Wenn Kinder Zahlen lesen können – aber 405 plötzlich zu 45 wird

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Es gibt Kinder, die zählen sicher bis 100 oder 1000, lesen Zahlen im Mathebuch richtig vor und wirken erst einmal so, als hätten sie im Zahlenraum überhaupt keine Schwierigkeiten.

Und dann kommt eine Aufgabe wie:

„Aus wie vielen Hundertern, Zehnern und Einern besteht 405?“

Plötzlich wird überlegt, geraten oder aus 405 wird gedanklich 45.

Genau da merkt man ziemlich schnell: Eine Zahl lesen zu können und ihren Aufbau wirklich verstanden zu haben, sind zwei verschiedene Dinge.

Stellenwerte wirken oft einfacher, als sie sind

Für Erwachsene ist es völlig selbstverständlich, dass die 4 in 405 für vier Hunderter steht, die 0 bedeutet, dass keine Zehner vorhanden sind, und die 5 für fünf Einer steht.

Für Kinder ist das aber erst einmal ein ziemlich abstraktes System.

Die Ziffer 4 bleibt ja optisch immer eine 4. Trotzdem kann sie je nach Position etwas völlig anderes bedeuten.

In 47 steht sie für vier Zehner.

In 407 steht sie für vier Hunderter.

Und in 740 steht sie plötzlich wieder an einer ganz anderen Stelle.

Das muss sich erst einmal setzen.

Gerade die Null macht viele Fehler sichtbar

Spannend wird es oft bei Zahlen mit einer Null in der Mitte.

405, 607, 720, 903.

Solche Zahlen zeigen ziemlich gut, ob ein Kind wirklich verstanden hat, dass jede Stelle ihren festen Platz hat.

Bei 405 gibt es eben nicht einfach nur eine 4 und eine 5. Dazwischen liegt die Zehnerstelle – und dort steht eine 0.

Wenn Kinder diese Stelle gedanklich „überspringen“, entstehen schnell typische Fehler.

Dann wird aus:

405 → 45

oder aus:

720 → 72

Das ist kein reines Lesefehler-Problem. Dahinter steckt oft ein noch unsicheres Stellenwertverständnis.

Zahlen sollte man nicht nur lesen, sondern auch auseinandernehmen

Ich finde es deshalb hilfreich, Zahlen immer wieder aus verschiedenen Richtungen zu betrachten.

Nicht nur:

Welche Zahl ist das?

Sondern auch:

Baue die Zahl 63.

Wie viele Zehner und Einer siehst du?

Zerlege 482 in Hunderter, Zehner und Einer.

Welche Ziffer steht an der Zehnerstelle?

Welche Zahl entsteht aus 6 Hundertern, 0 Zehnern und 9 Einern?

Das klingt erst einmal nach kleinen Variationen. Für Kinder sind das aber unterschiedliche Denkwege.

Mal starten sie mit der Zahl.

Mal mit dem Material.

Mal mit der Zerlegung.

Und genau dieses Wechseln hilft oft dabei, den Aufbau einer Zahl wirklich zu verstehen.

Material hilft – wenn es nicht nur danebenliegt

Hunderterfelder, Zehnerstangen und Einerwürfel sind dafür natürlich sehr hilfreich.

Aber nur dann, wenn Kinder damit tatsächlich etwas machen.

Wenn das Material einfach nur vorne gezeigt wird und danach direkt wieder Aufgaben im Heft folgen, bleibt die Darstellung für manche Kinder ziemlich abstrakt.

Spannender wird es, wenn sie selbst überlegen müssen:

Wie viele Zehner brauche ich für 64?

Was passiert, wenn ich bei 390 keine Einer habe?

Wie sieht 508 aus?

Und woran erkenne ich, dass fünf Zehner eben nicht dasselbe sind wie fünf Einer?

Das Legen, Bauen und Zerlegen macht die Zahl sichtbar.

Ein Stellenwert ist mehr als nur eine Spalte in einer Tabelle

Stellenwerttafeln sind wichtig, aber ich würde mich nicht nur darauf verlassen.

Manche Kinder können irgendwann nämlich ziemlich gut H, Z und E in die richtigen Kästchen eintragen, ohne den Zusammenhang wirklich verstanden zu haben.

Dann funktioniert:

H Z E

4 0 5

Aber sobald die Aufgabe anders gestellt wird, wird es schwierig.

Deshalb ist es hilfreich, immer wieder zwischen verschiedenen Darstellungen zu wechseln:

Zahl

Stellenwerttafel

Hunderter-, Zehner- und Einermaterial

Zerlegung

Wenn ein Kind zwischen diesen Formen hin- und herdenken kann, wird das Stellenwertverständnis meistens deutlich stabiler.

Kleine Fragen reichen oft schon

Dafür braucht es nicht immer eine komplette zusätzliche Unterrichtsstunde.

Manchmal reichen zwei Minuten zwischendurch.

Zum Beispiel:

„Ich habe 3 Hunderter, 8 Zehner und 2 Einer. Welche Zahl bin ich?“

Oder:

„Was verändert sich bei 462, wenn ich den Zehner wegnehme?“

Oder:

„Welche Zahl hat 7 Hunderter, aber keine Zehner?“

Solche kurzen Fragen lassen sich gut in den Unterricht einbauen und zeigen oft ziemlich schnell, an welcher Stelle ein Kind noch unsicher ist.

Und wenn die Zahl eigentlich bekannt ist, aber die Darstellung nicht?

Genau dann finde ich digitale Übungen praktisch.

Nicht als Ersatz für echtes Material, sondern als zusätzliche Übungsform.

Gerade in Freiarbeit oder Förderstunden ist es hilfreich, wenn Kinder selbstständig mehrere Darstellungen durchlaufen können, ohne dass ich jede Aufgabe einzeln danebenlegen muss.

Deshalb habe ich für meine Förderfreude Games die „Zahlenfabrik“ erstellt.

Dort üben die Kinder das Stellenwertsystem mit verschiedenen Aufgabentypen. Sie bauen Zahlen mit Hunderterfeldern, Zehnerstangen und Einern, erkennen dargestellte Zahlen, zerlegen Zahlen und ergänzen fehlende Stellenwerte.

Es gibt zwei Spielmodi:

Zahlenraum bis 100 für Klasse 2

und

Zahlenraum bis 1000 für Klasse 3

Mir war dabei vor allem wichtig, dass die Kinder nicht immer nur auf dieselbe Art gefragt werden. Denn ob ein Kind 482 lesen kann, heißt eben noch lange nicht, dass es auch sicher erklären kann, wie diese Zahl aufgebaut ist.

Die Zahlenfabrik läuft direkt im Browser und kann am Tablet, Computer oder Smartboard genutzt werden.

-> Hier findest du die „Zahlenfabrik – Stellenwerte bis 100 und 1000“

Tags: grundschule, mathematik, zahlenraum 100, zahlenraum 1000, stellenwert, interaktivesmaterial, spiele, 2.klasse, 3.klasse

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Autor SozPädFö - Förderfreude bietet 63 Materialien für Fachübergreifendes, Mathematik und 5 weitere Fächer an - zum Beispiel:

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