
Moin a todos,
wie ihr es vielleicht schon am meinem Gruss erahnen könnt, (oder auch nicht ? ) grüsse ich euch aus Medellin in Kolumbien.
Hier lebe und arbeite ich seit etwas mehr als 2 Jahren an einer deutschen Auslandsschule. Vorher war ich 1,5 Jahre in Santiago de Chile tätig, ebenfalls an einer deutschen Auslandsschule.
Im August 2017 habe ich also den Entschluss getroffen ins Ausland zu gehen...
Der Gedanke im Ausland zu leben, und vor allem auch zu arbeiten, hatte mich schon länger fasziniert. Aber ist das denn möglich? Einfach so? Als Erzieher im Ausland? Nein, das geht nicht! In meinem Job bin ich an Deutschland gebunden. So habe ich den Gedanken dann immer schnell beiseite geschoben.
Aber 2017 war es dann anders... ich habe einfach mal google gefragt und siehe da: Das geht ja doch, und es gibt sogar haufenweise Stellen für deutsche Pädagogen. Auf einer Seite für deutsche Auslandsschulen wurde ich dann fündig, ich bewarb mich auf ein paar Stellen und relativ schnell kamen die Antworten. Ich habe mich letztlich für das erste konkrete Angebot entschieden, welches aus Chile kam. Das war im Mai 2017.
Also hiess es Koffer packen und 3 Monate später war ich schon in Chile. Alles neu, alles anders. Spannend! Viele neue Eindrücke: eine neue Sprache, ein neues Land, eine neue Kultur, eine neue Arbeit. Ja und die Arbeit war (neben der Sprache) tatsächlich das was mich am meisten herausforderte. Plötzlich DaF-Lehrer!
Von nun an sollte ich also 4-6 jährigen chilenischen Kindern erste Deutsch-Schritte beibringen. Und wie macht man das? Bisher hatte ich in meiner Kita in Hamburg fast ausschliesslich mit Kindern gearbeitet die Deutsch sprachen.
Ich kam mir vor wie ein Berufsanfänger... Moment mal, das war ich ja auch! Vom Erzieher in Deutschland zum Daf-Lehrer in der Vorschule. Also hieß es kreativ sein. Auf ins kalte Wasser!
Der Anfang war schwer, sich zu organisieren, ein Konzept zu finden, die neuen Kinder kennenzulernen. Das alles ging langsamer und mühsamer von der Hand als in Deutschland.
Ich habe mit meinen grösstenteils ebenfalls neuen Kollegen aber viel gelernt. und die Arbeit mit den Kindern machte mir jeden Tag mehr Spass. Stück für Stück lernte ich was es heisst DaF-Lehrer zu sein.
Die Schule in Chile war noch sehr jung... 5 jahre um genau zu sein. Ähnlich jungfräulich wie ich auf meinem neuem Gebiet.
Das war einerseits gut weil es noch keine festgefahrenen Strukturen gab und man viel mitentwickeln konnte, andererseits fehlte aber auch die Erfahrung und der rote Faden an jeder Ecke.
Letztlich entschied ich mich nach 1,5 Jahren dazu, noch einmal einen anderen Standort sehen und spüren zu wollen. Ich entschied mich für Kolumbien, für eine deutsche Schule mit 50 Jahren Geschichte. Also ganz das Gegenteil von dem was ich vorher in Chile hatte.
Ich war auch nicht mehr der gleiche. Die Erfahrungen der letzten 1,5 Jahre haben mich als Person und als Pädagoge reifen lassen. Ich wusste jetzt besser worauf es ankommt in meinem neuen, altem Beruf.
Was ich vor allem gelernt habe ist dass gutes Material das A und O ist. Leider ist in Südamerika gutes DaF Material selten oder es muss teuer und umständlich aus Deutschland beschafft werden.
Also fing ich an mein eigenes Material mit den Kindern zu entwickeln und herzustellen.
Eduki habe ich leider erst seit kurzem entdeckt, das hätte mir sicher einiges erleichtert, aber da ich ja jetzt weiss dass sich der schwere Weg meistens mehr lohnt, bin ich froh dass ich den Weg hierher erst über Umwege gefunden habe.
Nun bin ich also da und freue mich Teil dieser tollen, kreativen, kollegialen Gemeinschaft sein zu dürfen!!
Falls ihr Fragen zum Leben, Arbeiten oder sonstiges in Südamerika oder speziell Chile und Kolumbien habt stehe ich euch immer gerne zur Verfügung. Ansonsten freue ich mich auch über jeden Follower.
Liebe Grüsse aus Medellin,
Euer
aka Tim
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