Vorschau - Stundenentwürfe - Classroom Management Heft 16–30 – Halbpaket - Deckblatt
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Stundenentwürfe - Classroom Management Heft 16–30 – Halbpaket - Die Rabenkiste - Deckblatt
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Beschreibung

Der Ablauf steht, und es reicht trotzdem nicht. Die Stunde läuft, die Übergänge sitzen, und dann ist da diese eine Klasse, in der jede Ansage teuer ist. Es kommen die Lagen, für die das übliche Vorgehen nicht gebaut war: eine fremde Klasse ohne Vorbereitung, die sechste Stunde bei 24 Grad, zwei Aufträge gleichzeitig, ein Gerät auf dem Tisch, ein Kind, um das es seit Wochen still geworden ist. Und dahinter die Fragen, die niemand im Studium beantwortet hat: Wer darf das eigentlich verhängen? Was gehört in die Akte? Wie viel hält man selbst aus?

Diese fünfzehn Hefte arbeiten an dem, worauf ein laufender Unterricht steht. Block 4 nimmt die Beziehung und ihre Werkzeuge — Lob, Motivation, Klima, Mitbestimmung — von der Zahlenseite her. Block 5 nimmt die Lagen, die aus dem Rahmen fallen, und ist zugleich der Teil mit den größten Fehlstellen in der Forschung; das steht in jedem betroffenen Heft auf Seite 2 in einer eigenen Tabelle. Block 6 nimmt den Rahmen und die eigene Person: Recht, Elterngespräch, Dokumentation, Belastung — und am Ende die Prüfung des eigenen Vorgehens.

Es ist die Hälfte für die, bei denen der Ablauf schon steht. Wer wenig Zeit hat, liest Heft 16, Heft 26 und Heft 30 — das erste liefert die Zahlenbasis für den meistgesagten Satz des Feldes, das zweite beantwortet, wer was verhängen darf, und das dritte sagt nach zwanzig Minuten einer gewöhnlichen Stunde, welches der anderen Hefte dran ist.

Drei Blöcke, fünfzehn Hefte

Die fünfzehn Hefte stehen in drei Blöcken zu je fünf. Jedes Heft ist für sich einsetzbar; zusammen führen sie von der Beziehung über die schwierigen Lagen bis zum Rahmen und zur eigenen Belastung.

Block 4, Hefte 16 bis 20: Beziehung.

Heft 16, Die Beziehung. Acht Zusammenhangsmaße auf einer Achse, jedes mit Maß, Studienzahl und Design — und daneben die fünf Werte, die regelmäßig dazwischengestellt werden und aus anderen Skalen stammen. Dazu sechs Schritte, von denen genau einer randomisiert geprüft ist, und zwölf Karten: zehn Wege und zwei Sackgassen.

Heft 17, Loben. Warum das meiste Lob nicht wirkt und welche Zahl dazu nicht stimmt: Die 4:1-Regel wird an der besten verfügbaren Untersuchung geprüft und fällt durch. Dazu ein Zählbogen für zwanzig Minuten und die Unterscheidung zwischen aufgabenbezogenem und personenbezogenem Lob.

Heft 18, Motivation. Selbstbestimmung im Klassenzimmer ohne Belohnungssystem — mit dem Fachstreit um materielle Belohnungen in beiden Lagern und dem Fall, in dem dieselbe Metaanalyse ihre eigene Auskunft neun Jahre später geändert hat.

Heft 19, Das Klassenklima. Wie es gemessen wird, womit es zusammenhängt und wie groß dieser Zusammenhang wirklich ist. Dazu sechs Aussagen für die Klasse und ein Bogen, der ohne Punktwert und ohne Skala auskommt.

Heft 20, Mitbestimmung. Klassenrat und Beteiligung mit einem ehrlichen Blick auf die Belege — und mit dem, was rechtlich tatsächlich vorgeschrieben ist: das Anhörungs- und das Beistandsrecht vor einer Ordnungsmaßnahme.

Block 5, Hefte 21 bis 25: Besondere Lagen.

Heft 21, Vertretungsstunden. Wie oft vertreten wird, mit amtlicher Methode, und warum eine fremde Klasse anders reagiert. Dazu ein Ablauf für die ersten fünf Minuten und für 45, ein Übergabezettel, ein leerer Sitzplan und acht Aufgaben, die ohne Kopien, ohne Fachkenntnis und ohne Vorbereitung laufen.

Heft 22, Schwierige Zeitfenster. Die sechste Stunde, der Nachmittag, der Tag vor den Ferien. Was am Tagesverlauf gemessen ist, wie klein der Effekt ausfällt und warum die Pause der größere Hebel ist als die Uhrzeit — dazu Luft und Temperatur als billigster belegter Handgriff der Reihe.

Heft 23, Inklusion und ADHS. Acht Effektstärken aus Gruppendesigns auf einer Achse, drei davon nicht signifikant, und daneben getrennt die Werte aus Einzelfalldesigns. Welcher Interventionstyp trägt und welcher der schwächste ist — mit einem Ergebnis, das der verbreiteten Fortbildungsbotschaft widerspricht.

Heft 24, Digitale Geräte. Die hessische Regelung seit dem Schuljahr 2025/2026 im Wortlaut, was bei Wegnahme und Rückgabe gedeckt ist und was nicht, der Ländervergleich und vier Fehlanzeigen im Recht. Dazu die Befundlage zum Verbot aus sechs Ländern und ein Vorfallzettel.

Heft 25, Mobbing erkennen. Die Definition, mit der gezählt wird, und was ohne sie passiert; wie gut Lehrkräfte erkennen, in sechs Werten aus einer Studie; was Antimobbing-Programme leisten, mit Odds Ratio. Dazu der Meldeweg und die Frage der Strafanzeige, mit Paragraf.

Block 6, Hefte 26 bis 30: Rahmen und Selbst.

Heft 26, Der Rechtsrahmen. Die zwei Kategorien und warum sie zwei Rechtswelten sind, wer in Hessen was entscheidet und wer nur beantragt, die drei Schwellen und die Verfahrensrechte von der Anhörung bis zum Widerspruch. Dazu ein Ländervergleich über sechs Fragen und die sieben Ordnungsmaßnahmen im Wortlaut.

Heft 27, Elterngespräche. Warum das Elterngespräch eine pädagogische Maßnahme ist und keine Vorstufe zu etwas anderem, fünf Fehlanzeigen offen benannt statt umgangen, sechs Rechte und Pflichten mit Fundstelle. Dazu ein Ablauf in fünf Schritten, ein Protokollbogen mit zwölf Feldern und eine Vereinbarung mit Prüfdatum.

Heft 28, Dokumentation. Drei Fragen statt einer: Darf ich das festhalten, wo gehört es hin, wie lange bleibt es? Dazu eine Fristentabelle mit fünf Zeilen und fünf Paragrafen, ein Vorfallbogen, ein Löschplan und vier Gewohnheiten aus dem Alltag, die rechtlich nicht tragen.

Heft 29, Die eigene Belastung. Was belastbar erhoben ist und was nur kursiert, drei Metaanalysen zu dem, was hilft, mit Studienzahl — und die eine Dimension, die sich in keiner Studie bewegt. Dazu ein Wochenbogen zum Zählen, ein Drei-Monats-Raster und der Meldeweg mit Paragraf, wenn einem selbst etwas passiert.

Heft 30, Das eigene Klassenmanagement prüfen. Das Schlussheft: vier Zugänge zur eigenen Praxis, geordnet nach ihrer Belastbarkeit, ein Diagnosebogen mit acht Zählfragen, sechs Aussagen für die Klasse und ein Halbjahresplan. Und der Wegweiser, der jede auffällige Zeile des Bogens einem der neunundzwanzig anderen Hefte zuordnet.

Was enthalten ist

Der Aufbau ist in allen fünfzehn Heften derselbe: acht Seiten DIN A4, darin eine Einordnung auf Seite 1 und 2, eine Befundseite auf Seite 3, ein Vorgehen in Schritten auf Seite 4, ein Merkplakat auf Seite 5 in A3 kopierbar, eine Arbeitsseite auf Seite 6 mit ausgefüllter Beispielspalte, ein Kartenblatt auf Seite 7 mit zwölf Karten zum Ausschneiden und eine Quellenseite auf Seite 8 mit Abrufdatum und der Ampel belegt, uneinheitlich, nicht belegt. Fünfzehn Hefte zu acht Seiten sind 120 Seiten; fünfzehn Kartenblätter zu zwölf Karten sind 180 Karten. Dazu fünfzehn Merkplakate und fünfzehn Arbeitsseiten.

Jedes Heft liegt zweimal bei: farbig und in einer echten Graustufenfassung, konvertiert und nicht gerastert, damit es an jedem Schulkopierer sauber druckt. Die Merkplakate gewinnen in A3, die Kartenblätter auf 160-Gramm-Papier oder laminiert. Auf jeder Karte steht unten, worauf sie beruht: gemessen, abgeleitet oder gesetzt. Alle Grafiken sind selbst erzeugt; die Textschriften stehen unter der SIL Open Font License. Die Lizenz gilt für eine Lehrkraft und deren eigene Lerngruppen.

Konkret sind das in dieser Hälfte: Zählbögen für Lob und Klassenklima, ein Übergabezettel und ein leerer Sitzplan für die Vertretungsstunde, ein Protokollbogen für sechs Randstunden, ein dreispaltiger Beobachtungsbogen für weit auseinanderliegende Bedarfe, eine Regelungstabelle und ein Vorfallzettel für digitale Geräte, ein Vorfallbogen mit sieben Feldern für Mobbing, ein Verfahrensbogen für Ordnungsmaßnahmen, ein Gesprächsprotokoll mit zwölf Feldern, eine Fristentabelle mit Löschplan, ein Wochenbogen zur eigenen Belastung und zum Schluss der Diagnosebogen aus Heft 30. Bei den 180 Karten sind unter anderem die sieben Ordnungsmaßnahmen im Wortlaut, fünf Rechte der Gegenseite, acht Aufgaben für eine unvorbereitete Vertretungsstunde und zwölf Karten für das Kollegengespräch.

Was dieses Paket von anderem Material unterscheidet

Der Unterschied liegt nicht im Thema, sondern in der Auskunftspflicht. Diese Hälfte behandelt die weichen Gegenstände des Feldes — Beziehung, Klima, Motivation, Belastung — und behandelt sie von der Zahlenseite her: mit Design, Stichprobe und Jahr, und mit der Unterscheidung zwischen einem Zusammenhang und einer Wirkung.

Der stärkste belegte Befund ist zugleich der größte der ganzen Reihe. Ein natürliches Experiment in Dänemark wertet 2 034 964 Testbeobachtungen von 570 376 Schülerinnen und Schülern an 2 105 Schulen aus, Alter 8 bis 15, Schuljahre 2009/10 bis 2012/13: Je Stunde später am Tag sinken die standardisierten Testergebnisse um 0,9 Prozent einer Standardabweichung (Konfidenzintervall 0,7 bis 1,0). Der Testzeitpunkt hing an der Verfügbarkeit der Computerräume und ist gegenüber dem einzelnen Kind quasi-zufällig (Sievertsen, Gino & Piovesan 2016). Die zweite Zahl derselben Studie ist die wichtigere, weil sie gestaltbar ist: Eine Pause von 20 bis 30 Minuten hebt die Ergebnisse um 1,7 Prozent einer Standardabweichung, fast doppelt so viel, wie eine Stunde später am Tag kostet — im schwächsten Leistungszehntel um 2,7 Prozent, im stärksten wird kein Effekt berichtet. Heft 22 nennt den Befund echt und klein, und es rechnet ihn nicht auf einen ganzen Schultag hoch.

Die breiteste Zahlenbasis steht in Heft 16, und sie gehört zu dem Satz, der in jeder Fortbildung fällt. Die Lehrer-Schüler-Beziehung hängt mit β = 0,29 mit der Mitarbeit zusammen und mit der Leistung direkt nur mit β = 0,07 — aus 189 Studien mit 249 198 Personen, korrelativ, in der Sekundarstufe stärker als in der Grundschule (Roorda u. a. 2017). Was in Fortbildungen gezeigt wird, ist meistens eine andere Zahl: 0,87 aus vier Studien. Vier Studien gegen 189 — die Richtung ist gut gestützt, die Größe nicht, und der Unterschied zwischen einem Zusammenhang und einer Wirkung steht in Heft 16 in einem eigenen Kasten.

Und dann die Sätze, die diese fünfzehn Hefte nicht schreiben. Erstens: „Loben Sie viermal so oft, wie Sie tadeln.“ Für die Schwellen 3:1, 4:1 oder 5:1 wurde keine Primärstudie gefunden, und die beste verfügbare Untersuchung widerlegt sie ausdrücklich: In einer dreijährigen Wirksamkeitsstudie an 19 Grundschulen mit 151 Lehrkräften und 2 536 Kindern war der quadratische Term nicht signifikant; es wurde kein Schwellenwert gefunden, an dem sich das Verhalten sprunghaft verbessert (Caldarella u. a. 2020). Der Zusammenhang ist linear — jede Verschiebung zugunsten des Lobes zahlt sich aus, auch die von 1:3 auf 1:2. Der Mittelwert der 151 Klassen lag bei 0,52, also etwa gleich viel Lob wie Tadel.

Zweitens: „Handys raus aus der Schule, dann steigen die Leistungen.“ Die beste Studie dazu — 91 englische Sekundarschulen, 130 482 Beobachtungen über zehn Jahre, Differenz-von-Differenzen — findet im Mittel 0,0641 Standardabweichungen, im untersten Fünftel der Vorleistung 0,1423, im vierten 0,0229 und im obersten −0,0254; die beiden letzten sind nicht signifikant (Beland & Murphy 2016). Der Satz, der über alle sechs Länderbefunde trägt, steht in Heft 24 auf dem Plakat: Nicht das Verbot wirkt, seine Durchsetzung wirkt — in Schulen mit geringer Regeltreue fand sich kein signifikanter Effekt. Und die verbreitete Wiedergabe „6,4 Prozent mehr Leistung“ ist eine Verwechslung: 0,0641 sind Standardabweichungen, keine Prozent.

Drittens: „So viel Prozent der Lehrkräfte sind ausgebrannt.“ Eine belastbare Burnout-Quote gibt es nicht. Die einschlägige Metaanalyse über 45 Artikel, 49 Stichproben und 14 410 Lehrkräfte kommt zu einem hohen Risiko, nennt im zugänglichen Text aber keine Prävalenzwerte — und hält fest, dass verschiedene Messinstrumente zu signifikant unterschiedlichen Ergebnissen führen (García-Carmona u. a. 2019). Was stattdessen in Heft 29 steht, ist erhoben: 35 Prozent der Lehrkräfte nennen das Verhalten der Schülerinnen und Schüler als größte Herausforderung, an Berufsschulen 46 Prozent, an Grundschulen 25; 36 Prozent fühlen sich mehrmals in der Woche erschöpft, 12 Prozent täglich (Deutsches Schulbarometer 2024, N = 1 608, Selbstauskunft, plus/minus 3 Prozentpunkte).

Viertens, und dieser richtet sich gegen die eigene Zunft: „Mit den richtigen Strategien wird ADHS im Unterricht beherrschbar.“ In der saubersten verfügbaren Zusammenfassung — 26 randomisierte kontrollierte Studien, davon 22 in den Analysen, 1 962 Kinder und Jugendliche von 4 bis 18 Jahren — wirken schulische Programme auf Leistung, Unaufmerksamkeit, externalisierende Probleme und soziale Fertigkeiten. Hyperaktivität und Impulsivität ließen sich dagegen nicht signifikant senken: d = −0,09 bei p = 0,22, von den Autoren selbst eine große Lücke der derzeitigen Maßnahmen genannt. Dazu ein Befund, der der verbreiteten Fortbildungsbotschaft widerspricht: Antezedenzbasierte Maßnahmen — Struktur, Vorabsignale, Aufgabenanpassung — erreichen mit d = 0,31 den niedrigsten Wert, deutlich unter konsequenzbasierten mit 1,82 (Gaastra u. a. 2016). Nicht mehr Struktur, sondern eine dichtere Rückmeldung.

Dazu die Fehlanzeigen, die kein Konkurrenzmaterial nennt, weil sie unbequem sind. Zu Vertretungsunterricht wurde weder eine Qualitätsstudie mit standardisierten Maßen noch ein Vergleich mit Regelunterricht auf Lernzuwachs gefunden. Zur Klassenführung in inklusiven Settings gibt es keine Metaanalyse. Im deutschsprachigen Raum wurde keine kontrollierte Wirksamkeitsstudie zum Klassenrat gefunden; die kursierenden Prozentwerte stammen aus einer Zufriedenheitsbefragung von 348 Personen, die ein Materialset bestellt hatten. Und zur Wirkung von Dokumentation existiert kein Vergleich dokumentierter gegen nicht dokumentierte Fälle. Was es dort stattdessen gibt, sind Normen — und die stehen mit Paragraf, Fassung und Abrufdatum da.

Und ein Nullbefund, der die Bauart von Heft 29 und Heft 30 bestimmt. Die Depersonalisation, also der abgestumpfte Blick auf die Klasse, bewegt sich in beiden einschlägigen Metaanalysen nicht signifikant: d = 0,03 bei Iancu u. a. 2018 und g = −0,51 bei Oliveira u. a. 2021, dessen Konfidenzintervall die Null einschließt. Was sich bewegt, bewegt sich klein, aber verlässlich: d = 0,18 aus 23 kontrollierten Studien zu Interventionen gegen Lehrer-Burnout, g = 0,35 aus 44 Studien zum Wohlbefinden von Lehrkräften (Li u. a. 2024) — und Programme unter einem Monat haben die kleinsten Effekte. Ein Fortbildungstag ist keine Intervention, und das schreibt Heft 29 auch so.

Für wen und wann

Für Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I, und für Klassenleitungen besonders: Ein großer Teil dieser Hefte arbeitet an der Schnittstelle zwischen Unterricht und Verfahren. Kein Fach vorausgesetzt; die Bögen brauchen einen Stift, die Karten eine Schere, die Plakate einen Kopierer.

Am meisten bringt diese Hälfte dort, wo der Ablauf schon steht und die Fragen dahinter anfangen: eine Klasse, in der das Klima kippt, ohne dass jemand sagen kann, woran es liegt; ein Fall, der seit drei Wochen läuft; die Konferenz zur Handyregelung; das Elterngespräch, das nächste Woche ansteht. Die Zählbögen aus den Heften 17, 19 und 30 kosten zwanzig Minuten einer gewöhnlichen Stunde und brauchen keine zweite Person — der Grund dafür steht in mehreren Heften: Die Selbsteinschätzung trifft die Videobeobachtung nur mit r = 0,10, das Schülerurteil mit 0,53 bis 0,59.

Zehn der fünfzehn Hefte enthalten Rechtsaussagen, jede mit Land, Gesetz, Paragraf, Fassung und Abrufdatum. Zitiert werden das Hessische Schulgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 31.03.2023, zuletzt geändert durch Gesetz vom 22.06.2026, in Kraft seit 01.08.2026 — vor allem § 82, dazu § 69 Abs. 7 zu den Smartphone-Schutzzonen ab dem Schuljahr 2025/2026 —, die Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses (VOGSV, Ausfertigung 19.08.2011, benutzte Fassung Stand 15.01.2024) mit den §§ 64 bis 74, die hessische Aufsichtsverordnung in der Fassung vom 25.03.2021, die Hessische Schul-Datenschutzverordnung vom 01.12.2023 und § 23 der Dienstordnung. Zum Vergleich stehen Art. 56 Abs. 5, Art. 86 und Art. 88 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes sowie § 53 des Schulgesetzes Nordrhein-Westfalen daneben.

Wo die Quellenlage dünn ist, sagen die Hefte das: Der Fassungsstand des hessischen Schulgesetzes ist amtlich belegt, sein Wortlaut nicht, weil das amtliche Rechtsportal automatisierte Abrufe sperrt; Heft 26 führt drei Stellen auf, an denen zwei Abrufe derselben Quelle sich widersprachen. Zur Dauer eines Einbehaltens wurde keine veröffentlichte Entscheidung gefunden. Alles Rechtliche in diesen Heften ist Information, keine Rechtsberatung. In einem anderen Bundesland gelten andere Normen, und vor der Anwendung gehört der Wortlaut an der amtlichen Fassung geprüft.

Ein Hinweis zu Heft 29: Es ist ebenfalls Information und ersetzt weder eine Beratung noch eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Bleibt die Erschöpfung über Wochen, trägt der Schlaf nicht mehr oder wird der Weg zur Schule morgens zur Hürde, benennt das Heft ausdrücklich den nächsten Schritt — und der ist kein Arbeitsblatt.

Einordnung in die Reihe

Dieses Paket ist Teil 2 von 2. Teil 1 enthält die Hefte 1 bis 15: den Anfang, den Ablauf und die Störung. Jene Hälfte baut den laufenden Unterricht auf, diese arbeitet an dem, worauf er steht. Wer neu anfängt, nimmt zuerst Teil 1; wer seit Jahren unterrichtet, findet hier eher, was noch fehlt.

Daneben gibt es die Reihe auch anders zugeschnitten: als Gesamtpaket aus dreißig Heften, als sechs Fünferpakete — Der Anfang (1 bis 5), Der Ablauf (6 bis 10), Störungen (11 bis 15), Beziehung (16 bis 20), Besondere Lagen (21 bis 25), Rahmen und Selbst (26 bis 30) — und als Einzelhefte.

Jedes Heft ist für sich einsetzbar; die Reihenleiste auf Seite 8 zeigt jedes Mal, wo es steht. Heft 30 schließt die Reihe mit einem Wegweiser, der jede auffällige Zeile des Diagnosebogens einem der neunundzwanzig anderen Hefte zuordnet. Die Reihe ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile.



Classroom Management Heft 16–30 – Halbpaket

39,99 €
Gesamtwert des Pakets: 59,85 €
Produktdetails
  • Umfang:
    15 Materialien
  • Materialtyp:
    Stundenentwürfe, Unterrichtsreihen, Arbeitsblätter, Poster, Merkblätter, Text, Quiz, Prüfungsvorbereitung

Materialien in diesem Paket (15)

17 Seiten

Die eigene Belastung – Classroom Management, Heft 29

Zur Belastung von Lehrkräften gibt es viele Zahlen. Wenige halten einer Nachfrage nach der Stichprobe stand. Dieses Heft nennt die, die halten — und sagt bei dreien ausdrücklich, warum es sie nicht nennt.Es zeigt, was Programme für Lehrkräfte tatsächlich erreichen: kleine Effekte, und bei einer Dimension in zwei unabhängigen Metaanalysen gar keinen. Es beantwortet die Frage, ob gutes Klassenmanagement die Belastung senkt, mit drei Belegen in drei Belegqualitäten — und mit keinem Versprechen.Und es hört an der richtigen Stelle auf. Bleibt die Erschöpfung über Wochen, ist der nächste Schritt kein Arbeitsblatt. Das steht im Heft, auf dem Plakat und auf der Arbeitsseite.Was enthalten istZwei Seiten Einordnung: die belastbarste deutsche Erhebung mit ihrer Methode und der Aufschlüsselung, woraus sich die meistgenannte Zahl zusammensetzt; woran es scheitert — an der Quelle, an der Übersetzung, an der Zuständigkeit —; drei Zahlen, die dieses Heft ausdrücklich nicht nennt; und warum die Prozente der größten deutschen Studie zum Thema hier fehlen. Seite 3 ist die Befundseite: sechs Werte aus drei Metaanalysen auf einer Achse mit vollständigen Konfidenzintervallen, die drei Arbeiten in einer Tabelle mit Umfang, Hauptergebnis und offener Stelle, die ehrliche Antwort auf die Klassenmanagementfrage und ein Kasten, was hier bewusst fehlt.Seite 4 ordnet vier Stufen — zählen, ansehen, ändern, Hilfe holen —, führt fünf Schritte aus und enthält den Rechtskasten zum Meldeweg, wenn dir etwas passiert, mit Paragraf, Fassung und Abrufdatum. Seite 5 ist das Merkplakat „Fünf Zahlen, die halten“ in A3, jede mit Stichprobe und Design; zwei davon sind klein, eine ist ein Nullbefund.Seite 6 ist die Arbeitsseite: oben ein Wochenbogen mit ausgefüllter Beispielzeile — was heute am meisten gekostet hat, wie viele Minuten, ob es beeinflussbar ist —, unten das Raster für die eine Sache über drei Monate und sechs Anzeichen dafür, dass es mehr braucht als diesen Bogen. Seite 7 bringt zwölf Karten: acht Befunde mit Belegstufe, vier Sackgassen mit einem Feld „Statt dessen“. Seite 8 sind Quellen mit Abrufdatum und die Ampel belegt, uneinheitlich, nicht belegt.0,18 ist klein — und 0,03 ist ein Nullbefund, zweimal bestätigtDer tragende Befund ist eine deutsche Erhebung mit ausgewiesener Methode: das Deutsche Schulbarometer 2024, N = 1 608 Lehrkräfte an allgemein- und berufsbildenden Schulen, Feldarbeit forsa vom 16.11. bis 3.12.2023, ± 3 Prozentpunkte, wissenschaftlich verantwortet und als Auftragsbefragung ausgewiesen. 35 Prozent nennen das Verhalten der Schülerinnen und Schüler als größte Herausforderung — an Berufsschulen 46 Prozent, an Haupt-, Real- und Gesamtschulen 42, an Grundschulen 25. 36 Prozent fühlen sich mehrmals in der Woche erschöpft, 12 Prozent täglich, 27 Prozent würden den Beruf wechseln, wenn sie könnten. Alle Angaben sind Selbstauskunft, und das steht dabei.Der zweite Befund ist die Wirkungsseite, und er ist unbequem klein. Interventionen gegen Lehrer-Burnout erreichen über 23 kontrollierte Studien im Mittel d = 0,18 (Iancu u. a. 2018); sozial-emotionale Programme über 13 Studien g = −0,37 [−0,70; −0,03] für emotionale Erschöpfung und +0,45 [0,12; 0,79] für persönliche Erfüllung (Oliveira u. a. 2021); Programme zum Wohlbefinden über 44 Studien mit 176 Effektstärken g = 0,35 (Li u. a. 2024). Und dann der konsistenteste Nullbefund des Themas: Die Depersonalisation — der distanzierte, abgestumpfte Blick auf die Klasse — bewegt sich nicht. d = 0,03 bei p > 0,05 in der einen Arbeit, g = −0,51 mit einem Intervall von −1,13 bis +0,11 in der anderen. Ein Punktschätzer von −0,51 sieht groß aus; sein Intervall schließt die Null ein. Zwei unabhängige Metaanalysen, derselbe Nullbefund. Dazu die einzige Dosisangabe des Feldes: Programme unter einem Monat haben die kleinsten Effekte — ein Fortbildungstag ist keine Intervention.Der Negativbefund sind drei Zahlen, die in diesem Heft ausdrücklich nicht vorkommen. Erstens keine Burnout-Quote: Die Metaanalyse über 45 Artikel, 49 Stichproben und 14 410 Lehrkräfte kommt zu einem „hohen Risiko“, nennt im zugänglichen Text aber keine Prävalenzwerte — und hält selbst fest, dass verschiedene Messinstrumente zu signifikant unterschiedlichen Ergebnissen führen (García-Carmona u. a. 2019). Zweitens keine Musterprozente: Die Potsdamer Lehrerstudie mit rund 16 000 Lehrkräften ist die größte deutsche Erhebung zum Thema, aber zwei abgerufene Darstellungen derselben Studie nennen verschiedene Verteilungen; belastbar ist nur die Größenordnung, und die Typologie ist eine Konstruktion — zwei der vier Muster sind über die Zeit signifikant instabil (p = 0,006 bzw. 0,025). „Ich bin ein B-Typ“ ist durch die Daten nicht gedeckt. Drittens keine Arbeitszeitzahl: In keinem der drei Dossiers ist eine erhoben. Und die Frage, ob gutes Klassenmanagement die Belastung senkt, beantwortet das Heft mit „mehr als plausibel, weniger als bewiesen“ — korrelativ ja über 16 Studien, experimentell ja bei 97 Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern, im Feld an 140 britischen Schulen mit 5 623 Kindern aber nur bei Lehrkräften mit mindestens vier von sechs besuchten Sitzungen; ohne diese Bedingung „no evidence of impact“.Für wen und wannFür Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I, für Fachschaften und für Personalräte. Der Wochenbogen kostet fünf Minuten am Tag und liefert am Freitag eine Zeile, über die sich reden lässt — mit einer vierten Spalte, die entscheidet, ob sie in den eigenen Plan gehört oder in ein Gespräch mit der Schulleitung.Das Heft ersetzt keine Behandlung und stellt keine Diagnose. Bleibt die Erschöpfung über Wochen, trägt der Schlaf nicht mehr oder wird der Weg zur Schule morgens zur Hürde, gehört das zu einer Ärztin oder einem Arzt, in eine psychotherapeutische Sprechstunde oder in die schulpsychologische Beratung. Der Meldeweg für den Fall, dass dir etwas passiert, steht mit Paragraf und Fassung im Heft. Information, keine Rechtsberatung.Einordnung in die ReiheHeft 29 steht im sechsten Block, „Rahmen und Selbst“ (Hefte 26 bis 30). Es zeigt auf die Hefte, in denen die Arbeit stattfindet: Übergänge in Heft 6, Lautstärke in Heft 8, die leise Ebene in Heft 12, Konsequenzen in Heft 15. Die Dokumentation eines Vorfalls, der dich selbst betrifft, steht in Heft 28. Heft 30 macht daraus einen Halbjahresplan.Jedes Heft ist für sich einsetzbar. Zusammen ergeben die dreißig einen Weg vom ersten Schultag bis zur Prüfung des eigenen Vorgehens. Die Reihe ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile.

Fachübergreifendes
3,99 €
17 Seiten

Die Beziehung – Classroom Management, Heft 16

„Beziehung ist das Wichtigste“ ist der meistgesagte Satz der Klassenführung und der am häufigsten falsch belegte. Am besten untersucht ist nämlich nicht die Wirkung einer Maßnahme, sondern ein Zusammenhang — und er führt nicht dorthin, wo ihn die Fortbildungen hinführen.Dieses Heft nimmt die Zahlenbasis auseinander, die es zu diesem Thema wirklich gibt: acht Zusammenhangsmaße auf einer Achse, jedes mit seinem Maß, seiner Studienzahl und seinem Design. Daneben stehen die fünf Werte, die regelmäßig danebengestellt werden und aus anderen Skalen stammen — sie stehen daneben und nicht darin, und es steht dabei, warum.Und dann wird es praktisch: sechs Schritte, von denen genau einer randomisiert geprüft ist, zehn Werkzeuge und zwei Sackgassen, jede mit ihrer Belegstufe. Wer nach diesem Heft in einer Konferenz über Beziehung spricht, hat für jede Zahl eine Fundstelle.Was enthalten istZwei Seiten Einordnung: was in dieser Forschung überhaupt „Beziehung“ heißt und wie sie erhoben wird, woran es im Alltag scheitert, was das Heft leistet und was es ausdrücklich nicht leistet. Seite 3 ist die Befundseite mit der Achse aus acht Zusammenhangsmaßen, der Tabelle der Werte, die nicht darauf gehören, fünf Sätzen, die halten, und einer Spalte darüber, was daran wackelt und was fehlt.Seite 4 ist das Vorgehen: sechs Schritte, bei jedem steht, worauf er beruht — von der Begrüßung an der Tür mit ihrer randomisierten Studie bis zur Reparatur nach dem Konflikt, die eine Setzung dieses Hefts ist und so gekennzeichnet wird. Seite 5 ist das Merkplakat „Fünf Dinge, die tragen“ in A3, mit fünf Handlungen, ihrer Frequenz und dem Hinweis, dass nur die erste geprüft ist.Seite 6 ist ein Bogen für die eigene Klasse: sechs Zeilen, zwei davon ausgefüllt, ein Vier-Wochen-Plan und fünf Prüffragen, die nach Beobachtbarem fragen und nicht nach dem Gefühl. Er bleibt bei dir und gehört nicht in die Schülerakte — das steht auf dem Bogen. Seite 7 bringt zwölf Karten: zehn Wege und zwei Sackgassen, jede mit der Angabe gemessen, abgeleitet oder gesetzt, dazu drei Einsatzideen. Seite 8 sind Quellen mit Abrufdatum und die Ampel belegt, uneinheitlich, nicht belegt.189 Studien gegen vier — und die Zahl, die gezeigt wirdDer tragende Befund dieses Hefts ist die breiteste Zahlenbasis der ganzen Reihe. Eine Metaanalyse über 189 Studien mit 249 198 Schülerinnen und Schülern rechnet die Lehrer-Schüler-Beziehung in standardisierte Pfade um: Beziehung wirkt auf die Mitarbeit mit β = 0,29, die Mitarbeit auf die Leistung mit 0,24 — und die Beziehung direkt auf die Leistung mit β = 0,07 (Roorda, Jak, Zee, Oort & Koomen 2017; die Vorgängerarbeit von 2011 umfasst 99 Studien mit 129 423 Personen). Ein Befund daraus ist für die Sekundarstufe entscheidend: Der Zusammenhang mit der Mitarbeit ist dort stärker als in der Grundschule (β = 0,32 gegen 0,24) — der einzige Moderator, der sich signifikant nach Schulstufe unterscheidet. Beide Arbeiten sind korrelativ, und das steht in diesem Heft auf jeder Seite, auf der die Zahlen vorkommen.Der Negativbefund ist die meistzitierte Zahl der Klassenführungsliteratur: Lehrkräfte mit guten Beziehungen hätten „31 Prozent weniger Disziplinprobleme“. Sie steht in einem Zeitschriftenaufsatz — ohne Studienzahl, ohne Konfidenzintervall und ohne Rechenweg (Marzano & Marzano 2003). Der zugehörige Effektstärkenwert von 0,87 beruht auf vier Studien; die aufbereitende Stelle nennt das selbst die kleinste Evidenzbasis ihrer vier Faktoren. Vier Studien mit 0,87 gegen 189 Studien mit 0,07 bis 0,29 — und gezeigt wird die erste Zahl. Die Richtung ist gut gestützt, die Größenordnung nicht.Zwei weitere Sätze werden im Heft geprüft statt weitergereicht. „Wenn du an ein Kind glaubst, wird es besser“: Eine Synthese von 18 Experimenten hält fest, dass die Wirkung einer induzierten Erwartung „virtually zero“ ist, sobald die Lehrkraft ihre Klasse länger als zwei Wochen kennt (Raudenbush 1984); der Stand nach 35 Jahren heißt „modest rather than powerful“ (Jussim & Harber 2005). Und „erst Beziehung, dann Unterricht“: Die Metaanalysen sind korrelativ und sagen über die Reihenfolge nichts. Dazu der unbequemste Wert: In der Metaanalyse zu Trainings nach der Selbstbestimmungstheorie ist der Effekt auf die soziale Eingebundenheit — also auf das, was in Fortbildungen „Beziehung“ heißt — nicht signifikant (g = 0,44 aus acht Studien, von den Autoren selbst als unterpowert bezeichnet).Für wen und wannFür Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I — und für diese ausdrücklich mehr als für die Grundschule, weil der einzige signifikante Schulstufen-Moderator genau in diese Richtung zeigt.Am meisten bringt das Heft zu Beginn eines Schuljahres, wenn die Namen noch nicht sitzen, und in einer Fachkonferenz, in der über „Beziehungsarbeit“ geredet wird, ohne dass jemand eine Zahl dazu hat. Die fünf Handlungen des Plakats brauchen keine zusätzliche Zeit: Vier davon liegen in der Einlasszeit, beim Austeilen oder bei der Rückgabe.Einordnung in die ReiheHeft 16 eröffnet den vierten Block, „Beziehung“ (Hefte 16 bis 20). Es klärt die Zahlenbasis, auf die sich die vier folgenden Hefte beziehen: Heft 17 nimmt das Loben auseinander, Heft 18 die Motivation, Heft 19 das Klassenklima, Heft 20 die Mitbestimmung. Schritt 3 dieses Hefts — sagen, was die Arbeit tut, statt was die Person ist — wird in Heft 17 vollständig ausgeführt.Jedes Heft ist für sich einsetzbar. Zusammen ergeben die dreißig einen Weg vom ersten Schultag bis zur Prüfung des eigenen Vorgehens. Die Reihe ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile.

Fachübergreifendes
3,99 €
17 Seiten

Loben — Die Klasse führen, Heft 17 - Classroom Management

„Loben Sie viermal so oft, wie Sie tadeln.“ Diesen Satz hat fast jede Lehrkraft in einer Fortbildung gehört. Für die Schwelle, die er nennt, wurde keine Primärstudie gefunden — und die beste verfügbare Untersuchung widerspricht ihr ausdrücklich.Dieses Heft ersetzt die Quote durch eine Richtung. Es zeigt, was am Lob wirklich belegt ist: dass ein günstigeres Verhältnis mit mehr Mitarbeit einhergeht, gleichmäßig über die ganze Bandbreite, und dass nicht die Menge entscheidet, sondern die Form. Aufgabenbezogenes Feedback wirkt, personenbezogenes schadet.Dazu kommt der Teil, den Materialien zu diesem Thema sonst auslassen: der Fachstreit um materielle Belohnungen mit beiden Lagern und ihren Zahlen, und die eine Zeile, die in Fortbildungen über Lob bei Kindern nie vorgelesen wird.Was enthalten istZwei Seiten Einordnung: woher die 4:1-Regel stammt und was die maßgebliche Studie über sie sagt, warum die eigene Einschätzung als Ausgangspunkt ausfällt, und die vier Stellen, an denen Lob im Alltag ins Leere geht — Selbsteinschätzung, Form, Erwartung, Gießkanne. Seite 3 ist die Befundseite: acht Werte aus zwei Metaanalysen über dieselbe Literatur auf einer gemeinsamen Achse, daneben die Konfidenzintervalle vollständig in einer Tabelle.Seite 4 ist das Vorgehen in sechs Schritten, drei davon gemessen, dazu der Anteilsbalken, der zeigt, wo 151 Klassen tatsächlich stehen. Seite 5 ist das Merkplakat „Statt — besser“ in A3: fünf Satzpaare aus dem Unterrichtsalltag, unter jedem der Befund dazu.Seite 6 ist ein Zählbogen für eine einzige Stunde mit ausgefüllter Beispielzeile: links jedes Lob, rechts jeder Tadel, nach Phasen getrennt, dazu fünf Auswertungsfragen. Seite 7 bringt zwölf Karten — acht Lobformen und vier Sackgassen —, jede mit ihrer Belegstufe und einem Feld „Statt dessen“. Seite 8 sind Quellen mit Abrufdatum und die Ampel belegt, uneinheitlich, nicht belegt.Eine Richtung, keine Quote — und drei Zahlen, die nicht stimmenDer tragende Befund stammt aus einer dreijährigen Wirksamkeitsstudie an 19 Grundschulen mit 151 Lehrkräften und 2 536 Kindern der Klassenstufen K bis 6 (Caldarella, Larsen, Williams, Downs, Wills & Wehby 2020). Das beobachtete Lob-Tadel-Verhältnis reichte von 0,05 — also einer Lobäußerung auf zwanzig Zurechtweisungen — bis 0,87; im Mittel lag es bei 0,52, also etwa gleich viel Lob wie Tadel. Der Zusammenhang mit aufgabenbezogenem Verhalten beträgt r = 0,52, im Mehrebenenmodell ein Koeffizient von 29,37 (p < 0,05): über die ganze Bandbreite rund 30 Prozentpunkte. Der Vorbehalt gehört dazu und steht im Heft: randomisiert war die Intervention, nicht das Lobverhältnis; insoweit ist die Studie korrelativ, und sie stammt aus der Grundschule.Der Negativbefund ist die Regel selbst. Dieselbe Arbeit prüft den quadratischen Term und findet ihn nicht signifikant; wörtlich: „no PRR threshold (e.g., 3:1, 4:1) was found where behaviour dramatically improved“. Der Zusammenhang ist linear — jede Verschiebung zugunsten des Lobes zahlt sich aus, auch die von 1:3 auf 1:2. Die maßgebliche Studie schreibt selbst, die Idealverhältnisse 3:1, 4:1 und 5:1 seien in der Literatur „theoretisch diskutiert“ und die empirische Forschung dazu „still developing“. Eine Primärstudie, die eine dieser Schwellen etabliert, wurde nicht gefunden.Zwei weitere Zahlen werden im Heft auseinandergenommen. „93 Prozent der Kommunikation sind nonverbal“ beruht auf zwei Laborexperimenten von 1967 mit 30 beziehungsweise 37 Studentinnen, die einzelne Wörter beurteilten — es fanden überhaupt keine Gespräche statt, und Mehrabian selbst hat die Verallgemeinerung zurückgewiesen. Und die unbequemste Zeile des Hefts: Der oft zitierte positive Effekt verbalen Lobes auf die intrinsische Motivation von +0,33 stammt überwiegend aus Studien mit Studierenden (+0,43). Für Kinder allein beträgt er d = 0,11 bei einem Konfidenzintervall von −0,11 bis 0,34 — nicht signifikant (Deci, Koestner & Ryan 1999, 128 Studien). Was am Lob belegt ist, ist der Zusammenhang mit dem Verhalten in der Stunde, nicht mit der Freude an der Sache.Für wen und wannFür Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I. Die Verhältniszahlen stammen aus der Grundschule; eine Folgearbeit zur Sekundarstufe existiert, ihre Ergebnisse lagen nicht vor — auch das steht im Heft, statt sie zu übertragen.Der Zählbogen braucht zwanzig Minuten und eine gewöhnliche Stunde, kein Vorwissen und keine zweite Person. Am meisten bringt das Heft dort, wo sich der Ton in einer Klasse eingeschliffen hat, in der kollegialen Hospitation und in Fortbildungen, in denen die 4:1-Regel auf einer Folie steht.Einordnung in die ReiheHeft 17 steht im vierten Block, „Beziehung“ (Hefte 16 bis 20). Heft 16 liefert die Zahlenbasis zur Beziehung und nennt aufgabenbezogenes Feedback als dritten Schritt; hier wird er ausgeführt. Heft 18 nimmt den Belohnungsstreit auf, den dieses Heft nur anreißt, und ordnet vier Arten zu belohnen nach dem gemessenen Risiko. Zu Konsequenzen und ihrer rechtlichen Grenze siehe Heft 15.Jedes Heft ist für sich einsetzbar. Zusammen ergeben die dreißig einen Weg vom ersten Schultag bis zur Prüfung des eigenen Vorgehens. Die Reihe ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile.

Fachübergreifendes
3,99 €
eduki Qualität
17 Seiten

Motivation – Classroom Management, Heft 18

Motivation ist kein Ziel, das man ansteuert. Sie ist das, was übrig bleibt, wenn drei Bedingungen erfüllt sind — und was verschwindet, wenn man sie kauft. Das ist ein gut begründeter Rahmen und ein schwächerer Wirksamkeitsnachweis, als seine Verbreitung vermuten lässt.Dieses Heft legt die motivationalen Zahlen des Feldes auf eine gemeinsame Achse, beschriftet jede mit Studienzahl, Jahr und Bezugsgröße und markiert die nicht signifikanten sichtbar. Es zeigt die drei Grundbedürfnisse der Selbstbestimmungstheorie mit ihren jeweiligen Zahlen — und sagt, welches davon als Trainingsziel nicht belegt ist.Praktisch heißt das: eine echte Wahl je Stunde statt fünf halber, ein Punktesystem, das umgebaut und nicht abgeschafft wird, und ein Prüfbogen für eine Stunde, die man ohnehin hält.Was enthalten istZwei Seiten Einordnung: der Rahmen der Selbstbestimmungstheorie mit seinen drei Grundbedürfnissen, die vier Stellen, an denen es im Alltag scheitert — Punktesystem, Scheinwahl, Verwechslung von Motivation und Ruhe, Zeitpunkt —, und der Belohnungsstreit mit beiden Lagern. Seite 3 ist die Befundseite: acht motivationale Effektstärken auf einer Achse, die Selbstbestimmungstheorie in einer Tabelle mit Design und Studienzahl, und die Gegenüberstellung zweier Datenstände derselben Metaanalyse, Zeile für Zeile.Seite 4 ordnet vier Arten zu belohnen nach dem gemessenen Risiko und führt sechs Schritte in ihrer Reihenfolge aus, jeder mit dem, worauf er beruht. Seite 5 ist das Merkplakat „Drei Dinge, die tragen“ in A3: Autonomie, Kompetenz, Zugehörigkeit mit je vier Handgriffen und der Zahl, die für das jeweilige Bedürfnis vorliegt.Seite 6 ist ein Prüfbogen für sechs Phasen einer Stunde mit ausgefüllter Beispielspalte, einem Teil zum Umbau des Belohnungssystems und fünf Prüffragen. Seite 7 bringt zwölf Karten — neun Wege und drei Sackgassen —, jede mit Bedürfnis und Belegstufe, dazu drei Einsatzideen. Seite 8 sind Quellen mit Abrufdatum und die Ampel belegt, uneinheitlich, nicht belegt.Neun Jahre lang stand dort eine NullDer tragende Befund dieses Hefts ist eine Bewegung, keine Zahl. Die zentrale Metaanalyse zur Klassenführung wertet vier Ergebnisbereiche getrennt aus. In der Fassung von 2016 — 54 Interventionsstudien aus den Jahren 2003 bis 2013, 72,2 Prozent davon aus den Vereinigten Staaten — lauten die Werte: akademisch 0,17, verhaltensbezogen 0,24, sozial-emotional 0,21 und motivational 0,08 bei einem Standardfehler von 0,08, also nicht signifikant (Korpershoek u. a. 2016). Neun Jahre lang war die korrekte Auskunft damit: Klassenführung macht den Unterricht ordentlicher, aber sie macht niemanden nachweislich motivierter. Das Update von 2025 ändert das Bild — dasselbe Team, jetzt 76 Studien bis 2022, Gesamteffekt 0,23, motivational rund 0,22, und keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen den Ergebnisbereichen. Beide Stände stehen in diesem Heft nebeneinander: Wer 2016 zitiert, muss 2025 dazusagen; wer nur 2025 zitiert, unterschlägt, dass dieselbe Frage lange anders beantwortet war.Der Negativbefund betrifft das Bedürfnis, das in Fortbildungen als „Beziehung“ verkauft wird. Die einschlägige Metaanalyse zu Trainings nach der Selbstbestimmungstheorie wertet 31 Interventionsstudien mit 137 Effektstärken und 9 433 Personen aus (Wang, Wang, Wang, Wind & Gill 2024). Sie findet Effekte für Autonomieunterstützung, Kompetenzerleben und intrinsische Motivation — für die soziale Eingebundenheit keinen signifikanten: g = 0,44 aus acht Studien, das Intervall schließt die Null ein. Und ein zweiter Wert derselben Arbeit ist selbst erklärungsbedürftig: Autonomieunterstützung misst sich zu g = 1,14 im Gruppenvergleich und zu 0,19, wenn dieselbe Gruppe vorher und nachher befragt wird. Dieselbe Größe, zwei Designs, ein ungeklärter Unterschied — das Heft löst ihn nicht auf, es zeigt ihn.Der dritte Satz, der geprüft statt weitergereicht wird: „Belohnungen zerstören die intrinsische Motivation.“ Das ist eine Seite eines seit 1994 laufenden Fachstreits. Die eine Gruppe findet für materielle Belohnungen d = −0,34 aus 128 Studien, die andere rechnet dieselbe Literatur neu und kommt auf −0,08, nicht signifikant (Deci, Koestner & Ryan 1999 gegen Cameron, Banko & Pierce 2001). Für verbales Lob finden beide Lager positive Werte, +0,33 und +0,31. Und die Größenordnung: Die zweite Gruppe rechnet den negativen Effekt in Zeit um — bei acht Minuten Beobachtung rund 47 Sekunden weniger Beschäftigung, nachdem die Belohnung wegfällt. Statistisch signifikant, verhaltensmäßig bescheiden. Daraus folgt im Heft nicht „abschaffen“, sondern „umbauen“: nicht fürs Tun belohnen, sondern für einen erreichten Standard.Für wen und wannFür Lehrkräfte aller Schulformen, Schwerpunkt Sekundarstufe I — und besonders für Kollegien, die ein Punktesystem führen und nicht wissen, ob sie es behalten sollen. Dieses Heft gibt darauf eine Antwort mit Zahlen, und sie lautet weder ja noch nein.Der Prüfbogen kostet keine zusätzliche Unterrichtszeit: Er wird zu einer Stunde ausgefüllt, die ohnehin geplant ist. Eine leere Zeile ist erlaubt — eine echte Wahl je Stunde reicht. Für keinen der neun Handgriffe existiert eine eigene Effektstärke; sämtliche Metaanalysen dieses Feldes messen Programme, und das steht auf der Karte, auf dem Plakat und in der Ampel.Einordnung in die ReiheHeft 18 steht im vierten Block, „Beziehung“ (Hefte 16 bis 20). Es führt den Belohnungsstreit aus, den Heft 17 beim Loben anreißt, und liefert die Selbstbestimmungstheorie, auf die sich Heft 16 bei der Autonomieunterstützung stützt. Heft 19 nimmt den Faden beim Klassenklima auf, mit dem Motivation stärker zusammenhängt als mit der Fachleistung. Die rechtliche Seite von Belohnungssystemen und Konsequenzen steht in Heft 15.Jedes Heft ist für sich einsetzbar. Zusammen ergeben die dreißig einen Weg vom ersten Schultag bis zur Prüfung des eigenen Vorgehens. Die Reihe ist abgeschlossen; es kommen keine weiteren Teile.

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Lehrkraft und Fachleiter. Material mit Lösungen, Erwartungshorizont und belegter Befundlage.
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