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Die vorliegenden Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe II stehen ganz im Zeichen Franz Kafkas – und hier insbesondere seiner Tier-Erzählungen. Die Schülerinnen und Schüler lernen mehrere Texte unterschiedlicher Länge kennen, die in vielerlei Hinsicht als exemplarisch und typisch für die Denk- und Schreibart ihres weltberühmten Autors angesehen werden können. Immer wieder lässt Kafka Tiere in seinen Erzählungen erscheinen. Sie leben in sehr unterschiedlichen Paradigmen und treten auf sehr unterschiedliche Weise und in recht unterschiedlicher Intensität zu den Menschen und zu ihrer Umwelt in Kontakt. Schon der Versuch einer ersten Sortierung des bunten Bestiariums aus Pferden, Dachsen, Mäusen, Hunden, Affen und Käfern zeigt, mit welch verschiedenen Eigenschaften, Wirkungen und Bedeutungen die Tiere verbunden sind.Die Beiträge sind vorwiegend textimmanent angelegt. An ausgewählten Stellen werden Querbezüge zu Kafkas Biografie und seiner Zeit hergestellt. Vor allem sollen aber die Erzählweise, einzelne Charakterisierungen und Figurenentwicklungen erarbeitet und zueinander in Beziehung gesetzt werden. Grundsätzliche Arbeitstechniken in der Auseinandersetzung mit erzählender Literatur werden dabei gelernt.
Klassenstufen: Q1 (11./12. Jhg.), Q2 (12./13. Jhg.)
Kompetenzen und Unterrichtsinhalte:Die Schüler vertiefen anhand ausgewählter Textstellen und Fragestellungen, die sich auf Einzelheiten sowie auf den Gesamtkontext beziehen, ihre Kenntnisse über Theodor Fontanes Roman »Effi Briest«.Sie reflektieren die fachwissenschaftliche Kennzeichnung des »Realismus«, indem sie anhand einzelner Themenaspekte überprüfen, inwieweit Theodor Fontane historische Realität in seinen Roman integriert und wie er diese in »Effi Briest« gestaltet.Sie erkennen, dass Fontanes eigene Biografie, seine persönlichen Prägungen, Einstellungen, Erfahrungen usw. die Romanhandlung und ihre Figuren beeinflussen.Den Schülern gelingt es, wenn sie Fontanes Schreib- und Konstruktionsprozesse nachvollzogen haben, relativ leicht, einzelne Charaktere zu analysieren bzw. für interpretatorische Gestaltungsaufgaben adäquat zu nutzen.Über die Unterrichtsform »Lernzirkel« und die Aufgabentypen, die im vorliegenden Zirkel gewählt worden sind, werden darüber hinaus gefördert: Methoden-/Lesekompetenz (z.B. Erschließen fiktionaler, argumentativer, fachwissenschaftlicher Texte, Erschließen von Bildquellen, Protokollieren von Ergebnissen), Schreibkompetenz (z.B. Verfassen eines fiktionalen »Leser«-Briefs), kommunikative Kompetenz (z.B. Zuhören, Argumentieren, Diskutieren in der Kleingruppe), personale Kompetenz (z.B. eigenverantwortliches Auswählen und Erarbeiten unterschiedlicher Aufgaben, Interesse, sich mit dem Roman, seinem Entstehungsprozess und seinem historischen Kontext auseinanderzusetzen).
Klassenstufen: 10. Klasse, EF (10./11. Jhg.)
Kompetenzen und Unterrichtsinhalte:Die Schüler lesen und interpretieren Georg Büchners Dramenfragment »Woyzeck«.Sie setzen sich mit historischen Dokumenten auseinander, nach denen Büchner sein Drama konzipiert hat, und untersuchen die Gestaltung von historischer Realität im literarischen Werk.Sie beschreiben und charakterisieren die Figuren des Hauptmanns, des Doktors und des Tambourmajors und erkennen in diesen stark typisierte, überzeichnete bzw. karikierte Vertreter der damaligen gesellschaftlichen Oberschicht.Sie erschließen die Doppelbödigkeit bzw. Ironie der Büchner’schen Figurenkonzeption und diskutieren die damit verbundene intendierte Wirkung.Sie setzen diese von den Figuren Woyzecks, Maries und des Kindes ab, die mit Ernsthaftigkeit und tiefem Mitgefühl ausgestaltet sind.Sie erkennen in der gesellschaftlichen Diskriminierung ein wichtiges Mordmotiv Woyzecks und erschließen daraus die grundsätzlich gesellschaftskritische und appellative Intention des Dramas.Sie setzen sich mit der Figur der Marie auseinander und erkennen, dass sie wie alle Vertreter der Unterschicht weniger als Typus und stärker als individueller Charakter gezeichnet ist.Sie erkennen im Mitfühlen und Mitleiden mit den Armen die zentrale Intention von Büchners Gesamtwerk.Sie ermitteln die Skepsis Büchners gegenüber klassischen bürgerlichen Tugendmodellen und Moralvorstellungen.Sie lernen eine aktuelle Inszenierung des Stücks kennen und befassen sich dabei vor allem mit der Gestaltung und Funktion des Bühnenbilds.Sie deuten Büchners Drama (auf dem Hintergrund des historischen Mordfalls) als eine frühe Stellungnahme für moderne individuelle und psychologische Sichtweisen.
Klassenstufen: 10. Klasse, EF (10./11. Jhg.)
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