und dieselbe Markierung trägt die Karte im Kartenblatt.Die Reihe ist in Hessen entstanden und nennt Hessen auf jedem Deckblatt. Sie ist deshalb nicht auf Hessen beschränkt: Was in Basketball, Handball, Fußball und Unihockey taktisch gleich ist, ist kein landesspezifischer Gegenstand. Landesspezifisch sind allein die Sicherheits- und Bewertungsangaben, und die stehen mit Vorschrift, Paragraf, Fassung und Abrufdatum da, damit man sie für ein anderes Land austauschen kann.Eine Einheit trägt eine Doppelstunde: Die Arbeitsseiten sind für den Klassenraum oder die Hallentribüne gedacht, und unter jeder steht der Vorschlag für die Halle danach. Das Material eignet sich ebenso für eine Vertretungsstunde, für Regenwetter, für die Theoriestunde vor einem Turnier und für eine Lerntheke — die Lösungen liegen im Heft und nicht beim Lehrertisch. Alle Hefte sind in Schwarzweiß lesbar; die beiden Seiten zum Aushängen vertragen die Vergrößerung auf A3.Einordnung in die ReiheDie Reihe umfasst fünf Einheiten und ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile. Der Weg geht vom Einzelnen, der sich anbietet, über das Zusammenspiel unter Druck und den Abschluss bis zur Abwehr, die sich verständigt — und schließlich zum Turnier, in dem gespielt und beurteilt wird. Dahinter steht eine Ordnung, die nicht erfunden ist: Individualtaktik, Gruppentaktik, Mannschaftstaktik. Die Ebenen stammen aus einer Taktikdefinition von 1994; die Zuordnung der fünf Einheiten zu ihnen ist unsere, und das Heft sagt es so.Jede Einheit ist trotzdem für sich einsetzbar. Jedes Fachwort, das eine Aufgabe braucht, wird im eigenen Heft erklärt — auch dann, wenn es zum ersten Mal in einer früheren Einheit vorkam. Die Fachwörter bauen aufeinander auf: Eine Aufgabe verwendet nur Wörter der eigenen und der früheren Einheiten, und die Liste auf Seite 15 sagt am Ende jeder Einheit, welche Wörter erst später kommen.Die fünf Leitfarben sind Kobalt, Grasgrün, Kirschrot, Amethyst und Beere — Leibchenfarben, die Farben, an denen man aus zwanzig Metern erkennt, wer zu wem gehört. Auf der letzten Seite jedes Hefts steht eine Leiste mit allen fünf Einheiten, damit sichtbar ist, wo die Klasse gerade steht.
Klassenstufen: 7-8. Klasse
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