Lehrerin/Sozialarbeiterin mit Therapiehund aus Überzeugung und Leidenschaft
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Handreichung zum Reflexionsbogen „Wie sehe ich meinen Lehrer / meine Lehrerin?“
Zielsetzung und pädagogischer Hintergrund
Diese pädagogische Reflexionshilfe dient der systematischen Rückmeldung von Schülerinnen an Lehrkräfte und verfolgt das Ziel, Lehrkräfte in ihrer professionellen Haltung und Unterrichtsgestaltung weiterzuentwickeln. Im Sinne eines dialogorientierten Schulklimas wird durch die Schülerinnenrückmeldung eine wertvolle Perspektive eröffnet, die zur Verbesserung der Lehrer-Schüler-Beziehung, zur Förderung des sozialen Lernens sowie zur Weiterentwicklung didaktisch-methodischer Kompetenzen beiträgt.
Gerade in Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung oder sozial-emotionale Entwicklung kann eine strukturierte Rückmeldung durch Schüler*innen – angepasst an deren Fähigkeiten – dazu beitragen, pädagogische Beziehungen bewusster zu gestalten und den Lernort Schule als sicheren, verlässlichen und entwicklungsfördernden Raum zu stärken.
Aufbau des Materials
Das Reflexionsinstrument besteht aus einem tabellarischen Rückmeldebogen mit folgenden Elementen:
Bewertungsskala von 0 bis 5 Punkten, wobei 0 die niedrigste, 5 die höchste Bewertung darstellt. Die Skala wird für den Förderbereich auch durch Symbole und Farben visualisiert.
Reflexionskategorien, in denen zentrale Lehrkräftekompetenzen und Haltungen beurteilt werden, z. B.:
Freundlichkeit und Geduld
Ordnung und Sauberkeit
Erklärfähigkeit (Verständlichkeit des Unterrichts)
Verlässlichkeit und Gerechtigkeit
Humor und Klassenklima
Umgang mit Fehlern
Unterstützung beim Lernen
Zeit für Schüler*innen etc.
Differenzierung und Inklusion
Zur barrierearmen Nutzung des Materials sind ergänzend QR-Codes integriert, über die Kinder eine vereinfachte Version des Bogens mit auditiver Unterstützung aufrufen können. So können auch Schüler*innen mit eingeschränkter Lesekompetenz, Sprachbarrieren oder Förderbedarf im Bereich der Wahrnehmung und Kommunikation selbstbestimmt teilnehmen.
Die Symbole (z. B. lachende, neutrale, traurige Gesichter) und Farbcodes erleichtern die Orientierung und Bewertung. Lehrkräfte können den Bogen je nach Zielgruppe und Jahrgangsstufe adaptieren oder im Rahmen von Gesprächen gemeinsam mit den Schüler*innen ausfüllen.
Anwendung in der Praxis
Der Bewertungsbogen kann beispielsweise:
am Schuljahresende oder Halbjahr zur Evaluation eingesetzt werden,
im Rahmen von Klassenratsstunden oder pädagogischen Gesprächen verwendet werden,
in Förderplangespräche einfließen, um die Beziehungsebene mit Schüler*innen zu reflektieren,
oder als Grundlage für pädagogische Teamgespräche zur Unterrichts- und Haltungsentwicklung dienen.
Wichtig ist dabei, dass die Nutzung des Materials von einer offenen und lernbereiten Grundhaltung der Lehrkräftebegleitet wird. Die Rückmeldungen sind nicht als Beurteilung, sondern als Entwicklungschance und Impuls zur Selbstreflexion zu verstehen.
Hinweis zum Umgang mit Rückmeldungen
Insbesondere in Förderschulkontexten kann es hilfreich sein, die Rückmeldungen in geschütztem Rahmen zu besprechen. Mögliche Missverständnisse oder überzeichnete Bewertungen können dabei aufgefangen und gemeinsam reflektiert werden. Der Fokus sollte stets auf Entwicklungspotenzialen liegen – im Sinne einer wertschätzenden Feedbackkultur, die auch die Perspektiven und Erfahrungen der Schüler*innen ernst nimmt.
Abschließende Bemerkung
Dieses Instrument versteht sich als Beitrag zur partizipativen Schulentwicklung. Es eröffnet Lern- und Beziehungsräume für beide Seiten: Die Schüler*innen erleben, dass ihre Meinung zählt. Die Lehrkräfte erhalten authentische Impulse für ihr pädagogisches Handeln. Damit wird ein wichtiger Schritt zu mehr Dialog, Vertrauen und Qualitätsentwicklung im Unterrichtsalltag vollzogen.
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