Lehrkraft und Fachleiter. Material mit Lösungen, Erwartungshorizont und belegter Befundlage.
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Jemand fragt im Lehrerzimmer: „Kannst du gleich die 8b übernehmen?“ Sie haben zwei Minuten, kein Material, keine Namen und keine Ahnung, wo die Klasse gerade steht. Für genau diesen Moment ist dieses Heft gemacht.
27 Seiten mit zehn fertigen Stunden, fachunabhängig, für Klasse 5 bis 10. Jede Stunde steht auf zwei Seiten: links der Ablauf in Minuten mit dem Wortlaut zum Vorlesen, rechts die Kopiervorlage. Sieben der zehn Stunden funktionieren auch ohne Kopierer.
Und weil das hier kein Ideenheft sein soll: Zu jeder Stunde steht unten auf der Lehrkraftseite eine Zeile „Woran Sie sind“ — worauf die Stunde fachlich steht und wo die Belege aufhören.
So benutzt du dieses Heft: drei Schritte, zwei Minuten
Was belegt ist und was nicht — die Forschungslage in einer Dreiteilung
Die zehn Stunden auf einen Blick: Klassenstufe, Lautstärke, ob eine Kopie nötig ist, Seitenzahl
Die ersten fünf Minuten in einer fremden Klasse: fünf Fragen, bevor Sie den Raum betreten
1 Was hängengeblieben ist: Die Klasse rekonstruiert selbst, was zuletzt dran war, und fragt sich gegenseitig ab
2 Stimmt das? Fünfzehn Behauptungen, richtig oder falsch — vier davon über das Lernen selbst
3 Behauptung, Begründung, Beispiel: ein Streitthema, drei Bausteine, danach Seitenwechsel
4 Die stille Diskussion: vier Fragen, vier Blätter, kein gesprochenes Wort
5 Wie viel ist das? Fragen, die niemand genau weiß und die man trotzdem ausrechnen kann
6 Erklär es dem Marsmenschen: so genau beschreiben, dass es jemand nachmachen kann, der es nie gesehen hat
7 Der Rest der Geschichte: ein Text bricht mitten im Satz ab
8 Zwanzig Fragen: das Ratespiel — mit einer Auswertung, welche Frage wirklich etwas bringt
9 Die Klasse als Lexikon: jede und jeder schreibt einen Lexikonartikel über das eigene Können
10 Eine Regel, die hält: nicht zehn Regeln von oben, sondern eine — ausgehandelt und überprüfbar
Steckbrief: Klassenstufe, Lautstärke, benötigtes Material, ob eine Kopie nötig ist
Ablauf in Minutenschritten, von der ersten bis zur fünfundvierzigsten
Der Wortlaut, den Sie sagen können — wörtlich verwendbar
„Wenn es kippt“: ein Plan B für den Fall, dass die Stunde entgleist
Kürzer, länger, schwerer: drei Varianten in einem Satz
Die Kopiervorlage auf der gegenüberliegenden Seite
Die Auflösung zu Stunde 2 mit Erklärung zu allen fünfzehn Behauptungen
Quellen — und ein eigener Abschnitt dazu, was dieses Heft nicht belegen kann
Es sagt Ihnen, welche Stunde auf Forschung steht und welche nicht. Zwei der zehn Stunden stehen auf sehr solidem Grund: Abrufen von bereits Behandeltem erreicht in der größten Meta-Analyse dazu (222 Studien, 48 478 Lernende) einen mittleren Effekt von g = 0,50, mit den größten Werten in der Mittelstufe. Zum Schreibgespräch dagegen gibt es keine einzige kontrollierte Studie, zu Fermi-Aufgaben eine mit 24 Teilnehmenden und ohne Kontrollgruppe. Beides steht drin, bei der jeweiligen Stunde.
Ein Befund hat das ganze Heft geformt. Lernen durch Erklären wirkt mit g = 0,48, wenn die Lernenden vorher wussten, dass sie erklären müssen — und mit minus 0,02, wenn sie es nicht wussten. Der Nutzen steckt in der Ankündigung. Deshalb steht in mehreren Stunden der Satz „Gleich erklärt ihr das jemandem“ ausdrücklich im Ablauf, an der ersten Stelle. Er ist kein Füllsatz.
Es verzichtet auf das, was in Vertretungsheften üblich ist. Keinen Film. Keine Rätselhefte als „Konzentrationstraining“ — man wird davon besser in Rätselheften, der Transfer auf schulische Leistung ist nach Korrektur für Publikationsbias praktisch null. Und nichts „für alle Lerntypen“, weil es keine belastbare Evidenz für Lerntypen gibt. Warum jeweils, steht auf Seite 2.
Stunde 2 nimmt genau diese Mythen als Unterrichtsgegenstand. Fünfzehn Behauptungen, von denen genau drei stimmen — darunter die Lernpyramide mit ihren erfundenen Prozentzahlen, die visuellen und auditiven Lerntypen, die rechte Gehirnhälfte und das Gehirnjogging. Die Auflösung erklärt jede einzelne. Erfahrungsgemäß ist das die Stunde, über die die Klasse hinterher noch redet.
Der rechtliche Rahmen ist mitgedacht, nicht weggelassen. Fünf Fragen, bevor Sie den Raum betreten: Gibt es hier jemanden mit Medikation? Wo ist der Erste-Hilfe-Kasten? Wer holt die Klasse ab? Dazu die Regel „Notieren statt benoten“ und drei Sätze, die in jeder Vertretungsstunde fallen, mit Antworten. Schulrecht ist Landesrecht — das Heft sagt das ausdrücklich und ersetzt keine Rechtsauskunft.
Und der unangenehme Teil steht auch drin. Ob eine gut gemachte Vertretungsstunde mehr bringt als eine Freistunde, ist nie untersucht worden — weder hier noch international. Der aktuellste Forschungsbericht zum Thema stellt ausdrücklich fest, dass zur Qualität dieses Unterrichts keine Befunde vorliegen. Dieses Heft baut deshalb nicht auf Forschung über Vertretungsstunden, sondern auf Forschung über einzelne Formate, die in eine Vertretungsstunde hineinpassen. Das ist ein Unterschied, und er steht auf Seite 3.
PDF, DIN A4 Hochformat, 27 Seiten. Zwei Dateien: eine farbige Fassung und eine eigene Schwarzweiß-Fassung für den Kopierer.
Am besten einmal komplett ausdrucken, in einen Schnellhefter und in die Schultasche oder ins Lehrerzimmer. Dann liegt es da, wenn es gebraucht wird.
Für den Klassensatz brauchen Sie jeweils nur die rechte Seite einer Stunde. Sieben der zehn Stunden funktionieren auch ganz ohne Kopie — die Klasse schreibt dann ins eigene Heft. Welche das sind, steht in der Auswahltabelle auf Seite 4.
Für spontane Vertretungsstunden in Klasse 5 bis 10, fachunabhängig. Sie brauchen keine Fachkenntnis in dem Fach, das Sie vertreten — mehrere Stunden sind ausdrücklich so gebaut, dass die Klasse den Inhalt beisteuert und Sie moderieren.
Auch geeignet für Referendarinnen und Referendare, für Lehramtsstudierende im Vertretungseinsatz, für Quereinsteigende und für den Vertretungsordner der Fachschaft.
Über die Auswahltabelle finden Sie in zehn Sekunden die passende Stunde: Sie haben keine Kopien? Es ist die sechste Stunde und die Klasse ist durch? Die Klasse ist aufgedreht? Sie kennen die Klasse gar nicht? Für jeden dieser Fälle steht dort, welche Stunden funktionieren.
Einzelne Stunden lassen sich auch außerhalb der Vertretung einsetzen: Stunde 2 als Einstieg ins Thema Fake News und Faktencheck, Stunde 3 vor einer Debatte, Stunde 10 im Klassenrat, Stunde 1 als Wiederholung vor einer Klassenarbeit.
Wenn die Fachlehrkraft Material hinterlassen hat, hat das immer Vorrang. Dieses Heft ist für den Fall gedacht, dass nichts da ist — nicht als Ersatz für Fachunterricht.
Zu neun der zehn Stunden gibt es keine Lösungen, weil sie keine haben. Was es gibt, ist zu jeder Stunde eine Zeile dazu, worauf sie fachlich steht. Nur Stunde 2 hat eine echte Auflösung; sie steht auf Seite 26.
Schulrecht ist Landesrecht. Die im Heft zitierten Normen stammen beispielhaft aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Für Ihr Bundesland gilt Ihr Landesrecht; die Einschätzung zum Benoten in der Vertretungsstunde ist eine Einschätzung, kein Rechtssatz.
In Deutschland gibt es keine einheitliche Statistik zum Unterrichtsausfall. Jedes Land zählt anders — manche rechnen beaufsichtigte Stunden als Ausfall, andere als erteilten Unterricht. Länderzahlen sind deshalb nicht vergleichbar, auch nicht die in diesem Heft.
Die Geschichte auf Seite 19 ist eigens für dieses Material geschrieben. Der Kauf berechtigt zum Einsatz im eigenen Unterricht und an der eigenen Schule. Weitergabe außerhalb der Schule oder Veröffentlichung im Netz ist nicht gestattet.
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