Dieter Volk - Deutsch
Unterrichtsreihen......
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Pensionierter Lehrer
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52 Seiten
67 Seiten



In dem Klassenstufenprogramm für die Klasse 8 sind folgende Schwerpunkte enthalten:
Berichten III: In dieser Unterrichtsreihe zum Berichten behandeln Schüler*innen erstmals Texte der mittelbaren Informationsübermittlung. Wichtige Voraussetzung für die Analyse solcher Texte sind Kenntnisse aus dem Regelbereich (Konjunktiv/Passiv). Die Kinder müssen erkennen lernen, ob der Verfasser eines Textes darum bemüht ist, seine Leser*innen sachgerecht zu informieren.
Exzerpieren IV: Die Schüler*innen haben in den drei vorausgegangenen Unterrichtsreihen Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben, die nunmehr eine Klassenarbeit am Ende einer vierten Reihe „Exzerpieren“ ermöglichen.
Textkürzung: Es ist sinnvoll und notwendig, zeitweise Übungsphasen einzuplanen, die gezielt die Fähigkeit zu prägnantem Formulieren schulen. Um eine solche Übungssequenz handelt es sich bei der nachfolgend dargestellten Unterrichtsreihe.
Protokoll: In dieser Unterrichtsreihe lernen die Schüler*innen spezifische Merkmale eines Protokolls kennen. Sinnvoll scheint es, Protokolle dann erst verfassen zu lassen, wenn Texte der mittelbaren Informationsübermittlung (Berichten III) schon behandelt wurden.
Appellieren IV: Einflussnahme auf andere – ein für Schüler*innen kein unbekanntes Feld in ihrer Umwelt. Sie müssen lernen, Einflussnahme verantwortungsvoll vorzunehmen, aber sie auch zu durchschauen, wenn Grenzen der Verletzbarkeit des anderen überschritten werden.
Argumentieren II: Da in diesem Alter die Schüler*innen häufig in ihrem Umfeld in Gesprächsformen argumentieren, ist es auch sinnvoll, sie hier zunächst mit Texten in Dialogform zu konfrontieren. Es sollte besonders darauf geachtet werden, dass Probleme erörtert werden, die auch der Lebenswirklichkeit der Kinder entsprechen.
Erzählkern II: Die Arbeit mit und an dem Erzählkern (siehe Klasse 7) wird hier hauptsächlich fortgesetzt. Schwerpunkte der Arbeit liegen auf der Phasierung eines Geschehens und auch der Erzählfunktion.
Fabeln III: In dieser Unterrichtsreihe zum Thema „Fabeln“ lernen die Schüler*innen Äsop als den „Vater der Fabel“ kennen. Ein Schwerpunkt der Behandlung liegt auch auf der Bewusstmachung, dass Fabeln sich auf aktuelle Ereignisse oder bestimmte Verhaltensweisen im realen Leben beziehen.
Szenisch-dialogische Texte II: Die Schüler*innen gestalten einen epischen Text in einen szenisch-dialogischen Text um und lernen auf diese Weise die Gattung „Drama“ näher kennen. In Klasse 6 hatten die Kinder bereits bei der Umgestaltung eines epischen Textes in ein szenisches Spiel Grunderfahrungen sammeln können.
Regelsystem: Wie schon in den vorausgegangenen Klassen wird auch jetzt der bisherige Grammatikstoff wiederholt. Aus dem bereitgestellten Übungsmaterial lassen sich mühelos kleinere Tests entwickeln.
Die Schüler*innen behandeln in Klasse 8 erstmals bewusst Texte der mittelbaren Informationsübermittlung. In ihrem schulischen und auch außerschulischen Leben begegnet diese Art von Text ihnen nicht allzu häufig, es sei denn, was aber eher unwahrscheinlich ist, dass sich unter ihnen einige Zeitungsleser befinden oder dass sie, was dann wahrscheinlicher ist, im Elternhaus dazu angeleitet werden, z.B. den Konjunktiv gezielt einzusetzen, um sich so vom Gehörten in seiner Weitergabe zu distanzieren. In der Interaktion Gleichaltriger wird eine solche Form wohl selten gebraucht. Kaum ein Jugendlicher berichtet in seinem Umfeld in einer sich so distanzierenden Weise. Etwa: „Er sagte, er habe verschlafen und schon befürchtet, dass der Bus ihm vor der Nase wegfahren könne“. Ob diese zuvor genannten Vermutungen zutreffen oder nicht, ist im Grunde eigentlich unerheblich: Die Beschäftigung mit Texten dieser Art ist in jedem Falle für jeden Schüler zwingend notwendig. Die Informationsübermittlung durch die Medien beeinflusst die Meinung, das Weltbild, auch die Handlungen eines jeden Menschen, so auch etwas später den Schüler. Auf diese später auch auf ihn zutreffende Situation muss er vorbereitet werden. Er muss erkennen lernen, ob der Verfasser eines Informationstextes darum bemüht ist, tatsächlich tendenzlos/neutral zu informieren, oder ob er seine Distanz zum Dargestellten aufgibt, um auf diese Weise den Empfänger seines Textes zu beeindrucken, evtl. zu beeinflussen oder gar zu manipulieren. Das Problem dieser Unterrichtsreihe liegt nun hauptsächlich in der Auswahl geeigneter Texte oder in der Bereitstellung entsprechender Situationen, aus denen heraus sich solche Texte ergeben. Das direkte Schülerumfeld liefert kaum welche, die eine solche Schreibhaltung zwingend notwendig machen. Das, was Erwachsene an Texten und Situationen herstellen, verschließt dem Schüler zudem wegen der komplizierten/ komplexen für ihn uninteressanten Thematik einen Zugang. Texte z.B. zu politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Gegebenheiten stellen für Schüler nicht unbedingt Leseanreize oder gar angemessene Schreibanlässe dar. Also müssen solche Texte gefunden werden, die einmal in der Erwachsenenwelt einen großen Raum einnehmen und eine distanzierte, tendenzlose Darstellung verlangen, die aber gleichzeitig auch das Interesse der Schüler hervorrufen.
Klassenstufen: 8. Klasse
In Klasse 7 liefern die Dialoge deutliche Hilfen bei der Erörterung der Problematik und vor allem bei der Entwicklung eigener Positionen: Sie geben eine gegliederte Reihenfolge bei der Erstellung der Gegenargumentation vor und sie erleichtern durch die Vorgaben des versierten Gesprächspartners den Aufbau einer in sich schlüssigen, auf den Gesprächspartner eingehenden Gegenposition. Das, was in Klasse 7 mehr intuitiv – nachahmend als bewusst und gezielt angewandt wurde, soll hier nun systematischer und reflektierender behandelt und eingesetzt werden. In den Mittelpunkt der Behandlung rückt also die intensivere Beschäftigung mit einem wirkungsvolleren Aufbau von Argumenten. In dieser Unterrichtsreihe soll nun auch die Dialogform zu Gunsten einer in sich „geschlossenen“ Textform aufgegeben werden. Auf einige der sich hieraus ergebenden Schwierigkeiten ist in der Einleitung zur Unterrichtsreihe „Argumentieren Klasse 7“ hingewiesen. Auf Hilfen bei der Erstellung eines „geschlossenen“ Textes soll aber auch in dieser Unterrichtsreihe (wie auch in den folgenden für Klasse 9 und 10) weiterhin nicht verzichtet werden: Ein provozierender Anlass (etwa: Zeitungsmeldung, Leserbrief, Bericht, Kommentar) in mehr oder minder starken Vorstrukturierung (abhängig vom Alter) stellt eine notwendige, unverzichtbare Hilfe für die Schüler dar.
Klassenstufen: 8. Klasse
In dieser Unterrichtseinheit aus dem Lernbereich "Erzählen" erarbeiten die Schüler*innen die bewusste Phasierung eines Geschehens und analysieren die Rolle des Erzählers.Die Arbeit mit dem Erzählkern, begonnen in Klasse 7 wird hier nun fortgesetzt und vertieft. Die Ausführung zur Unterrichtsreihe in Klasse 7 haben auch hier noch Bedeutung. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt jetzt auf der bewussten Phasierung des Geschehens und auch in verstärktem Maße auf der besonderen Beachtung der Rolle des Erzählers.
Klassenstufen: 8. Klasse
Bei Konferenzen, Tagungen, Versuchsreihen, Debatten im Bundestag, Prüfungen und ähnlichen Veranstaltungen ist es üblich, Protokolle zu verfassen. Solche Protokolle haben grundsätzlich die Aufgabe, ihre Leser über das zu informieren, was in der Veranstaltung, auf die sie sich beziehen, abgehandelt worden war. Darüber hinaus können sie zusätzliche Funktionen haben, z.B. die des Belegens, des Nachweisens, des Rechtfertigens. Die Schüler werden in der Schule mit keiner der o.g. Veranstaltungen mit „Protokollzwang“ konfrontiert werden. Solche Situationen werden ihnen erst nach ihrer Schulzeit begegnen. Damit sie diese dann aber auch bewältigen können, sollten sie mit den Anforderungen, die die Erstellung eines solchen Textes fordert, während der Schulzeit vertraut gemacht werden. Hier bietet sich als Protokollsituation natürlich der Unterricht selbst als zu protokollierende Veranstaltung an. Er macht einen Protokolltext möglich, der im Wesentlichen mit den Protokolltexten der Zukunft übereinstimmt. Der hauptsächliche Unterschied zu den „Zukunftsprotokollen“ liegt darin, dass der zu protokollierende Zeitraum kürzer ist (etwa 45 Minuten) und die behandelte Thematik im Interessensbereich der Schüler liegt bzw. liegen muss. Von hier aus lässt sich eine für die Schüler einsehbare Begründung für ein Protokollieren herleiten. Die Frage, in welcher Klassenstufe mit dem Protokollieren begonnen werden sollte, wird recht unterschiedlich beantwortet und begründet. Bei den s.g. Sachfächern werden schon recht früh – etwa in Klasse 6 - protokollähnliche Zusammenfassungen gefordert. Hier handelt es sich jedoch mehr um ein Berichten über Geschehenes/ Erfahrenes. Manchmal werden Protokolle auch als Mittel der Disziplinierung eingesetzt. Ein solcher Text mit der vornehmlichen Funktion des Abschreckens scheint an keine Altersstufe gebunden zu sein. Sinnvoller scheint es, Protokolle erst dann verfassen zu lassen, wenn die Schüler*innen Texte der mittelbaren Informationsübermittlung gerade behandelt haben. Sie sollten in der Lage sein, einen Sachverhalt distanziert (u.a. Verwendung des Konjunktivs) und tendenzfrei wiederzugeben.
Klassenstufen: 8. Klasse
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