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In dem Klassenstufenprogramm für die Klasse 5 sind folgende Schwerpunkte enthalten:
Wegbeschreibung: Die Behandlung des Themas „Wegbeschreibung“ bietet eine altersgemäße Chance, mit den Herstellungsbedingungen expositorischer Texte vertraut zu machen. So werden die Schüler*innen erkennen, dass expositorische Texte unter Berücksichtigung textstrukturierender Elemente hergestellt werden müssen. In dieser Reihe wird die Basis für weitere Unterrichtsreihen in den Folgeklassen gebildet.
Exzerpieren I: In einer ersten Unterrichtsreihe zum Thema „Exzerpieren“ lernen die Schüler*innen sich erstmals mit Erschließungs- und Übermittlungstechniken bei der Informationsbeschaffung auseinanderzusetzen. Das Herauslösen und Weitergeben von Informationen verlangt fachspezifische Arbeitsweisen, die nun in Klasse 5 schon relevant sind.
Appellieren I: In dieser Unterrichtsreihe zum Thema „Appellieren“ lernen die Schüler*innen die Absichten eines Autors/Verfassers zu erkennen und auch selbst appellierende Texte zu verfassen.
Weitererzählen I: Diese Unterrichtseinheit stellt eine Einführung in den Lernzielbereich „Erzählen“ dar. Die Schüler*innen führen begonnene Erzählungen fort. Durch den Erzählanfang und eine vorausdeutende Überschrift wird das weitere Geschehen angedeutet und muss nun von den Schüler*innen erschlossen werden.
Bildergeschichten I: In dieser Unterrichtsreihe lernen die Schüler*innen grundlegende Techniken des Erzählens. Ihnen soll bewusst werden, dass sie beim Betrachten der Bildfolgen eigentlich einen „epische Text“ konzipieren
Fabeln I: Die Behandlung von Fabeln in Klasse 5 dient der Vorbereitung zum Verständnis parabolischer Texte.
Regelsystem: In Klasse 5 ist es zunächst wichtig, dass in der Grundschule erworbene grammatische Wissen festzustellen, um dann eine Basis für die weitere Arbeit in Folgeklassen zu bilden.
Im großen Lernzielbereich „Sprache als Zeichen- und Regelsystem“ werden vorwiegend in den hier unterzuordnenden Bereichen „Rechtschreibung“, „Zeichensetzung“ und „Grammatik“ Klassenarbeiten, Tests oder ähnliche Leistungsüberprüfungen durchgeführt. Für diese „Teillernzielbereiche“ (Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung) steht eine Fülle von Übungsmaterial zur Verfügung. Kein Sprachbuch verzichtet hier auf die Darstellung vielfältiger Übungsformen, Sonderhefte zu den einzelnen Bereichen stellen qualifizierte Programme vor und selbst große Supermarktketten werden genutzt, Profundes aus berufenem Mund zu veröffentlichen. Es ist schon überwältigend, was sich hier der Lehrerschaft und auch den Rat suchenden Eltern darbietet – und das meist in hervorragender fachlicher wie auch methodischer Qualität. In all diesen qualifizierten Darstellungen, Konzepten, Vorschlägen, Programmen etc. wird selten die Frage erörtert, wie viel Zeit für die Verwirklichung der (durch die Darstellungen implizierten) Forderungen denn angesetzt werden muss. Ganz von der Hand zu weisen ist die Befürchtung nicht, dass, wenn man all das hier sinnvoll Dargestellte realisieren wollte, keine Zeit mehr für die Behandlung anderer Lernzielbereiche zur Verfügung hätte. Die nachfolgend aufgeführten Beispiele zu „Rechtschreibung“, „Grammatik“ und „Zeichensetzung“ sollen nicht als Teile eines in sich abgeschlossenen Programms angesehen werden. Sie sollen nur zeigen, dass es möglich und nötig ist, in engerem Bezug zu den Unterrichtsreihen der „anderen“ Lernzielbereiche Schwerpunkte der Behandlung zu bilden. Dafür ein Beispiel: Wenn Schüler in Klasse 7 z.B. einen Vorgang beschreiben sollen, müssen sie Aktiv- und Passivformen bilden können. Um das zu beherrschen, sollten sie in Klassen zuvor die Zeitstufen behandelt haben. Dieses Wissen ist dann wieder die Basis für das Verständnis des Konjunktivs, der sinnvoll in Klasse 8 behandelt werden könnte, wenn hier etwa Zeitungsnachrichten mit ihren typischen Distanzierungsformulierungen behandelt werden. So lassen sich parallel zu fast allen Lernzielbereichen für den Bereich „Regelsystem“ kleinere Sequenzen bilden, die die Arbeit in den anderen Lernzielbereichen vorbereiten helfen, ergänzen oder vertiefen.
Klassenstufen: 5. Klasse
Die Behandlung von Fabeln in Klasse 5 dient der Vorbereitung zum Verständnis parabolischer Texte. Ausgesucht werden sollten verhältnismäßig einfach strukturierte Texte. Sicherlich kann den Schülern dieses Alters die gesellschaftskritische und auch politische Dimension auch solcher parabolischer Texte kaum verständlich gemacht werden, doch wird dennoch mit wesentlichen Elementen dieser Textsorte vertraut gemacht. Die Schüler werden nicht ohne Vorerfahrungen, u.a. aus der Grundschulzeit, in der 5. Klasse diesen Texten begegnen. Ein Gespräch, das den Umfang dieses Wissens feststellt, ist sicherlich nötig; es wird belegen, dass eine Vielzahl von Fabelfiguren bekannt ist, dass man weiß, dass Fabeln belehren wollen und dass in einer "Moral" am Ende diese Lehre präzisiert wird. Bekannt ist zudem, dass die Fabel eine Form gleichnishafter Rede darstellt, dass (meist) Tiere die Handlungsträger sind, dass die Fabeltiere ausnahmslos menschliche Eigenschaften haben, ein entsprechendes Verhalten zeigen und auf das Leben "übertragen" werden können. Weniger bekannt ist, dass Fabelautoren sich immer auf konkrete Situationen aus ihrer Wirklichkeit beziehen bzw. bezogen haben und wir, die Leser oder Hörer dieser Fabel, diese ursprüngliche Wirklichkeit meist nicht mehr kennen. Diese Erkenntnis (oder auch "Kenntnis") ist notwendig, um die der Fabel sicherlich nicht gerecht werdenden Übertragungsversuche der Schüler zu vermeiden oder zumindest einzuschränken ("Meine Oma hat neulich..."). Die Schüler besonders dieser Altersstufe sollten sich bei den "Übertragungsversuchen" nicht selbst überlassen bleiben. Der Lehrer sollte - wenn schon "übertragen" werden muss - solche Situationen aus der Wirklichkeit konstruieren, die sich aus der exakten Analyse der Strukturen des in der Fabel dargestellten Falles als wahrscheinlich ergeben. Schüler dieser Altersstufe sind überfordert, wenn sie diese Übertragungsarbeit leisten sollen. Wichtig ist vor allem, dass Schüler über die Wirkung parabolischer Texte nachdenken (was nur möglich ist, wenn die der Fabel zugrunde liegende "Aktualität" bekannt ist) und über die Ursachen dieser Wirkung reflektieren. Sie werden sicherlich auch in diesem Alter schon erkennen können, dass die Fabel ihrem eigentlichen Adressaten einen Weg zur Erkenntnis aufzeigen will. Der "Effekt", der dabei gerade durch das vereinfachende Beispiel (Bildhälfte) erzielt wird, kann auch schon in dieser Altersstufe erkannt werden. Nur die schriftliche Darstellung dieser Erkenntnis oder gar der bewusste Einsatz der Verfremdungstechnik (Verfassen eigener Fabeln zu vorgegebenen Situationen) bleiben u.U. den Klassen 9 oder 10 vorbehalten. Die Schüler einer Klasse 5 können aber dennoch "schriftstellerisch" tätig werden und Fabeln verfassen. Sie benötigen neben der Kenntnis des meist typischen Aufbaus der Fabeltexte auch noch deutliche Vorgaben zur Gestaltung der Bildhälfte (evtl. Bildergeschichten).
Klassenstufen: 5. Klasse
Es ist keineswegs das Ziel dieser Unterrichtsreihe, Schüler auf die möglicherweise irgendwann einmal auf sie zukommende Aufgabe, Wegauskünfte zu erteilen, vorzubereiten; dies ist gewiss nur eine durchaus positive Nebenerscheinung dieser Reihe. Die Behandlung des Themas „Wegbeschreibung“ bietet vielmehr die altersangemessene Chance, zum einen mit Herstellungsbedingungen expositorischer Texte vertraut zu machen, bzw. über sie zu reflektieren, zum andern aber auch unter diesen Bedingungen einen eigenen Text herzustellen. Die „Wegbeschreibung“ erhält somit die Funktion eines Grundlehrgangs, in dem das Bewusstsein geschärft wird, dass expositorische Texte unter Berücksichtigung vieler textkonstituierender Elemente (u.a. situative Bedingungen, Adressatenerwartungen, Autorabsichten) hergestellt werden müssen und der zudem Grundfähigkeiten vermittelt, dies auch zu tun. Detailziele der „Wegbeschreibung“ sind, einem Fragenden eine so eindeutige und einprägsame Beschreibung zu liefern, dass er auf seinem Weg die erhaltenen Informationen abrufen kann und die Orientierung nicht verliert (Behaltbarkeit, Nachvollziehbarkeit). Um dies aber auch zu können, muss er den zu beschreibenden Weg selbst kennen oder sich genaue Kenntnisse verschaffen.Im Unterricht bereit gestellte Unterrichtsmaterialien wie Pläne, Skizzen, Tabellen schaffen dafür die Voraussetzung.Unter Berücksichtigung all dieser zuvor genannten Aspekte (bes. Adressatenerwartungen, Adressatensituation) muss der Informant seinen Text verfassen. Damit die Beschreibung des Weges möglichst effektiv ist, sollten markante Punkte (z.B. Gebäude, Plätze) als Orientierungshilfen angeführt werden; Raum- oder Zeitangaben sollten nicht fehlen. Um den Adressaten nicht zu verwirren, sollte auf die Darstellung von Nebensächlichkeiten verzichtet werden. Wesentliches Ziel der Beschreibung ist es also, den Adressaten in die Lage zu versetzen, aus dem Gehörten (oder Gelesenen) eine Vorstellung des zu gehenden Weges zu entwickeln. Die in der Reihe vorgestellten Situationen, aus denen sich Wegbeschreibungstexte ergeben könnten, sind zwar durchaus realistisch; weniger realistisch ist natürlich die Art, wie diese Texte übermittelt werden: Die meisten „Nachfragen“ werden wohl mündlich, etwa per Handy, beantwortet, selten in der geforderten schriftlichen Form. Dies ist auch Schülern bewusst. Dennoch akzeptieren sie die an sie gestellten Anforderungen.Die folgende Unterrichtsreihe könnte bis zur Klassenarbeit zehn Unterrichtsstunden umfassen – je nach Intensität der Behandlung.
Klassenstufen: 5. Klasse
Informationsbeschaffung und Texterstellung sind eng miteinander verbundene Arbeitsprozesse, die meist auch in dieser genannten Reihenfolge ablaufen. Aus didaktischen Gründen wird es allerdings hier und da auch nötig sein, diesen logischen Zusammenhang aufzugeben und einmal die Texterstellung oder die Informationsbeschaffung schwerpunkt- oder lehrgangsmäßig isoliert in den Vordergrund zu stellen; grundsätzlich ist jedoch Integration angesagt. Die Fähigkeiten, sich Informationen zu beschaffen und sich diese für die Erstellung des eigenen Textes zu erarbeiten, zu erschließen und auszuwerten, müssen geschult werden. Das Herauslösen und Weitergeben von Informationen verlangt fachspezifische Arbeitsweisen im Deutschunterricht, die auch schon in Klasse 5 relevant sind: Dem Herauslösen von Informationen dienen die Arbeits- bzw. Erschließungstechniken, dem Weitergeben von Informationen die Übermittlungstechniken. Arbeits- und Erschließungstechniken Beim Herauslösen von Informationen werden Grundtechniken des Erschließens benötigt, u.a. das Unterstreichen, das (farbige) Markieren, das Nummerieren, das Bilden von Abschnitten, das Anfertigen von Randnotizen, das Kennzeichnen von Signalwörtern, der Einsatz von Lexika und anderen Hilfsmitteln, das Anlegen von Stichwortzetteln. Übermittlungstechniken Bei der Weitergabe dieser erschlossenen Informationen müssen die den Text strukturierenden Kommunikationskomponenten berücksichtigt werden, und zwar sowohl bei der mündlichen wie auch der schriftlichen Weitergabe von Informationen. Die Anforderungen reichen hier vom flüssigen Lesen, freien Sprechen oder angemessenen Vortragen bis hin zum gegliederten schriftlichen Text und seiner sprachlichen sowie graphischen Gestaltung. Aus dem bisher Angeführten zeigt sich die Notwendigkeit, schon in Klasse 5 ständig Erschließungs- und Übermittlungstechniken einzuüben. Dies geschieht auch in den einzelnen Unterrichtsreihen, z.B. in der Unterrichtsreihe „Wegbeschreibung“, in der die Schüler dazu verpflichtet werden, sich über Skizzen oder beschreibende Texte Ortskenntnisse zu verschaffen, um diese dann in der Weise weiterzugeben, dass ein Adressat sie unmissverständlich aufnehmen, behalten und vor allem „nachvollziehen“ (hier: nachgehen) kann. Ähnlich wurde in der Unterrichtsreihe „Appellieren“ gearbeitet: Aus vorgegebenen Situationen wurden hier wichtige Informationen für den Adressaten und angemessene Mittel der Einflussnahme auf ihn herausgelöst, um sie dann in einem entsprechenden Text/ Brief zu übermitteln. Sogar in den Unterrichtsreihen „Weitererzählen“ und „Bildergeschichten“ mussten Erschließungs- und Übermittlungstechniken angewendet werden, um aus Texten oder Bildern Handlungen zu rekonstruieren. Unterrichtsreihen, die sich speziell mit dem Einüben solcher Techniken beschäftigen, sind wichtig, sollten im Verlauf der Schulzeit immer wieder durchgeführt werden. Natürlich werden solche Techniken nicht isoliert behandelt. Sie werden bei der Behandlung eines geeigneten Themas/ Sachverhaltes besonders hervorgehoben und können einen besonderen Schwerpunkt bilden.
Klassenstufen: 5. Klasse
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