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Lehrerin und Fachobfrau Musik an der Cäcilienschule in Wilhelmshaven
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Die Trompete - die Posaune - die Tuba - das Horn
die ganze Gruppe der Blechlasinstrumente eines Symphonieorchesters können die Schülerinnen und Schüler in einem lebendigen Musikunterricht mit allen Sinnen umfassend erfahren und erleben:
Bauweise und Tonerzeugung in kleinen Videos beobachten, selbst Musik machen mit Gartenschlauch und Trompetemundstück oder mit einem Kuh-Horn, mitttanzen und zuhören, beschreiben, erklären, erfinden, improvisieren.
Höraufgaben zu den charakteristischen Musikstücken der Instrumente gehören genauso dazu, um die Klangfarbe von Trompete, Posaune, Tuba und Horn unterscheiden und verinnerlichen zu können. Dabei kann es durchaus spielerisch zugehen oder auch in Teams gearbeitet werden.
Mit Hilfe von Notenbeispielen und digitalen Audiofiles kann das Beschreiben von Musik vertieft, aber auch einfach das Notenlesen und die Notenschlüssel wiederholt werden. Auch hier lassen sich Gruppenarbeiten einsetzen.
Zu allen Aufgaben gibt es Lösungen oder Lösungsvorschläge.
Bei Staatsempfängen, Schützenfesten, Flaggenhissen, überall spielt die Trompete mit und alle sind dem Instrument schon einmal irgendwo begegnet. Jeder kennt Fanfarenzüge in Dorf- und Stadtfesten, in Bierzelten, aber auch hochoffiziell. Von dort aus steigen wir in das Thema ein. Die Trompete hatte immer schon politische Symbolkraft. Während wir uns das Instrument in seinen vielfältigen Bauarten ansehen, soll gleichzeitig die politische Wirkung von Trompetensignalen und -melodien thematisiert werden. Als Kriegsbeute soll sie nach Europa gekommen sein. Eingesetzt wird sie im Mittelalter als Instrument der Herrschenden. Diese Tradition spielt eine wesentliche Rolle, wenn ihre Signale in Opern einen Wendepunkt ankündigen. Die Momente aus drei Opern, in denen die Trompete eine für die Handlung existenzielle Rolle spielt, werden Unterrichtsgegenstand. Doch zunächst sollen die Schülerinnen und Schüler selbst einen Ton aus diesem Instrument herausbringen. Der Triumphmarsch aus Verdis Oper kann mit einem Gartenschlauch-Orchester ein- oder mehrstimmig geprobt werden. Notenmaterial und MP3 Audios im Anhang sollen bei der Probe unterstützen. Erst dann folgen die Opernszenen: Das berühmte Trompetensignal im Fidelio kann auch mit dem Bloch-Zitat im historischen Kontext der französischen Revolution historisch, philosophisch oder musikästhetisch betrachtet werden. Je nach Klassenstufe sind unterschiedliche Vertiefungen möglich. Der Triumphmarsch aus Verdis Oper und die Problematik von militärischen Siegesparaden wäre ein fächerübergreifendes politisches Thema, das sich aus der Betrachtung der Szene aus der Oper „Aida“ ergeben kann. Der Augenblick der Hoffnung auf erfüllte Liebe in Richard Wagners „Tristan und Isolde“ wäre die dritte Möglichkeit, die musikalische Wirkung der Trompete zu untersuchen. Ohne die Jazztrompete kann die Betrachtung dieses Blechblasinstruments nicht enden. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler die unterschiedlichen Dämpfer und einige der neuen Spielweisen des Instruments kennen. Befreit von aller Symbolik existiert das Instrument im Jazz wieder ganz um der Kunst willen.
Klassenstufen: 9-10. Klasse
Ohne Zweifel ist die Posaune heutzutage ein sehr populäres Instrument und kommt in der Wahl der Schülerinnen und Schüler gleich nach der Trompete. Ihr satter und dunkler, aber auch lauter Klang und ihre beeindruckende Erscheinung mit ihrem langen Zug tun das Übrige dafür. Das Instrument steht immer noch in der Tradition der evangelischen Kirchenmusik, freut sich aber auch in amerikanischen Brass Bands und den schulischen Bläserklassen großer Beliebtheit. Nicht nur Tonerzeugung und Instrumentenaufbau sollte in dieser Unterrichtsreihe zur Sprache kommen, sondern auch die lange europäische Geschichte des Instruments. Hier steigen wir mittelalterlich ein mit einer alten Flötenmelodie eines niederländischen Glockenspielmeisters. Arrangiert mit Gartenschlauch-Tröten im Bordun-Stil und mittelalterlichen Percussions können sich die Schülerinnen und Schüler spielerisch in die Musik der fahrenden Musiker versetzen. Nun sollen sie den sanften und dunklen Klang der Renaissance-Posaune in der Alten Musik kennenlernen. Das Instrument war eine wesentliche Bereicherung innerhalb der interessanten Klangfülle damaliger Ensembles. Hier soll auch dem Raumklang damaliger Besetzungen in alten Stichen nachgegangen werden genauso wie der Klangwirkung der Posaune in der damaligen Ensemble-Besetzung mitsamt den dazugehörigen Sängerinnen und Sängern. In arbeitsteiliger Gruppenarbeit können die Schülerinnen und Schüler den Aufgaben hier nachgehen. Milos Formans Film „Amadeus“ leitet über zur Wirkung der Posaune in der Wiener Klassik. Die Szene, in der Mozart am Sterbebett seinem Widersacher Salieri das „Confutatis“ in die Feder diktiert, macht die besondere Bedeutung der Posaune als Unterstützerin der Bass- und Tenorstimmen deutlich. Ein kurzer Exkurs ins Partiturlesen folgt, wenn das „Tuba Mirum“ aus dem Requiem im Fokus steht. In der Romantik gehört die Posaune zum festen Bestandteil des Sinfonieorchesters. Ihre Ausdruckskraft an besonderen Stellen in romantischen Sinfonien soll in einem musikalischen Rätsel hörbar werden. Die Reihe wird mit zwei Jazz-Posaunisten beendet, die interessante erweiterte Spieltechniken der Jazz-Posaune vorführen und nachvollziehen lassen.
Klassenstufen: 9-10. Klasse
Kurioses lässt sich über das gigantische Instrument erzählen, dessen tiefe Töne fast nicht mehr zu hören sind. In Amerika gibt es riesige Treffen von Tubisten, Massenszenen in Bass (bei youtube zu finden) und überall versucht man noch größere und beeindruckendere Riesentuben zu bauen und zu spielen. Auch im Orchester fällt das große Blechblasinstrument in die Augen und natürlich auch Ohren, denn mit seinen sanften Bass-Tönen kann es dunkle romantische Stimmungen malen oder ein Finale von unten zum Schmettern bringen. Zwar hat der Tubist in den Sinfonien viele Pausen, aber umso beeindruckender ist dann sein Auftritt. Neben den instrumentenkundlichen Kenntnissen, die mit diesem Material vermittelt werden können, folgt die Untersuchung von Tonbeispielen beschreibend und aktiv spielend. Während sich die Schüler bei Brahms‘ Sinfonie im Partiturlesen üben können, sollen sie Mussorgskys Ochenskarren selbst zum Klingen bringen. Ein Klassenmusiziersatz mit MP3-Datei und Einzelstimmen im Anhang ermöglicht das Spielen mit den unterschiedlichsten Instrumenten, wobei auch das Singen der Melodiestimme möglich ist. Am Ende darf ein kleiner Exkurs in den Jazz nicht fehlen, der legendäre Jazz-Tubisten hervorgebracht hat, die gerne solistisch oder mit mehreren Tubas in einer Band ihre Zuschauer zum Staunen bringen.
Klassenstufen: 8-9. Klasse
Das Waldhorn ist im Orchester unentbehrlich. Zum einen füllt es den Klangraum des Orchesters mit seiner weichen und runden Klangfarbe, zum anderen setzt es im Hörer Vorstellungswelten einer heilen und wunderbaren Natur in Gang. Es sind natürlich Hörtraditionen, die nur dann aktualisiert werden, wenn die Zuhörer noch wissen, wie ein Jagdhorn oder wie ein Posthorn geklungen hat. Man kann aber noch tiefer in die Vergangenheit hinabtauchen: Dann ist auch die Anspielung auf urzeitlichen Tierhörner, jüdischen Shofarhörner oder Schweizer Alphörner nicht falsch. Diese Unterrichtsreihe will also zunächst vergangene Hörtraditionen aktualisieren, bevor die Schülerinnen und Schüler sich mit dem Bau des Instruments vertraut machen. Wie kompliziert der Bau eines heutigen Waldhorns ist, lernen sie dann in einem kleinen Video kennen. Der Hörnerklang durchzieht die Geschichte der klassischen Musik und so sollen die Schülerinnen und Schüler mit kleinen Geschichten in vergangene Welten treten: Sei es zu Händels Wassermusik oder zu Mozarts Hornkonzert. In Spatenstichen werden Formen und Themen genauer betrachtet und so sich eingehört in den Klang des barocken Naturhorns, des klassischen Inventionshorns oder in das moderne Waldhorn der Romantik. Am Ende soll mit Hilfe einer grafischen Partitur als Hör- und Spielpartitur ein Zugang zu Pendereckis „Winterreise“, einem avantgardistischen Klang-Konzert von 2008, gefunden werden. Methodisch vielfältig wird jedes Thema auf unterschiedliche Weise behandelt, denn es soll dabei nicht nur Instrumentenkunde unterrichtet werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich so den Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten des Waldhorns hörend, erklärend und praktisch annähern.
Klassenstufen: 7-8. Klasse
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