30 Seiten
12 Seiten
38 Seiten






„Weiße Tränen“ ist ein Buch über eine Schule im Schwarzwald und ihren ganz normalen Rassismus. Wir treffen an der Kant-Schule interessante, schräge, witzige, ganz normale, freundliche junge und nicht mehr junge Menschen. Was sie alle noch nicht wissen: dass sie weiß sind. Durch die Augen des 16-jährigen Lenni sehen wir auf einen Ort, an dem die Welt noch in Ordnung zu sein scheint. Während er mit den Alltäglichkeiten des Erwachsenwerdens, mit Freundschaften und der ersten Liebe umgeht, kommt ein neuer Schüler an das Vorortgymnasium. Der Großstädter Benjamin fällt an der ansonsten dörflichen weißen Schule auf – er ist der erste Schwarze Schüler an der Kant. Schnell freunden er und Lennis bester Freund Serkan sich an. Lenni und die Clique können der neuen Freundschaft nicht folgen. Auf einmal verändert sich der Ton an der Schule. Seit Benjamin da ist, bleiben kleine rassistische Witze nicht mehr unwidersprochen und auch Serkan und seine Schwester Elif beginnen, mit Lenni über den Rassismus, den sie erleben, zu sprechen. Plötzlich bricht ein Graben auf, von dem die weißen Figuren in der Geschichte noch nicht wussten, dass er existiert.
Wie mit dem Thema Rassismus an der Kant umgegangen wird, entspricht dem choreografierten Ablauf, dem die meisten gesellschaftlichen Debatten bei dem Thema folgen. Witzig und temporeich zeigt Schrocke den ganz alltäglichen Rassismus, den wir meist übersehen und noch häufiger nicht verstehen. Wenn wir am Ende gemeinsam mit Lenni, Elif, Serkan, Benjamin, Luisa und Alex vor einem ausgehobenen Grab stehen und endlich wissen, was es mit der schnell verrottenden Pappurne wirklich auf sich hat, haben nicht nur die Figuren im Roman viel gelernt.
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