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Beschreibung

Du suchst nach einem praxistauglichen Material, um Deinen Auszubildenden die essenzielle Bedeutung und die korrekte Durchführung der Händehygiene näherzubringen? Diese Handreichung bietet Dir einen detaillierten Stundenleitfaden für die Mini-Reihe G-04.2. Sie konzentriert sich darauf, nosokomiale Infektionen effektiv zu verhindern und gleichzeitig die Compliance kritisch zu reflektieren.

Was Dich und Deine Lernenden erwartet:

Dieses Material ist speziell dafür entwickelt, Dir die Umsetzung der Mini-Reihe G-04.2 zu erleichtern. Es behandelt die hygienische Händedesinfektion als eine der wichtigsten pflegerischen Maßnahmen und verbindet die Prävention von Krankenhausinfektionen mit einer ehrlichen Reflexion über die Einhaltung von Hygienestandards. Deine Auszubildenden werden dabei mit der Realität nicht-konformer Pflege konfrontiert und lernen, wie sie korrekt handeln und offen mit Compliance-Lücken umgehen können.

Das Thema ist von großer Bedeutung, denn:

  • Hygiene ist die wichtigste konkrete Präventionsmaßnahme in der Pflege.
  • Es ist eine grundlegende Voraussetzung für weitere Themen wie MRE (G-04.3) und Impfschutz (G-04.5).
  • Die Händedesinfektion ist weltweit die Tätigkeit mit den größten Compliance-Lücken – nur etwa 50 % der erforderlichen Desinfektionen werden tatsächlich durchgeführt.

Das Material greift auch häufige Vorannahmen auf, die im Unterricht auftauchen können, und hilft Dir, diese zu entkräften:

  • „Wissen wir doch alles.“ (Anspruch ohne reflektierte Praxis)
  • „Handschuhe sind besser als Händedesinfektion.“ (Ein weit verbreiteter Irrtum, der nicht zur Substitution führen darf!)
  • „Hygiene ist Sache der Hygienefachkraft.“ (Verkennt die persönliche Verantwortung aller Beteiligten)
  • „Bei dieser Person ist es nicht so wichtig.“ (Selektive Hygiene, ein epidemiologischer Trugschluss)
  • „30 Sekunden – keine Zeit.“ (Ein strukturelles Problem, das wir nicht bagatellisieren dürfen)

Deine Lernenden werden folgende Kompetenzen erwerben oder verbessern:

  • Die zentrale Bedeutung der Händehygiene als Präventionsmaßnahme in der Pflege verstehen.
  • Die korrekte Durchführung der hygienischen Händedesinfektion nach EN-1500-Technik sicher beherrschen.
  • Häufige Mythen und Fehlannahmen rund um die Händehygiene kritisch hinterfragen und widerlegen können.
  • Die eigene Rolle und persönliche Verantwortung bei der Einhaltung von Hygienestandards erkennen und übernehmen.
  • Einen reflektierten Umgang mit Compliance-Lücken und Hindernissen entwickeln sowie Lösungswege erarbeiten.
  • Das Risiko nosokomialer Infektionen und deren effektive Prävention verstehen.

Schnellübersicht der Mini-Reihe (2 x 90 Minuten):

Doppelstunde 1 — Infektionskette, Standardhygiene, Händedesinfektion

Phase Min. Inhalt
Einstieg 8 Wie viele Hände an einer Bewohner*in pro Tag?
Infektionskette 10 5 Glieder, Fokus Übertragungsweg
Semmelweis-Geschichte 10 1847 Wien — Erkenntnis und Widerstand
Standardhygiene 7 Universalprinzip, 7 Bestandteile
Pause 5
EN-1500-Technik (praktisch!) 15 Sechs Bewegungsabfolgen, Übung
5 Momente WHO 25 Zwei-Zonen-Modell + Mini-Fälle
Sicherung + Ausblick 10

Doppelstunde 2 — PSA, Compliance, Anwendung

Phase Min. Inhalt
Einstieg 8 Wiederholung DS 1
PSA-Typen + Reihenfolge 17 Demo An-/Ausziehen, Handschuh-Falle
Aktion Saubere Hände 10 Kampagne, Aktionstag 5. Mai
Pause 5
Compliance-Realität 15 ~50 %, 7 Hindernisse, Lösungswege
Anwendung Reuse-Fälle 20 3er-Gruppen + Plenum
Auswertung 10 Setting-Vergleich
Abschluss 5 Praxistransfer, Ausblick G-04.3

So bereitest Du Dich vor:

Damit der Unterricht reibungslos läuft, gibt es ein paar Dinge, die Du beachten solltest:

Materialien:

Material Verwendung Bemerkung
Whiteboard / Tafel gesamte Reihe Tafelbilder: Infektionskette, Bestandteile Standardhygiene, EN-1500-Bewegungen, 5 Momente
HDM-Spender (genug für alle) DS 1 Übung Pro Auszubildende*r 1 Hub verfügbar
Schwarzlicht-Box mit Fluoreszenz Mittel DS 1 Übung — wenn verfügbar Didaktisch hochwirksam — zeigt Lücken visuell. Falls nicht: Alternative wählen.
PSA-Demo-Set DS 2 Phase 8–25 Schutzkittel, Handschuhe, MNS, FFP2, Schutzbrille
Szenarienkarten (3 Stück) DS 2 Phase 55–75 Polanski / Wieland / Mertens
Handout Infektionskette DS 1 Pro Auszubildende*r
Handout Standardhygiene DS 1 7 Bestandteile
Handout EN-1500-Technik DS 1 Mit Bewegungs-Bildern
Handout 5 Momente DS 1 WHO-Plakat (Aktion Saubere Hände)
Handout PSA DS 2 Tabelle + Reihenfolge
Handout Compliance DS 2 Hindernisse + Lösungen
Handout Wortschatz DS 1 Pro Auszubildende*r
Aufgabenblätter beide DS Aus Arbeitsblätter-Dokument

Persönliche Vorbereitung:

  • Die eigene EN-1500-Technik sicher beherrschen – die sechs Bewegungsabfolgen flüssig vormachen können.
  • Die 5 Momente WHO sicher beherrschen – auch die Pflegeheim-Adaption (Aktion Saubere Hände).
  • Die PSA-Reihenfolge An-/Ausziehen sicher demonstrieren.
  • Compliance-Daten parat haben – ca. 50 % weltweit, Hindernisse aus eigener Praxiserfahrung.
  • Einrichtungsspezifische Standards der eigenen Schule und der typischen Praxisstellen kennen (HDM-Marke, Spender-Typ).
  • Eine klare Haltung zur Compliance-Diskussion haben: Realismus, nicht Resignation. Persönliche Verantwortung bleibt, ist aber strukturell verstellbar.

Häufige Fragen aus dem Unterricht – und wie Du darauf antwortest:

  • „Reicht es nicht, wenn ich Handschuhe trage?“
    Nein. Handschuhe schützen die Hand der Pflegekraft, sie übertragen Erreger aber wie eine bloße Hand. Bei jedem Wechsel der Tätigkeit / des Risikozone müssen Handschuhe gewechselt werden – und vor jedem neuen Handschuh kommt die Händedesinfektion. Nach dem Ausziehen IMMER Händedesinfektion (auch wenn der Handschuh „nicht kontaminiert aussieht“).
  • „Wenn 50 % nicht ausreichend desinfizieren – schaffe ich es als Einzelne*r überhaupt etwas zu ändern?“
    Ja. Erstens: Deine eigene Compliance schützt Deine Patient*innen – das ist nicht klein. Zweitens: Compliance hängt an Vorbild-Verhalten. Wenn Du als Auszubildende*r und später als Pflegefachperson sichtbar konsequent handelst, wirkt das. Drittens: Strukturelle Verbesserung ist nicht das Werk eines/einer Einzelnen, sondern braucht das Team. Hygienebeauftragte, Praxisanleitende, Pflegedienstleitungen sind Ansprechpersonen für strukturelle Hindernisse.
  • „30 Sekunden – wie soll ich das im Pflegealltag schaffen?“
    Realer Einwand. 30 Sek. sind aber weniger als oft gefühlt – probiere es vor der Stunde selbst aus. Strukturelle Hilfen: Spender am Bett (Point of Care, nicht erst zum Waschbecken), Einbindung in die Pflegemeldung (z. B. nach Mobilisation direkt im Zimmer desinfizieren). 30 Sekunden korrekt sind besser als 10 Sekunden ineffektiv. Wenn die Compliance strukturell unter Druck steht, ist das ein Anliegen für die Leitung – nicht ein Grund zum Aufgeben.
  • „Was mache ich, wenn meine Praxisanleitung nicht korrekt desinfiziert?“
    Anspruchsvolle Frage. Differenzierte Antwort: (1) Halte selbst deine Compliance sauber – das ist immer im eigenen Verantwortungsbereich. (2) Beobachte zunächst – vielleicht hast du nicht den ganzen Kontext gesehen. (3) Frage in Reflexionsgespräch nach: „Mir ist aufgefallen, dass … – wie ist das gemeint?“ – nicht als Vorwurf, sondern als Lernfrage. (4) Wenn ein Pattern erkennbar wird und Patient*innen-Sicherheit gefährdet ist: in geeignetem Rahmen ansprechen (mit Praxisanleitung selbst, mit Lehrkraft, mit Hygienebeauftragte*r). Nicht öffentlich vor Patient*innen bloßstellen.
  • „Hat die Schwarzlicht-Übung wirklich Effekt?“
    Ja, didaktisch sehr stark. Die Übung zeigt visuell, was Auszubildende*r sonst nur theoretisch wissen: Daumen, Fingerkuppen, Nagelfalze werden regelmäßig vergessen. Der Aha-Effekt ist groß und wirkt nachhaltig. Wenn die Schule keine Schwarzlicht-Box hat: Bei Hygienebeauftragten der Praxisstellen nachfragen – oft sind sie in den Einrichtungen vorhanden und werden bei Schulungen verliehen.
  • „Was, wenn meine Hände trotz aller Hautpflege immer rissig werden?“
    Häufiges Problem, besonders im Winter. Optionen: (1) Wechsel des HDM-Typs – andere Rückfetter-Formulierung. (2) Regelmäßige Hautpflege mit pflegerischen Handcremes – strukturell, nicht nur „wenn es weh tut“. (3) Hautschutzplan in der Einrichtung – ist gesetzlich vorgeschrieben. (4) Bei anhaltenden Problemen: Betriebsarzt hinzuziehen. Hautirritationen sind nicht „Berufsrisiko, das man hinnehmen muss“ – sie sind ein zu bearbeitendes Problem.
  • „Welche Erreger sind besonders gefährlich?“
    Standardhygiene wirkt auf alle relevanten Erreger. Spezifika (MRE wie MRSA, VRE, ESBL-Bildner, C. difficile, Noroviren) werden in G-04.3 behandelt. Wichtig in dieser Stunde: kein „Spezialerreger-Reflex“ – Standardhygiene bei allen Personen ist die Basis.
  • „Wie geht das mit den ambulanten Pflege, wenn kein Spender da ist?“
    Mobile Spender / Flaschen werden im Auto mitgeführt. Mobile Hygiene-Tasche ist gesetzlich vorgeschrieben. Die hygienische Händedesinfektion wird oft im Auto vor und nach dem Hausbesuch durchgeführt – bei mehreren Tätigkeiten in der Wohnung wird zusätzlich vor Ort desinfiziert (mit eigenem mitgebrachtem Mittel oder mit dem Mittel des Hauspflegers). Ambulante Pflegedienste haben einen Hygieneplan, der genau das regelt.
  • „Was tun, wenn pflegebedürftige Personen nicht verstehen, warum wir desinfizieren?“
    Erklären lohnt – bei den meisten Personen kommt Verständnis und Dank, wenn man kurz erklärt. Bei Personen mit Demenz: nicht in jeder Pflegehandlung erklärbar (das überfordert), aber die Routine ruhig und transparent durchführen. Manche Bewohner*innen sind „skeptisch“ gegenüber Desinfektionsmitteln – hier gilt: keine Diskussion bei jeder Begegnung, aber im Bedarfsfall ein ruhiges, sachliches Gespräch. Manche Familienangehörige fragen kritisch – auch hier sachliche Information statt Konflikt.

Checkliste vor der Mini-Reihe:

Diese Checkliste hilft Dir, nichts Wichtiges für die Durchführung zu vergessen:

Item erledigt
Whiteboard / Tafel verfügbar
HDM-Spender für DS 1 Praxisübung bereit (pro Auszubildende*r 1–2 Hub)
Schwarzlicht-Box vorhanden? Wenn nicht: Alternative überlegt
PSA-Demo-Set bereit (Kittel, Handschuhe, MNS, FFP2, Brille)
Szenarienkarten (3 Stück) kopiert
Handouts Infektionskette / Standardhygiene / EN 1500 / 5 Momente / PSA / Compliance / Wortschatz kopiert
Aufgabenblätter beide DS bereit
Eigene Praxis EN 1500 geübt
Eigene Compliance-Beispiele (Hindernisse) aus eigener Praxis parat
Klar: Realismus über Compliance, nicht Moralisierung

Typische Stolpersteine im Unterricht – und wie Du damit umgehst:

Stolperstein Hinweis für die Lehrkraft
„Wissen wir doch alles.“ Schwarzlicht-Übung zeigt die Lücken schonungslos. Compliance-Daten konkretisieren das Problem über Anekdoten hinaus.
Handschuhe als HD-Ersatz Explizite Demo: Handschuhwechsel ohne HD = Erregerübertragung. Mit HD = sicherer.
Zeitdruck-Bagatellisierung („nur 30 Sek“) Strukturelles Problem ernst nehmen. Lösungswege: Point of Care, Routineanbindung, Spender-Verfügbarkeit. Nicht moralisieren.
Hautirritationen werden als „normal“ hingenommen Hautschutzplan zentral. HDM-Wechsel möglich. Betriebsarzt einbeziehen.
DaZ-Lernende*r stolpern über Abkürzungen (KRINKO, IfSG, EN 1500, FFP2) Wortschatzentlastung systematisch. Wiederholungs-Schleifen.
Compliance-Realität demotiviert Klar: Realismus ist Voraussetzung von Veränderung, nicht Resignation. Persönliche Verantwortung bleibt.
Konflikt-Vermeidung bei Beobachtung schlampiger Compliance Differenzierte Reflexion: eigene Praxis sauber, in geeignetem Rahmen ansprechen, nicht öffentliche Bloßstellung.
Praktische Übung — Hemmungen In Paaren, nicht im Plenum. Lehrkraft modelliert.
Schwarzlicht nicht verfügbar Alternative: Bleistift-Test (Bleistiftaub als „Erreger“-Analogie) oder Lösungsmittel-Test mit farbiger Tinte.
Auszubildende*r kennen Setting der Reuse-Person nicht Plenums-Auswertung mit Setting-Vergleich (Akut / Langzeitpflege / ambulant) explizit machen.
Zeit reicht nicht für alle drei Reuse-Fälle in DS 2 Priorisierung: Wieland und Polanski Pflichtfälle. Mertens reduziert oder zu G-04.3 mitnehmen.
„Wir lernen das nur, damit die Lehrer*innen zufrieden sind.“ Konkrete Patient*innen-Sicherheitsdaten — nosokomiale Infektionsraten in Deutschland (RKI Schätzung 400.000–600.000 Fälle/Jahr). Realer Effekt.

Fachlicher Hintergrund (Kurzüberblick):

Hier findest Du einen kurzen Überblick über die wichtigsten Fakten und Empfehlungen, die das Thema Händehygiene untermauern:

Nosokomiale Infektionen — Zahlen

Das RKI schätzt für Deutschland 400.000–600.000 nosokomiale Infektionen pro Jahr in Krankenhäusern. Mortalität: ca. 10.000–15.000 Todesfälle/Jahr direkt zurechenbar. Häufigste Erreger: Escherichia coli, Staphylococcus aureus (inkl. MRSA), Enterokokken, Pseudomonas aeruginosa, Clostridioides difficile. Pflege- und Akut-Setting: am häufigsten betroffen sind chirurgische Wundinfektionen (SSI), Pneumonien (HAP, VAP bei Beatmeten), Harnwegsinfektionen (CAUTI bei Kathetern), Blutbahninfektionen (CLABSI bei zentralen Zugängen). Pflegeheim-Studien zeigen niedrigere Raten, aber höhere Vulnerabilität der Bewohner*innen.

KRINKO-Empfehlung Händehygiene 2016

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI publiziert Empfehlungen mit Kategorien (Kat. IA, IB, II, III, IV). Die Kategorie gibt die Evidenzstärke an. Händehygiene-Empfehlungen sind überwiegend Kat. IA / IB – höchste Evidenzklassen. Wichtige Inhalte der Empfehlung 2016:

  • Voraussetzungen (Fingernägel, Schmuck, intakte Haut)
  • Indikationen (mit 5-Momente-Konzept als didaktischer Vereinfachung)
  • Technische Durchführung (EN 1500, Einwirkzeit 30 Sek.)
  • Anforderungen an Mittel (VAH-Liste oder RKI-Liste)
  • Anforderungen an Spender (Point of Care, regelmäßige Wartung)
  • Compliance-Förderung (Schulung, Beobachtung, Feedback)
  • Sonderregelungen (chirurgische HD, Säuglingsstationen, Dialyse)

WHO Guidelines on Hand Hygiene 2009 und 5-Momente-Konzept

Die WHO veröffentlichte 2009 umfassende globale Leitlinien zur Händehygiene. Das 5-Momente-Konzept ist ein zentraler Bestandteil – entwickelt 2007 von Sax et al. (Universität Genf + amerikanische Kollegen). Vorteile: einfach merkbar (5 Finger = 5 Momente), übertragbar auf alle Settings, Grundlage für Compliance-Beobachtung. Das 5-Momente-Konzept wurde von der WHO und Aktion Saubere Hände auf verschiedene Settings adaptiert: Akutkrankenhäuser (Original), Pflegeheime, ambulante Pflege, ambulante Medizin, Rettungsdienst, Kinderkrankenpflege.

Aktion Saubere Hände — Geschichte und Wirkung

Die Aktion Saubere Hände (ASH) startete 2008 als deutsche Adaption der WHO-Initiative „SAVE LIVES: Clean Your Hands“. Träger: Charité – Universitätsmedizin Berlin (Institut für Hygiene), Aktion Patientensicherheit e.V., Bundesministerium für Gesundheit. Wirkung: in teilnehmenden Einrichtungen ist der HD-Verbrauch pro Patiententag im Mittel signifikant gestiegen (ein indirekter Marker für verbesserte Compliance). Die nosokomialen Infektionsraten haben in vielen Bereichen gesenkt werden können. Über 1.500 Einrichtungen sind 2025 zertifizierte Teilnehmer.

Compliance-Forschung — Determinanten

Pitt et al. (2000, 2006) haben in mehreren Studien die Determinanten der Compliance untersucht. Wichtige Befunde:

  • „Setting“: Compliance höher in Akut-Stationen mit hohem Routinedruck als in Pflegeheimen – paradox, weil das Risiko ähnlich ist
  • „Berufsgruppe“: Pflege oft höher als Ärzt*innen; Auszubildende*r oft höher als erfahrene Pflegende
  • „Moment“: vor Patient*innenkontakt (Moment 1) niedrigste Compliance, nach Patient*innenkontakt (Moment 4) höchste – psychologisch erklärbar (Selbstschutz-Reflex)
  • „Tätigkeit“: bei aseptischen Tätigkeiten (Moment 2) sehr hohe Compliance, bei Umgebungs-Kontamination (Moment 5) niedrigste
  • „Strukturfaktoren“: Spender-Verfügbarkeit, Personalbesetzung, Vorbild-Kultur. Daraus folgt: pädagogische und strukturelle Interventionen sind nötig – beides. Allein moralische Appelle wirken kaum.

Landesrechtliche und einrichtungsspezifische Ergänzung

IfSG (Bund) und KRINKO-Empfehlungen (RKI) gelten bundesweit. Landeshygieneverordnungen konkretisieren auf Landesebene. Einrichtungsinterne Hygienepläne nach § 36 IfSG sind verbindlich. Bei Einsatz dieses Materials in einer konkreten Einrichtung: einrichtungsspezifische Standards ergänzen (HDM-Marke, Spender-Typ, PSA-Auswahl, Hautschutzplan, Hygienebeauftragte*r).

eduki Qualität

Unterrichtsentwurf Hygiene Pflegeausbildung G-04

7,99 €
Produktdetails
  • Klassenstufe:
    BS: Lehrjahr 2, BS: Lehrjahr 3
  • Umfang:
    56 Seiten
  • Materialtyp:
    Stundenentwürfe
  • Format:
    DOCX

In folgendem Paket enthalten

8 Materialien

Materialpaket CE 04 Generalistische Pflegausbildung

CE 04 Gesundheit fördern und präventiv handeln — Komplettpaket mit 8 Themen für die generalistische PflegeausbildungKomplettes Materialpaket zur Curricularen Einheit CE 04 nach Rahmenlehrplan der Fachkommission nach § 53 PflBG. 8 Themen (Salutogenese, Hygiene, MRE, Gesundheitsberatung, Impfschutz, Sturzprophylaxe, Mobilität, Spiralcurriculum 3. Drittel) mit je Unterrichtsentwurf, Szenarien, Handreichung und Arbeitsblättern mit Lösungen.Worum geht es?Dieses Materialpaket umfasst die gesamte Curriculare Einheit CE 04 „Gesundheit fördern und präventiv handeln" der generalistischen Pflegeausbildung nach PflBG. Es deckt acht aufeinander aufbauende Unterrichtsthemen vom 1./2. Ausbildungsdrittel bis zur Vertiefung im 3. Drittel ab — geeignet zur direkten Verwendung im Unterricht ohne Nacharbeit.Was ist enthalten?Pro Thema vier vollständige Dokumente:Unterrichtsentwurf (8-12 Seiten) mit Eckdaten, curricularem Kontext, wörtlich zitierten PflAPrV-Kompetenzen mit Code-Ziffern, Bedingungsanalyse, Sachanalyse, dreigeteilten Lernzielen nach Anderson/Krathwohl- und Krathwohl-Affektiv-Taxonomie, tabellarischem Verlaufsplan mit Lernerfolgskontrolle, Differenzierung in drei Stufen, Praxistransfer und Quellen.Szenarien-Sammlung mit authentischen Fällen, wiederkehrenden Patientenpersonen über alle drei Settings hinweg (ambulant / Akut / Langzeitpflege), Dialogen, Wortschatz und Aufgaben.Handreichung für die Lehrkraft mit häufigen Fragen, methodischen Hinweisen, fachlichem Hintergrund und Anschluss an die Reihe.Arbeitsblätter mit Lösungen als separates Dokument für die Hand der Lehrkraft.Insgesamt 32 docx-Dateien, geordnet in 8 Themen-Unterordnern.Die acht Themen:G-04.1 Gesundheitsförderung — Antonovsky, Salutogenese, Kohärenzgefühl (2×90 Min · 2. Jahr)G-04.2 Hygiene als Prävention — Standardhygiene, RKI-Händedesinfektion (2×90 Min · 1.-2. Jahr)G-04.3 Multiresistente Erreger — MRSA, VRE, ESBL, C. difficile (2×90 Min · 2. Jahr)G-04.4 Beratung zu gesundheitsförderndem Verhalten — sprachsensibel (2×90 Min · 2. Jahr)G-04.5 Impfschutz und Infektionsprävention — STIKO-Empfehlungen (1×90 Min · 2. Jahr)G-04.6 Sturzprophylaxe als präventive Aufgabe — DNQP-Expertenstandard (2×90 Min · 2. Jahr)G-04.7 Expertenstandard Mobilität — anwenden lernen (2×90 Min · 2. Jahr)G-04.8 Gesundheitsförderung im 3. Ausbildungsdrittel — settingspezifische Vertiefung im Spiralcurriculum (2×90 Min · 3. Jahr)Rechtliche und fachliche Grundlagen:PflBG und PflAPrV Anlage 1 mit wörtlich zitierten KompetenzenRahmenpläne der Fachkommission nach § 53 PflBG (Stand 1.8.2019; Rahmenausbildungspläne aktualisiert 11/2023)DNQP-Expertenstandards Sturzprophylaxe und Erhaltung und Förderung der Mobilität in aktueller FassungRKI-Empfehlungen (Händehygiene, MRE)STIKO-EmpfehlungenAntonovsky/Salutogenese als theoretischer AnkerFür welche Lerngruppen?Auszubildende der generalistischen Pflegeausbildung im 1./2. Ausbildungsdrittel (G-04.1 bis G-04.7) und 3. Drittel (G-04.8). Materialien berücksichtigen die in der Realität heterogene Sprachkompetenz der Lerngruppe — DaZ-Lernende werden durch sprachsensible Strukturierung in den kommunikationslastigen Themen (insbesondere G-04.4 Beratung) gezielt unterstützt.Setting-Vielfalt als Konstruktionsprinzip:Jedes Thema arbeitet mit den drei Settings ambulant / Akut / Langzeitpflege. Die Materialien sind damit unmittelbar geeignet für Pflegeschulen mit gemischten Kohorten — kein Setting-Bias zu Lasten der ambulanten oder stationären Langzeitpflege.Wiederkehrende Patientenpersonen:Über die Themen hinweg begegnen die Auszubildenden wiederkehrenden Patientenpersonen (Herr Becker, Frau Mertens, Frau Polanski, Herr Aydın), was curriculare Kohärenz schafft und das Lernen biografisch verankert.Bundeseinheitlich einsetzbar:Die PflBG- und PflAPrV-Bezüge gelten bundesweit. Landesrechtliche Spezifika und schulinterne Curricula ergänzt die einsetzende Lehrkraft im Anhang — entsprechende Hinweise sind in jedem Unterrichtsentwurf vorgesehen.Format und Branding:Word-Dokumente (.docx), A4 hoch, einseitig, sofort bearbeitbar. Brandneutral aufgebaut — keine Verlags- oder Logo-Aufdrucke. Eintragung des eigenen Schul- oder Trägernamens ist möglich.

Klassenstufen: BS: Lehrjahr 2, BS: Lehrjahr 3

Gesundheit, Erziehung & Soziales (BS)
44,99 €63,92 €
Spare 18,93 €

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Freiberuflicher Dozent und Praxisanleiter im Bereich Pflege
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