Dieter Volk - Deutsch
Unterrichtsreihen......
Unterrichtsreihen......
Pensionierter Lehrer
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52 Seiten
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In dem Klassenstufenprogramm für die Klasse 5 sind folgende Schwerpunkte enthalten:
Wegbeschreibung: Die Behandlung des Themas „Wegbeschreibung“ bietet eine altersgemäße Chance, mit den Herstellungsbedingungen expositorischer Texte vertraut zu machen. So werden die Schüler*innen erkennen, dass expositorische Texte unter Berücksichtigung textstrukturierender Elemente hergestellt werden müssen. In dieser Reihe wird die Basis für weitere Unterrichtsreihen in den Folgeklassen gebildet.
Exzerpieren I: In einer ersten Unterrichtsreihe zum Thema „Exzerpieren“ lernen die Schüler*innen sich erstmals mit Erschließungs- und Übermittlungstechniken bei der Informationsbeschaffung auseinanderzusetzen. Das Herauslösen und Weitergeben von Informationen verlangt fachspezifische Arbeitsweisen, die nun in Klasse 5 schon relevant sind.
Appellieren I: In dieser Unterrichtsreihe zum Thema „Appellieren“ lernen die Schüler*innen die Absichten eines Autors/Verfassers zu erkennen und auch selbst appellierende Texte zu verfassen.
Weitererzählen I: Diese Unterrichtseinheit stellt eine Einführung in den Lernzielbereich „Erzählen“ dar. Die Schüler*innen führen begonnene Erzählungen fort. Durch den Erzählanfang und eine vorausdeutende Überschrift wird das weitere Geschehen angedeutet und muss nun von den Schüler*innen erschlossen werden.
Bildergeschichten I: In dieser Unterrichtsreihe lernen die Schüler*innen grundlegende Techniken des Erzählens. Ihnen soll bewusst werden, dass sie beim Betrachten der Bildfolgen eigentlich einen „epische Text“ konzipieren
Fabeln I: Die Behandlung von Fabeln in Klasse 5 dient der Vorbereitung zum Verständnis parabolischer Texte.
Regelsystem: In Klasse 5 ist es zunächst wichtig, dass in der Grundschule erworbene grammatische Wissen festzustellen, um dann eine Basis für die weitere Arbeit in Folgeklassen zu bilden.
Es ist keineswegs das Ziel dieser Unterrichtsreihe, Schüler auf die möglicherweise irgendwann einmal auf sie zukommende Aufgabe, Wegauskünfte zu erteilen, vorzubereiten; dies ist gewiss nur eine durchaus positive Nebenerscheinung dieser Reihe. Die Behandlung des Themas „Wegbeschreibung“ bietet vielmehr die altersangemessene Chance, zum einen mit Herstellungsbedingungen expositorischer Texte vertraut zu machen, bzw. über sie zu reflektieren, zum andern aber auch unter diesen Bedingungen einen eigenen Text herzustellen. Die „Wegbeschreibung“ erhält somit die Funktion eines Grundlehrgangs, in dem das Bewusstsein geschärft wird, dass expositorische Texte unter Berücksichtigung vieler textkonstituierender Elemente (u.a. situative Bedingungen, Adressatenerwartungen, Autorabsichten) hergestellt werden müssen und der zudem Grundfähigkeiten vermittelt, dies auch zu tun. Detailziele der „Wegbeschreibung“ sind, einem Fragenden eine so eindeutige und einprägsame Beschreibung zu liefern, dass er auf seinem Weg die erhaltenen Informationen abrufen kann und die Orientierung nicht verliert (Behaltbarkeit, Nachvollziehbarkeit). Um dies aber auch zu können, muss er den zu beschreibenden Weg selbst kennen oder sich genaue Kenntnisse verschaffen.Im Unterricht bereit gestellte Unterrichtsmaterialien wie Pläne, Skizzen, Tabellen schaffen dafür die Voraussetzung.Unter Berücksichtigung all dieser zuvor genannten Aspekte (bes. Adressatenerwartungen, Adressatensituation) muss der Informant seinen Text verfassen. Damit die Beschreibung des Weges möglichst effektiv ist, sollten markante Punkte (z.B. Gebäude, Plätze) als Orientierungshilfen angeführt werden; Raum- oder Zeitangaben sollten nicht fehlen. Um den Adressaten nicht zu verwirren, sollte auf die Darstellung von Nebensächlichkeiten verzichtet werden. Wesentliches Ziel der Beschreibung ist es also, den Adressaten in die Lage zu versetzen, aus dem Gehörten (oder Gelesenen) eine Vorstellung des zu gehenden Weges zu entwickeln. Die in der Reihe vorgestellten Situationen, aus denen sich Wegbeschreibungstexte ergeben könnten, sind zwar durchaus realistisch; weniger realistisch ist natürlich die Art, wie diese Texte übermittelt werden: Die meisten „Nachfragen“ werden wohl mündlich, etwa per Handy, beantwortet, selten in der geforderten schriftlichen Form. Dies ist auch Schülern bewusst. Dennoch akzeptieren sie die an sie gestellten Anforderungen.Die folgende Unterrichtsreihe könnte bis zur Klassenarbeit zehn Unterrichtsstunden umfassen – je nach Intensität der Behandlung.
Klassenstufen: 5. Klasse
Informationsbeschaffung und Texterstellung sind eng miteinander verbundene Arbeitsprozesse, die meist auch in dieser genannten Reihenfolge ablaufen. Aus didaktischen Gründen wird es allerdings hier und da auch nötig sein, diesen logischen Zusammenhang aufzugeben und einmal die Texterstellung oder die Informationsbeschaffung schwerpunkt- oder lehrgangsmäßig isoliert in den Vordergrund zu stellen; grundsätzlich ist jedoch Integration angesagt. Die Fähigkeiten, sich Informationen zu beschaffen und sich diese für die Erstellung des eigenen Textes zu erarbeiten, zu erschließen und auszuwerten, müssen geschult werden. Das Herauslösen und Weitergeben von Informationen verlangt fachspezifische Arbeitsweisen im Deutschunterricht, die auch schon in Klasse 5 relevant sind: Dem Herauslösen von Informationen dienen die Arbeits- bzw. Erschließungstechniken, dem Weitergeben von Informationen die Übermittlungstechniken. Arbeits- und Erschließungstechniken Beim Herauslösen von Informationen werden Grundtechniken des Erschließens benötigt, u.a. das Unterstreichen, das (farbige) Markieren, das Nummerieren, das Bilden von Abschnitten, das Anfertigen von Randnotizen, das Kennzeichnen von Signalwörtern, der Einsatz von Lexika und anderen Hilfsmitteln, das Anlegen von Stichwortzetteln. Übermittlungstechniken Bei der Weitergabe dieser erschlossenen Informationen müssen die den Text strukturierenden Kommunikationskomponenten berücksichtigt werden, und zwar sowohl bei der mündlichen wie auch der schriftlichen Weitergabe von Informationen. Die Anforderungen reichen hier vom flüssigen Lesen, freien Sprechen oder angemessenen Vortragen bis hin zum gegliederten schriftlichen Text und seiner sprachlichen sowie graphischen Gestaltung. Aus dem bisher Angeführten zeigt sich die Notwendigkeit, schon in Klasse 5 ständig Erschließungs- und Übermittlungstechniken einzuüben. Dies geschieht auch in den einzelnen Unterrichtsreihen, z.B. in der Unterrichtsreihe „Wegbeschreibung“, in der die Schüler dazu verpflichtet werden, sich über Skizzen oder beschreibende Texte Ortskenntnisse zu verschaffen, um diese dann in der Weise weiterzugeben, dass ein Adressat sie unmissverständlich aufnehmen, behalten und vor allem „nachvollziehen“ (hier: nachgehen) kann. Ähnlich wurde in der Unterrichtsreihe „Appellieren“ gearbeitet: Aus vorgegebenen Situationen wurden hier wichtige Informationen für den Adressaten und angemessene Mittel der Einflussnahme auf ihn herausgelöst, um sie dann in einem entsprechenden Text/ Brief zu übermitteln. Sogar in den Unterrichtsreihen „Weitererzählen“ und „Bildergeschichten“ mussten Erschließungs- und Übermittlungstechniken angewendet werden, um aus Texten oder Bildern Handlungen zu rekonstruieren. Unterrichtsreihen, die sich speziell mit dem Einüben solcher Techniken beschäftigen, sind wichtig, sollten im Verlauf der Schulzeit immer wieder durchgeführt werden. Natürlich werden solche Techniken nicht isoliert behandelt. Sie werden bei der Behandlung eines geeigneten Themas/ Sachverhaltes besonders hervorgehoben und können einen besonderen Schwerpunkt bilden.
Klassenstufen: 5. Klasse
Bei appellierenden Texten handelt es sich grundsätzlich um „Mischformen“. Der „reine“ appellierende Text existiert nicht; jeder appellierende Text informiert, argumentiert, rechtfertigt, belehrt usw.: Sein Appellgehalt hängt von der jeweiligen Situation ab, aus der heraus er entstanden ist. Verfasser*innen appellierender Texte wollen ganz bewusst und gezielt Einfluss auf ihre Adressat*innen nehmen, möchten zu Handlungen veranlassen oder diese verhindern, möchten Reaktionen auslösen. Die Bandbreite appellativer Texte reicht von der einfachen Einladung, evtl. einer Bitte, bis hin zu subtilen Werbeaktionen oder (politisch - demagogischen) Reden. Ziel der Beschäftigung mit appellativen Texten ist es einmal, die Schüler*innen zu befähigen, selbst entsprechende Texte zu verfassen, andererseits aber auch sie als potentielle Adressat*innen solcher Texte in die Lage zu versetzen, die Absichten ihrer Verfasser*innen zu erkennen bzw. zu durchschauen. Auch hier hat es sich – wie in den anderen Lernzielbereichen – bewährt, auf eine enge Verzahnung von Herstellen und Verstehen der Texte Wert zu legen. Sinnvoll scheint, appellierende Texte erst gegen Ende der Klasse 5 oder in Klasse 6 zu behandeln. Da die Texte sich (mehr als andere) deutlich durch ihre Anlässe und Kommunikationssituationen strukturieren, scheint es angebracht, dass die Schüler*innen zuerst mit Grundbedingungen der Texterstellung (hier auch deutliche Erschließung der Ausgangssituationen) vertraut gemacht werden. In der Unterrichtsreihe „Wegbeschreibung“ (informierende Texte) lernen sie z.B. erste textkonstituierende Elemente kennen: Sie haben erfahren, dass Verfasser*innen von Texten adressatenorientiert darstellen sollten, dass sachangemessenes Agieren gefordert ist, dass es eine Verpflichtung zu sachlich – tendenzloser Übermittlung von Informationen gibt. Ist diese Basis erst gebildet, gestaltet es sich müheloser für den Lehrer und einsichtiger für den Schüler, zu Texten mit anderen Intentionen überzuleiten. Üblich ist es, in Klasse 5 mit einfachen Formen des Appellierens zu beginnen, z.B. mit dem sog. „Einladungsschreiben“. Gerade hier lässt sich für Schüler*innen deutlich zwischen Information und Appell unterscheiden: Angaben über die Art der Veranstaltung, über ihren Beginn und ihre Dauer stellen unverzichtbare Informationen dar; die herzliche Einladung, die Bitte zu kommen, die Erwähnung eines reizvollen Programms stellen Erwähnungen dar, die über die notwendigen Informationen hinausgehen; sie sind dem appellativen Bereich zuzuordnen. Für eine Klassenarbeit Ende Klasse 5 reichte ein solches Programm völlig aus. Möglich und sinnvoll begründbar ist es aber auch, in Klasse 5 auf eine Klassenarbeit zu verzichten, um dann in der Folgeklasse eine Unterrichtsreihe mit einem erweiterten Programm und mit erhöhten Anforderungen durchzuführen. Genauere Hinweise erfolgen hierzu in der Unterrichtsreihe „Appellieren II“ in Klasse 6.
Klassenstufen: 5. Klasse
Es hat sich bewährt, die Schüler über das Weitererzählen begonnener Erzählungen in den Lernzielbereich „Erzählen“ einzuführen. Anders als bei „offeneren“ Erzählaufträgen (etwa: Wie ich einmal Furcht erlebte) wird hier der Ausgestaltungsraum eingeschränkt, die Phantasie des Schülers bewusst begrenzt, allerdings nicht gänzlich ausgeschaltet. Durch den Erzählanfang und eine „vorausdeutende“ Überschrift wird die Phantasie in eine Bahn/ eine Spur gelenkt, wird ihr eine Richtung gegeben. Diese Spur muss jedoch aus dem vorgegebenen Erzählteil erst erschlossen werden; die Erzählanfänge müssen daher so angelegt sein, dass dies auch möglich wird. Die Analyse – bzw. „Rekonstruktionsarbeit“ ist eine erste wichtige Aufgabe des Schülers. Hier werden zwangsläufig Grundvoraussetzungen für das Erzählen angesprochen: Einteilung in Erzählschritte, Unterscheidung in Haupt – und Nebenfiguren, Feststellung von Handlungsräumen, Dialoge, Erzählen auf ein Ziel hin. Nach der Analysearbeit beginnt die Phase der Ausgestaltung. Es bleibt noch genügend Raum für phantasievolle Ausgestaltung der Erzählphasen. Es kann zwar auch jetzt nicht ganz ausgeschaltet werden, dass Schüler ein „Horrorszenario“ kreieren, doch ist die Gefahr grundsätzlich gebannt, wenn sie zur Auflage bekommen, innerhalb der gesteckten Grenzen zu bleiben. Es wäre durchaus möglich, auch mit „Bildergeschichten“ zu beginnen. Bei der Bildergeschichte sind die Inhalte verbindlich festgelegt; dadurch ergibt sich ein anderer Behandlungsschwerpunkt: Hier geht es nicht mehr um die Rekonstruktion des Inhalts, sondern um seine Ausgestaltung. Es stellt aber unter Berücksichtigung altersspezifischer Vorlieben für eine Erstbegegnung in einer Klasse 5 wohl eher einen Anreiz dar, das Verborgene zu entdecken als das Vorgegebene auszugestalten. In einer Folgereihe kann die Behandlung von Bildergeschichten das in dieser Unterrichtsreihe Erarbeitete wiederholen, festigen und weiterführen. Die Unterrichtsreihe „Weitererzählen“ schließt mit einer Klassenarbeit ab. Die vorgegebenen Beispiele sollten wie die zuvor behandelten so angelegt sein, dass deutliche Handlungsabläufe sichtbar werden, auf Ziele hin erzählt werden kann und der Ausgang des darzustellenden Ereignisses festgelegt ist.
Klassenstufen: 5. Klasse
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