
8 + 7.
Eigentlich eine ziemlich kleine Aufgabe. Die Zahlen sind überschaubar, das Ergebnis liegt gerade einmal bei 15. Und trotzdem sieht man bei manchen Kindern sofort, was jetzt passiert: Die Finger kommen unter den Tisch, es wird leise weitergezählt oder die 8 wird im Kopf festgehalten und dann noch sieben Schritte weitergegangen.
Das funktioniert. Zumindest meistens.
Aber spätestens wenn mehrere Aufgaben hintereinander gerechnet werden sollen, merkt man, wie anstrengend diese Strategie ist. Jede einzelne Aufgabe braucht Zeit und Konzentration. Ein kleiner Zählfehler reicht und schon stimmt das Ergebnis nicht mehr.
Gerade im Zahlenraum bis 20 zeigt sich deshalb ziemlich deutlich: Eine Rechenaufgabe lösen können und sicher rechnen können sind zwei verschiedene Dinge.
Wenn Kinder Plus und Minus kennenlernen, müssen sie sich Ergebnisse zunächst irgendwie erschließen. Sie legen Material, bewegen sich auf dem Zahlenstrahl oder zählen weiter und zurück.
Das gehört dazu.
Problematisch wird es erst, wenn das Zählen dauerhaft die einzige Strategie bleibt.
Ein Kind, das bei 7 + 6 jedes Mal sieben Finger nimmt und sechs weitere dazuzählt, kommt schließlich auch auf 13. Trotzdem fehlt ihm etwas, das später immer wichtiger wird: ein Netz aus bekannten Aufgaben, Zahlbeziehungen und Rechenstrategien, auf das es schnell zurückgreifen kann.
Denn im Zahlenraum bis 20 steckt schon viel mehr als einfach nur „Plus und Minus“.
Gerade deshalb sind die Grundlagen aus dem ersten Schuljahr so wichtig.
Wenn ein Kind weiß, dass 8 noch 2 bis zur 10 fehlen, kann aus
8 + 7
erst
8 + 2 = 10
und anschließend
10 + 5 = 15
werden.
Kennt es außerdem Aufgaben wie 7 + 7 = 14 sicher, kann es sich 8 + 7 auch darüber erschließen.
Und wenn Zahlzerlegungen bis 10 zunehmend automatisiert sind, muss nicht bei jeder neuen Aufgabe wieder ganz von vorne gedacht werden.
Genau diese Zusammenhänge machen Rechnen irgendwann schneller und sicherer.
Das bedeutet natürlich nicht, dass jedes Kind bei jeder Aufgabe erklären muss, welche Strategie es gerade benutzt. Irgendwann sollen viele Ergebnisse schlicht abrufbar sein. Bis dahin braucht es aber ausreichend Gelegenheiten, diese Beziehungen immer wieder zu nutzen.
Bei Plusaufgaben können sich viele Kinder mit Weiterzählen noch ziemlich lange behelfen. Bei Minus wird es häufig schwieriger.
14 − 6
Wer ausschließlich rückwärts zählt, muss sechs Schritte korrekt zurückgehen und gleichzeitig im Blick behalten, wie viele Schritte bereits gemacht wurden.
Das ist eine Menge für eine Aufgabe, die irgendwann ziemlich selbstverständlich werden soll.
Auch hier können Beziehungen helfen:
Von 14 erst 4 zurück bis zur 10.
Dann noch 2 zurück.
Also 8.
Oder das Kind kennt bereits die passende Plusaufgabe:
8 + 6 = 14.
Je mehr solcher Verbindungen verfügbar sind, desto weniger muss jede Aufgabe einzeln „ausgezählt“ werden.
An diesem Punkt gibt es leider keine besonders spektakuläre Abkürzung.
Rechenstrategien können verstanden sein und trotzdem noch nicht sicher sitzen. Damit Kinder schneller auf bekannte Ergebnisse und Zusammenhänge zugreifen können, müssen sie Plus- und Minusaufgaben im Zahlenraum bis 20 immer wieder bearbeiten.
Nur muss diese Wiederholung nicht jedes Mal gleich aussehen.
Ein Arbeitsblatt kann sinnvoll sein. Genauso können Kopfrechenrunden, kleine Spiele, Partneraufgaben oder digitale Übungen ihren Platz haben.
Gerade bei Kindern, die nach den ersten fünf Aufgaben gedanklich schon ausgestiegen sind, kann ein anderer Rahmen erstaunlich viel verändern. Mathematisch passiert weiterhin dasselbe – aber für das Kind fühlt es sich nicht nach dem nächsten Blatt mit zwanzig Rechnungen an.
Genau deshalb mag ich kleine Lernspiele für solche Übungsphasen.
Nicht, weil ein Raketenrennen plötzlich das Rechnen übernimmt. Das Kind muss die Aufgabe immer noch selbst lösen.
Aber statt einfach nur 9 + 6 = auf einem Blatt auszufüllen, gibt es ein direktes Ziel, eine Rückmeldung und nach der nächsten Aufgabe geht es weiter.
Das kann gerade bei Inhalten hilfreich sein, bei denen es gar nicht mehr darum geht, zehn Minuten lang etwas Neues zu erklären. Manchmal braucht ein Kind schlicht mehr Wiederholungen als ein anderes.
Und genau diese zusätzlichen Wiederholungen möchte man im Schulalltag möglichst unkompliziert unterbringen.
Für solche kurzen Übungsphasen habe ich mein Raketenrennen – Plus & Minus bis 20 entwickelt.
Das interaktive Browser-Lernspiel gibt Kindern die Möglichkeit, Additions- und Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum bis 20 spielerisch zu wiederholen. Der Recheninhalt bleibt dabei im Mittelpunkt, bekommt durch das Raketenrennen aber einen anderen Rahmen.
Das Spiel kann direkt über einen Link oder QR-Code geöffnet werden. Es braucht keine App, keine Anmeldung und keine Installation und eignet sich dadurch zum Beispiel für Freiarbeit, Wochenplan, Förderunterricht, Stationenlernen oder kurze digitale Übungszeiten.
Gerade für Kinder, bei denen die Rechenwege grundsätzlich verstanden sind, die bei Plus und Minus bis 20 aber noch viel zählen oder einfach weitere Wiederholungen brauchen, kann das eine schöne Ergänzung sein.
Das Raketenrennen – Interaktives Lernspiel | Plus & Minus bis 20 findest du bei meinen Förderfreude-Materialien auf Eduki.
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