52 Seiten
67 Seiten






Die Schüler haben sich bisher mit informierenden Texten auseinandergesetzt und so Grundkenntnisse erworben, die ihnen einen doch schon recht sicheren Umgang mit den entsprechenden Texten ermöglichen. Wenn sie sich in Klasse 9 und auch noch in Klasse 10 weiterhin mit diesem Lernzielbereich beschäftigen müssen, bedeutet dies natürlich auch, dass das bisher Erlernte angewendet werden soll, damit auf diese Weise größere Sicherheit etwa beim Protokollieren, beim inhaltlichen Zusammenfassen oder beim Berichten über Gesehenes, Erlebtes oder Erfahrenes erzielt wird. Darüber hinaus aber werden die Schüler der Klassen 9 und 10 immer häufiger mit Aufgabenstellungen und Anforderungen konfrontiert werden, die von ihnen in den Klassen zuvor noch nicht angemessen bewältigt werden konnten. So sollen sie z.B. über ein Thema oder einen Sachverhalt referieren. Das Referieren setzt voraus, dass sich der Referent über die Auseinandersetzung mit entsprechendem Informationsmaterial kundig gemacht hat. Seine so erschlossenen Informationen (ergänzt mit eigenen Erfahrungen und Kenntnissen) lassen sich zu einem deutlich gegliederten „Sachtext“/ „Informationstext“ zusammenstellen. Ein solcher Text stellt meist die Basis für das Referat dar; allerdings muss dann noch eine vortragsfähige Form gefunden werden. Die Bereiche „Exzerpieren“ und „Referieren“ sind recht eng miteinander verbunden: Das Referieren setzt das Erschließen von Informationen voraus. So ist es auch sinnvoll, dass diese beiden Bereiche nicht getrennt voneinander behandelt werden, sondern in einer Weise, die ihre Verzahnung miteinander sichtbar werden lässt.
Immer häufiger soll auch über Planung und Durchführung von Experimenten, Versuchsreihen oder auch Umfragen berichtet werden. Hier liegt der Schwerpunkt hauptsächlich auf der Darstellung weitgehend selbstständig erzielter Ergebnisse.
Die Unterrichtsreihen „Berichten IV“ und „BerichtenV“ gliedern sich somit in zwei Schwerpunktbereiche:
I. Exzerpieren und Referieren (Klasse 9): Herauslösen von Informationen unter bestimmten Fragestellungen, Erstellung eines Sach- od. Informationstextes, mündliche Weitergabe der zuvor erschlossenen Informationen an eine Zuhörerschaft
II. Präsentieren (Klasse 10): Darstellung eigener Untersuchungsergebnisse (schriftlicher Text oder auch Referat)
Allgemeine Hinweise zu Exzerpieren und Referieren:
Wenn Schüler den Auftrag erhalten, etwa im Fach Biologie über eine bestimmte Tierart zu referieren, genügt es natürlich nicht, sich mit der Erteilung des Auftrages zu begnügen. Der Auftrag sollte doch spezifizierter und somit die Thematik eingrenzender erläutert werden. Solche spezifizierten Aufträge stellen gleichzeitig auch die Fragestellungen dar, unter denen Informationsmaterial zum speziellen Thema untersucht werden soll. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, die Ergebnisse der Materialuntersuchungen zunächst zu einem deutlich gegliederten Sach- oder Informationstext zusammenzufassen, bevor sie in einer adressatenorientierten Form an eine Zuhörerschaft weitergegeben werden. Auch wenn auf solche zuvor genannte Zusammenfassung verzichtet werden sollte, besteht unhabhängig davon die Notwendigkeit, das für ein Referat wichtige Informationsmaterial zu untersuchen und auszuwählen. Die erste Sequenz zum Thema „Exzerpieren“ und „Referieren“ soll am Beispiel „Artgerechte Hundehaltung“ auf diese Notwendigkeit hinweisen und zudem einen Weg von der Materialsammlung bis hin zum Vortrag/Referat aufzeigen. In der nächsten Sequenz wird am Beispiel für das Fach Biologie (Der Biber) ein Referat in Partnerarbeit erstellt; Hilfen des Lehrers sind hier deutlich reduziert. Neu ist zudem, dass nicht nur Texte, sondern auch Bilder und ein Naturfilm hier als Informationsquellen mit in die Materialsammlung aufgenommen sind. Nach Abschluss dieser Sequenz könnten gemeinsam mit den Schülern Bewertungskriterien diskutiert und festgelegt werden. Die Unterrichtsreihe „Exzerpieren“ und „Referieren“ endet mit der kurzen Vorstellung von weiteren Anwendungsbeispielen.
In dem Klassenstufenprogramm für die Klasse 9 sind folgende Schwerpunkte enthalten: Inhaltsangabe: In dieser Unterrichtsreihe werden die Schüler*innen dazu aufgefordert, jemanden über den Inhalt eines Films, eines Buches, eines Textes zu informieren. Ob die gewünschten Informationen in neutraler, tendenzloser Form übermittelt werden sollen, ergibt sich aus den Kommunikationskonstellationen. Berichten IV: „Berichten“: Hier wird ein Weg vom Auftrag bis hin zur Präsentation gefordert. Vorgegeben werden Texte, aus denen Informationen entnommen werden, um diese dann einer Hörer- oder Leserschaft vorzustellen [Exzerpieren - Referieren]. Bewerbung: Bewerbungsmodalitäten verändern sich – was ihre Darstellungsformen anbetrifft – ständig. Aktualisierungsmaßnahmen sind daher oftmals erforderlich. Im Kern geht es jedoch darum, ein Bild von sich zu vermitteln, das „Anreize“ schafft. Besonders sinnvoll wird die Durchführung einer Unterrichtsreihe „Bewerbung“ im Deutschunterricht, wenn die Bedingungen, nach denen die Unterlagen hergestellt werden sollen, von den Schüler*innen selbst erschlossen werden. Am Ende der Reihe ist eine sinnvolle Leistungsüberprüfung möglich, wenn die Bewerbungsunterlagen für eine fiktive Person erstellt werden. Argumentieren III: In dieser Unterrichtsreihe festigen die Schüler*innen ihre Argumentationsfähigkeiten: Sie reagieren auf eine provozierende Stellungnahme oder ein provokantes Verhalten in Form eines Leserbriefes. Großer Wert wird auch darauf gelegt, durch eine besondere Aufbaustruktur eine größere Wirkung beim Adressaten zu erzielen. Textanalyse: Zu den Unterrichtsreihen zur Textanalyse werden ganz bewusst keine Klassenstufenvorschläge (Klasse 9 oder 10) gemacht. Expositorische und auch fiktionale Texte werden auch schon in Klasse 9 „analysiert“. Zu empfehlen ist lediglich, die Analyse nach einem festen System erst in Klasse 10 durchzuführen. Der Weg könnte von der Analyse kleinerer Textabschnitte zur Auseinandersetzung mit dem Gesamttext führen. Letztlich muss der unterrichtende Lehrer entscheiden, zu welchen Zeitpunkten eine Auseinandersetzung mit besonders anspruchsvollen Texten aus den expositorischen und fiktionalen Bereichen möglich ist. Szenisch-dialogische Texte: Priestleys „Ein Inspektor kommt“ eignet sich ganz besonders als Einführungsbeispiel in szenisch-dialogische Texte – und dies nicht nur wegen des überschaubaren Umfangs. Thematik, Handlung und agierende Personen fesseln auch diese Altersgruppe immer noch. [Das Stück wurde bereits Anfang der neunziger Jahre im Unterricht des Verfassers der Reihe in seiner Klasse 9 erarbeitet und vor Schulpublikum aufgeführt.]
Klassenstufen: 9. Klasse
Dieser Themenbereich bietet ein umfassendes Materialpaket, das aufeinander aufbauende Kapitel rund um das Thema "Informieren" für die Klassenstufen 5 bis 10 liefert.
Klassenstufen: 5-10. Klasse
Bewertungen und Kommentare