
Im Herbst bringen die Kinder ihren Unterricht oft selbst mit: Kastanien in der Jackentasche, ein rotes Ahornblatt im Federmäppchen, die Geschichte vom Igel, der abends durch den Garten geraschelt ist. Diese Neugier kannst du gut nutzen. Hier findest du drei Ideen für Klasse 1–4, jeweils mit einem kostenlosen Arbeitsblatt aus meinem Shop. Alle drei sind kurz, haben eine Lösungsseite und lassen sich gut schwarz-weiß kopieren. Das farbige Titelblatt und die letzte Seite musst du nicht mitdrucken.
Dauer: etwa eine Unterrichtsstunde
Fokus: genaues Lesen, Sachwissen zu Tieren im Herbst, erste Fachbegriffe
So geht's: Das Blatt beginnt mit einem kurzen Lesetext aus sieben einfachen Sätzen in großer Schrift. Es geht um die Fettschicht im Herbst, um Käfer, Schnecken und Würmer, um den Igel als Nachttier, um die Stacheln und um den Winterschlaf im Laubhaufen. Lies den Text zuerst gemeinsam laut. Danach beschriften die Kinder den Igel mit einer Wortliste (Nase, Auge, Ohr, Stacheln, Bein) und kreuzen bei fünf Aussagen „richtig“ oder „falsch“ an. Alle Antworten stehen im Text. So lernen die Kinder, im Text nachzusehen, statt zu raten. Zum Schluss malen sie den Igel an und malen ihm einen Laubhaufen für den Winter.
Differenzierung: Kinder, die noch langsam lesen, arbeiten zu zweit und lesen sich die Sätze gegenseitig vor. Schnellere Kinder schreiben einen eigenen Satz dazu: Das habe ich über den Igel gelernt …
Tipp: Auf der Lösungsseite steht ein kurzer Hinweis für dich. Igel dürfen keine Milch bekommen, weil sie davon krank werden. Besser ist eine flache Schale mit Wasser. Darüber reden die Kinder gern, weil viele den Milch-Tipp von zu Hause kennen.
Wenn deine Klasse länger beim Thema bleiben möchte, gibt es die Igel-Werkstatt mit 10 Stationen, die meisten davon in zwei Niveaus, mit Werkstattpass, Lehrerleitfaden und Lösungen.
Dauer: etwa 20–30 Minuten
Fokus: sinnentnehmendes Lesen, Selbstkontrolle
So geht's: Fuchs Fritz führt die Kinder auf einem Weg durch den Herbstwald. An sechs nummerierten Stationen lesen sie je einen kurzen Text über den Fuchs, das Laub, Kastanien, das Eichhörnchen, den Igel und die Zugvögel. Zu jeder Station gibt es eine Frage mit zwei Antworten. Die Buchstaben der richtigen Antworten ergeben ein Lösungswort aus sechs Buchstaben. Ist das Wort sinnvoll, wissen die Kinder selbst, dass sie richtig gelesen haben. Das Blatt eignet sich gut als Einstieg, als Lesestation oder für Kinder, die früher fertig sind.
Differenzierung: Wer mehr schafft, schreibt eine eigene, siebte Station mit Text, Frage und zwei Antworten und gibt sie einem anderen Kind zum Lösen. Wer Unterstützung braucht, darf die Stelle im Text unterstreichen, an der die Antwort steht.
Für eine Lesespur zum Herumlaufen gibt es Die große Herbst-Lesespur mit 12 Stationskarten in zwei Niveaus. Du hängst sie im Klassenraum oder im Flur auf. Sie erzählt eine durchgehende Geschichte mit Mila, Ben und Fuchs Fritz.
Dauer: etwa eine Unterrichtsstunde, mit Gang über den Schulhof länger
Fokus: Bäume an ihren Blättern erkennen, kombinieren, einen Sachtext verstehen
So geht's: Im ersten Teil benennen die Kinder sechs Blätter mit einer Wortliste: Eiche, Ahorn, Rosskastanie, Buche, Birke und Linde. Die Blätter sind als klare Strichzeichnungen abgebildet. Im zweiten Teil lesen sie vier kurze „Wer bin ich?“-Steckbriefe und schreiben auf, welcher Baum gemeint ist. Zum Schluss füllen sie einen Lückentext aus: Warum färben sich die Blätter im Herbst? Der Baum baut das Blattgrün ab und holt Nährstoffe zurück. Dadurch werden gelbe und orange Farbstoffe sichtbar. Wenn er seine Blätter abwirft, spart er im Winter Wasser.
Praxis-Tipp: Geht vor der Stunde zehn Minuten auf den Schulhof oder in den nächsten Park und sammelt echte Blätter. Die Kinder legen sie neben die Zeichnungen und vergleichen sie. Das fühlt sich gleich ganz anders an als ein Blatt Papier allein.
Differenzierung: Für zwei der sechs Bäume gibt es keinen Steckbrief. Kinder, die schnell fertig sind, schreiben dazu ihre eigenen „Wer bin ich?“-Rätsel. Kinder, die Hilfe brauchen, arbeiten beim Lückentext mit einem Partnerkind und streichen die benutzten Wörter in der Wortliste durch.
Das Forscherheft „Blätter & Bäume im Herbst“ geht weiter: acht Bäume, Steckbriefe mit Platz für gepresste Blätter, ein Bestimmungsschlüssel mit Ja-Nein-Fragen und Forscheraufträge wie Blattabdruck und Herbarium.
Du musst nicht alles auf einmal machen. Ein Blatt pro Woche reicht, damit der Herbst im Unterricht vorkommt. Und wenn die Kinder am nächsten Morgen ein Blatt mitbringen und sagen: „Das ist eine Linde!“, dann hat es schon funktioniert.
Die drei kostenlosen Arbeitsblätter aus diesem Beitrag:
https://eduki.com/de/material/2326968
https://eduki.com/de/material/2327027
https://eduki.com/de/material/2326998
Wenn du mehr Zeit für das Thema hast, findest du hier die Igel-Werkstatt (Klasse 1–2), die große Herbst-Lesespur (Klasse 2–3) und das Forscherheft Blätter & Bäume (Klasse 3–4):
https://eduki.com/de/material/2326702
https://eduki.com/de/material/2326888
https://eduki.com/de/material/2326813
Du unterrichtest auch in der Sekundarstufe? In der Reihe Denkwerk Geschichte für Klasse 5–10 halten die Schülerinnen und Schüler zuerst eine eigene Idee fest. Dann sammeln sie Belege in echten Quellen, überarbeiten ihre Idee in einer zweiten Farbe, erklären ihren wichtigsten Beleg mündlich und lösen einen neuen Fall. Eine Garantie gegen KI-Nutzung gibt es nicht, aber das Verständnis lässt sich im Unterricht überprüfen. Zum Ausprobieren gibt es die Einheit zu Ötzi und der Jungsteinzeit (Klasse 5/6) kostenlos, außerdem Einheiten für Klasse 5/6, 7, 8 und 9/10:
https://eduki.com/de/material/2327232
https://eduki.com/de/material/2326714
https://eduki.com/de/material/2326760
https://eduki.com/de/material/2326781
https://eduki.com/de/material/2326796
Ich wünsche dir einen schönen Herbst mit deiner Klasse!
Wenn du den Blog-Artikel magst dann klicke auf das Herz. Das hilft uns zu verstehen, welche Artikel besonders lesenswert sind.